Schlagwort-Archive: Cloud Computing


Apr
30

Freiberufler: Cloud als Sicherheitsdienstleister

publiziert von Max Schulze, Analyst bei dem Marktforschungs- und Strategieberatungsunternehmen techconsult GmbH

techconsult und HP präsentieren mit dem IT-Cloud-Index Deutschland eine Langzeituntersuchung zur Stellung von Cloud-Computing in mittelständischen Anwenderunternehmen. Quartalsweise werden dazu 200 mittelständische Anwenderunternehmen zu Themen wie Cloud-Einsatz, der Nutzenbewertung oder der individuellen Cloud-Fitness bewertet. Im Online-Portal www.it-cloud-index.de steht ein Cloud-Benchmark-System zur Verfügung, das interessierten Unternehmen Einblick in die tatsächliche Umsetzung von Cloud-Lösungen und den erzielten Vorteilen gibt.

Cloud-Computing gewinnt immer mehr an Bedeutung

Der deutsche Mittelstand setzt in  wachsendem Ausmaß Cloud-Computing-Technologien ein. Im Fokus der befragten Unternehmen stehen überwiegend Leistungen aus dem Bereich Software as a Service (SaaS) wie E-Mail- oder Office-Lösungen; besonders hervorzuheben ist die Nachfrage nach Security-Lösungen aus dem SaaS-Portfolio. Die Notwendigkeit, ohne viel Fachpersonal und aufwendige Infrastruktur IT-Sicherheit zu gewährleisten, treibt die Cloud-Thematik im Mittelstand sichtlich. Ein Auseinandersetzungsgrad von über 50 % mit dem Thema Cloud Computing demonstriert außerdem deutlich, dass Cloud Services in mittelständischen Unternehmen angekommen sind.

Die Befragungswelle zum vierten Quartal 2012 attestiert ein stetiges Wachstum von Cloud Services im deutschen Mittelstand. Den Prognosen zufolge wird der Cloud-Markt auch in den nächsten Quartalen weiter wachsen. Im vierten Vorjahresquartal 2011 hatten bereits über 15 % der befragten Unternehmen angegeben, Cloud-Lösungen aus den Bereichen Software as a Service (SaaS), Infrastructure as a Service (IaaS) oder Platform as a Service (PaaS) eingesetzt zu haben. Im Vergleich zum aktuellen Quartal ist ein Anstieg von fast zehn Prozentpunkten zu verzeichnen. Das zeigt deutlich, dass aus dem anfänglichen Hype eine ernst zu nehmende Technologie entstanden ist, die sich Ihren Platz als eigenständige Komponente in Unternehmen gesichert hat.

Konkurrenzfähig dank skalierbarer Software

Die Erhaltung der Wett­bewerbs­fähigkeit – in Form einer leistungs­fähigen IT-Infra­struktur – ist nur einer der Gründe, weshalb der Mittel­stand auch in Zukunft auf das IaaS-Modell setzen wird. Stetig wachsende Daten­mengen bedingen die effiziente und schnelle Skalierbarkeit der IT-Infrastrukturen, die mittelständische Unternehmen selbst kaum umsetzen bzw. bereitstellen können. IaaS-Anbieter hingegen sind aufgrund Ihrer Erfahrung, Expertise und Investitionsbereitschaft in der Lage, ihre IT-Infrastrukturen an neue Lösungstechnologien anzupassen und zu gestalten (Stichwort: Big Data). Hiervon profitiert der Mittelstand nachhaltig.

PaaS kämpft mit Akzeptanzproblemen

Platform-as-a-Service-Angebote bleiben nach wie vor die am wenigsten genutzten Dienste im Cloud-Portfolio. Zwar konnte sich im Jahresverlauf ein konstantes Nachfrageverhalten mit leichten Wachstumsraten abbilden, jedoch sanken diese Werte in den letzten Quartalen wieder leicht ab. Gründe für den geringen Einsatzgrad sind dabei im noch nicht verstandenen Nutzen von PaaS als Grundlage für die schnelle Bereitstellung von geschäftsrelevanten Anwendungen zu sehen. Während die Vorteile von SaaS- und IaaS-Lösungen relativ einfach zu vermitteln sind, besteht im Bereich PaaS noch ein größerer Handlungsbedarf, was das Aufzeigen von Anwendungsszenarien für diesen Cloud-Computing-Bereich betrifft. Ein weiterer Punkt, der den geringen Ausschlag für den Einsatz von PaaS im Mittelstand begründet, ist der Umstand, dass viele mittelständische Unternehmen keine eine eigene Softwareabteilung haben.

IT-Security wird durch Auslagerung einfacher

Neben den klassischen Einstiegs­lösungen wie E-Mail, Office, Termin­planung und Kollaborations­anwendungen aus der Cloud ergab die aktuelle Befragungs­welle eine erhöhte Nach­frage nach Security-Lösungen im Mittel­stand. Der Bedarf an nicht selbst gemanagten Sicherheits­vorkehrungen macht den Fokus des Mittel­stands auf seine Kern­kompetenzen deutlich: Die personellen Ressourcen der Unter­nehmen sollen Frei­räume erhalten, um sich auf die Kernkompetenzen und die damit zusammenhängenden Prozesse zu konzentrieren. Für Max Schulze vom durchführenden Marktforschungsinstitut techconsult wird sich diese Tendenz noch verstärken:

„Die Nachfrage nach Security-Lösungen aus der Cloud ist ein deutliches Signal für die positive Entwicklung des Cloud-Einsatzgrades. Der Mittelstand wird zunehmend erkennen, dass Cloud-Anbieter gerade bei sensiblen Themen wie IT-Sicherheit ein erhöhtes Know-how vorweisen, wodurch die Anwenderunternehmen konstant ihre strukturell bedingten Defizite lösen können. Mittelständische Unternehmen sind denselben Sicherheitsherausforderungen ausgesetzt wie große Unternehmen, allerdings sind die Personaldecke sowie die für IT-Sicherheit zur Verfügung stehenden Ressourcen stark begrenzt. Zudem schwächt den Mittelstand das Management komplexer Security-Lösungen und das dafür benötigte Personal. Die Nachfrage dürfte angesichts dieser genannten Gründe sowie der steigenden Angebotsvielfalt und der zunehmenden Auflösung des Informationsdefizits im Bereich Cloud Computing weiter zunehmen.“

Fazit: Selbsttest im Cloud User Check

Auf Basis der aktuellen Ergebnisse stellen techconsult und HP den Cloud User Check zur Verfügung. Sowohl für erfahrene Nutzer als auch für Neulinge bietet das Online-Tool eine attraktive Möglichkeit, die eigene Cloud-Position mit der von vergleichbaren Unternehmen ihrer Branche und Größenklasse zu benchmarken. Neben dem Cloud-Einsatzgrad gibt das webbasierte Tool Antworten auf Fragen nach der Cloud Fitness und der Nutzenbewertung von Cloud Computing.

Neben der Veröffentlichung der aktuellen Studienergebnisse stellt HP Deutschland in Kooperation mit vier renommierten Partnern – Concat, Janz IT, Bechtle und Cancom – auf dem neu gestalteten Cloud-Portal www.it-cloud-index.de aktuelle Lighthouse-Projekte der Partner vor. Neben dem Benchmark-System bietet das Portal interessierten Unternehmen einen Einblick in die tatsächliche Umsetzung von Cloud-Lösungen und die gewonnenen Vorteile.

Über den Autor:

Max Schulze ist als Analyst bei dem Marktforschungs- und Strategieberatungsunternehmen techconsult GmbH in den Bereichen Anbieter- und professionelle Anwenderberatung tätig und deckt dabei die Kompetenzfelder Data Center Automation, Business Process Management sowie Cloud Computing ab. Darüber hinaus ist Herr Schulze an vielen übergreifenden Marktforschungs- und Beratungsprojekten des Analystenhauses beteiligt.

Kontaktdaten:Max-Schulze, Analyst bei techconsult GmbH

Max Schulze
Research Analyst
techconsult GmbH

Am Platz der Deutschen Einheit
Leipziger Str. 35-37
34125 Kassel

Telefon: +49-561-8109-176
E-Mail: max.schulze@techconsult.de
Internet: http://www.techconsult.de/

Veröffentlicht unter Marktstudien, Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aug
6

Wolkenbauer: Cloud-Architekt als neues Berufsbild

publiziert von Luis Praxmarer, CEO der Experton Group LLC in USA und Global Research Director

Gewährleistung effektiver Integration

Cloud Computing wird zunehmend zum integralen Bestandteil des IT-Betriebs in Unternehmen. Damit seine Wirkung gut ausgeschöpft werden kann, muss eine effektive Integration von intern und extern betriebenen Anwendungen gewährleistet werden. Dabei spielt die technische Seite häufig nicht die zentrale Rolle. Vielmehr  geht es um die Unternehmenskultur und Governance-Themen. Die IT-Verantwortlichen brauchen freie Hand bei der Auswahl von Rechenzentrums- und Plattform-Architekturen und Produkten. Einschränkungen von Seiten der Fachbereiche, die ihre Applikationsumgebungen selbstverantwortlich kontrollieren wollen, dürfen nicht sein. Deshalb ist es sinnvoll, auf der IT-Seite Cloud-Architekten einzusetzen, die sowohl in der Lage sind mit der Geschäftsseite umzugehen und die interne politischen Situation entsprechend zu berücksichtigen, als auch die technischen Herausforderungen zu meistern.

Vielfältige Umsetzungsformen

Cloud Computing kommt in den unterschiedlichsten Formen zum Einsatz: public, private, hybrid, in-house, off-premise, Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS), um nur die bekanntesten und am häufigsten genutzten zu nennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen mit der Zeit mehrere verschiedene Cloud Computing Optionen nutzt, ist sehr groß.

Je nach Unternehmensgröße und –struktur, kann der Rechenzentrumsbetrieb eine Komplexität annehmen, die eventuell mehrere Cloud-Architekten erfordert. Sinnvoll ist es, den vorhandenen Architekten für Applikationen, Datenbanken, Daten, Netzwerke, Plattformen, Infrastruktur und Sicherheit jeweils einen Cloud-Architekten an die Seite zu stellen, der sich speziell um die Cloud Computing Komponenten kümmert. Eine andere Möglichkeit ist es, diese Architekten im Cloud-Bereich entsprechend weiterzubilden und ihre bisherigen Bereiche um diese Aufgabe zu erweitern.

Die Rolle des Cloud-Architekten

Die Rolle des Architekten ist eine Führungsposition, denn sie umfasst sowohl unternehmerische als auch finanzielle, politische und technische Themen. Eine Aufgabe des Cloud-Architekten ist die Zusammenarbeit mit der Geschäftsseite und die Übertragung ihrer Anforderungen und Strategien in eine gut definierte, integrierte IT-Architektur sowie in einen Implementierungsplan. Weiterhin sorgt er dafür, dass die Architektur zeitgerecht bereitgestellt wird, damit die Unternehmensziele erreicht werden können. Der Cloud-Architekt muss also die IT-Ziele und Roadmaps auf die Unternehmensziele und -strategien abstimmen. Er koordiniert IT- und Geschäftsleitung, deren Mitarbeiter und funktionsübergreifende Teams und fördert und vereinfacht die Zusammenarbeit.

Erwartungen

Geschäfts- wie auch IT-Seite erwarten von einem Cloud-Architekten, dass er klare Empfehlungen für den besten Ansatz ausspricht und geschäftskritische Cloud Computing Architekturen, Komponenten, Schnittstellen, Policies und Abläufe identifizieren und optimieren kann.  Darüber hinaus muss der Cloud-Architekt gewährleisten, dass die unternehmensweiten Anforderungen an Governance und Sicherheitskontrollen erfüllt werden. Er trägt die Verantwortung für die Entwicklung von Self-Service Katalogen für Cloud-Anwender und für die Entwicklung des jeweiligen Business Case, der den Mehrwert einer Zielarchitektur aufzeigt.

Fazit

Die Rollen und Verantwortlichkeiten von Cloud-Architekten müssen entsprechend aufgesetzt werden, damit sie tatsächlich effektiv als Vermittler zwischen Geschäftsseite, Anwendern und IT-Seite auftreten können. Sie müssen die Chance haben, sich gut mit den unternehmensinternen Applikationen, Datenbanken, Daten, dem Rechenzentrum und dem Netzwerk, den Plattformen, der Infrastruktur und der Sicherheits-Architektur auszukennen. Denn sie sind es, die für Definition, Integration, Pflege, Struktur und Sicherheit des unternehmensweiten Cloud Computings verantwortlich zeichnen. Alle Parteien, mit denen Cloud-Architekt zu tun haben, müssen seine Rolle und Funktion vollumfänglich verstehen. Wenn nicht sowohl die Führungsebene als auch alle anderen Beteiligten hinter ihnen stehen, werden sie schnell schachmatt gesetzt oder ausgebremst und können ihre Arbeit nicht effektiv erledigen.

Wolkenbauer: Cloud-Architekt als neues BerufsbildÜber den Autor:
Luis Praxmarer ist Chief Executive Officer (CEO) der Experton Group LLC in USA, und der Experton Group FZ-LLC in Dubai, Global Research Director der Experton Group. Er ist anerkannter Experte für den Einsatz neuer Informationstechnologien und zukünftiger Trends des weltweiten IT-Marktes. Insbesondere beschäftigt er sich  mit der Innovationsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der IT als Beitrag zum Unternehmenserfolg und mit dem Einfluss der IT auf die globale Wettbewerbsfähigkeit von Regionen und Ländern.

Kontaktdaten:
Experton Group AG
Carl-Zeiss-Ring 4
85737 Ismaning

Telefon: +49 89 923331-0
E-Mail: info@experton-group.com
Internet: www.experton-group.de

Veröffentlicht unter Trends
Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jun
21

Cloud Computing: Wie sicher sind Daten?

publiziert von Mathias Petzold, Rechtsanwalt bei der it-recht Kanzlei in München

Immer wieder greifen US-Behörden auf Daten zu, die in Rechenzentren in Europa gespeichert sind. Stand heute gibt es keine internationale Datenschutzrichtlinie, die solche  Zugriffe verhindert oder sicherstellt, dass betroffene Unternehmen umgehend über einen solchen Eingriff informiert werden.

US-Behörden greifen auf Cloud-Daten zu
Gefragt, ob sein Unternehmen garantieren könne, dass Daten, die in einem Rechenzentrum in Europa gespeichert werden, unter keinen Umständen den Europäischen Wirtschaftsraum verlassen werden, auch nicht auf Grundlage des US Patriot Acts, antwortete der Manager des englischen Standorts eines Softwareunternehmens, das gesellschaftsrechtlich mit einem US-amerikanischen Softwarehersteller verbunden ist, weder jener amerikanische Softwarehersteller noch andere Unternehmen könnten diese Garantie geben. Nach Möglichkeit würden die Kunden von einem solchen Zugriff auf die Daten informiert.

Eine derartige Zugriffsmöglichkeit von US-Behörden auf  Daten wurde nach Kenntnis des Autors damit zum ersten Mal von einem Vertreter eines renommierten US-amerikanischen Softwareherstellers öffentlich eingeräumt. Explizit.

Ein solcher Zugriff  auf  Daten kann selbst nach dem US Patriot Act nicht ausgeschlossen werden, wenn ein Cloud-Anbieter seinen Firmensitz in den USA hat, Geschäftsanteile an in Europa beheimateten (Tochter-) Gesellschaften hält, die Dienste als Cloud-Anbieter bereitstellen und/oder diese Daten von dem Cloud-Anbieter in den USA verarbeitet werden. Dass der Cloud-Anbieter seinen Kunden über einen solchen Zugriff informiert, darauf kann sich dieser nicht verlassen. Denn: Bestimmte US-Behörden können dem Cloud-Anbieter verbieten, diese Information an seinen Kunden weiterzugeben.

Auf Missstände aufmerksam machen
Leider hat die 82. Konferenz der Datenaufsichtsbehörden vom 28./29. September 2011 ihre Möglichkeit nicht genutzt, auf diese Missstände aufmerksam zu machen: Im Zusammenhang mit ihrer Entschließung zu „Datenschutzkonforme Gestaltung und Nutzung von Cloud Computing“ und der „Orientierungshilfe – Cloud Computing“ wurde der Aspekt eines möglichen Datenzugriffs von US-Behörden nicht einmal thematisiert. Die Orientierungshilfe übrigens wurde erarbeitet von den Arbeitskreisen Technik und Medien der Konferenz des Bundes und der Länder (Version 1.0, Stand: 26.09.2011). Ebenfalls nicht behandelt wurde, ob beziehungsweise wie ein solcher Vorgang in der datenschutzrechtlich zulässigen Gestaltung der Angebote von US-Cloud-Anbietern und ihren verbundenen, in Europa ansässigen Unternehmen, Berücksichtigung finden kann.

Die Stellungnahme des Deutschen Anwaltsvereins durch den Ausschuss Informationsrecht zur Konsultation der EU-Kommission zum Cloud Computing vom August 2011 führt unter anderem aus, dass es wichtig wäre, zumindest mit einer ganzen Reihe weiterer Staaten (insbesondere der Vereinigten Staaten) zu einem Übereinkommen über datenschutzrechtliche Mindeststandards zu kommen, die dann überall gesetzlich durchgesetzt werden; andernfalls drohten zum Beispiel staatliche Zugriffe ausländischer Behörden am Sitz des Dienstleisters.

Soweit bekannt ist, will sich eine Gruppe von EU-Abgeordneten nicht damit abfinden, dass US-Behörden auf Cloud-Daten europäischer Unternehmen zugreifen können. Diese Gruppe hat eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission gerichtet, um die Rechtslage zu klären. Die Antwort der EU-Kommission macht  klar deutlich, dass die USA unter Berufung auf nationales Recht keinen Zugriff auf  Daten erhalten können, die von europäischen Unternehmen auf dem Gebiet der EU gespeichert sind.  Sie klärt aber nicht die Lage von Unternehmen, die in der EU tätig sind und gleichzeitig eine Präsenz, sei es der Hauptsitz oder andere Aktivitäten, in den USA haben. Dies monieren die Abgeordneten.

Fazit
Nur internationale Vereinbarungen über Mindeststandards zum Datenschutz werden zur Rechtssicherheit des Cloud Computing beitragen und damit das Cloud Computing erleichtern.

Ehe sie sich für eine „Datenverarbeitung in der Wolke“ entscheiden, sollten Verantwortliche zunächst prüfen, ob dies für sie zumindest aus (datenschutz-) rechtlicher Sicht das passende Geschäftsmodell ist.  In jedem Fall sollten sie bei der Wahl des für sie in Betracht kommenden Cloud-Anbieters auf den Sitz des Unternehmens und den Ort der Datenverarbeitung achten.

Generell sollte der Cloud-Anwender klären, ob sein potentieller Anbieter offene, transparente und detaillierte Informationen bietet. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der von ihm angebotenen Dienstleistungen sind zu klären. Dies gilt vor allem für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten, Kontrollierbarkeit, Transparenz und Beinflussbarkeit der Datenverarbeitung. Darüber hinaus sind transparente, detaillierte und eindeutige vertragliche Regelungen zu den Cloud-Diensten und zur Datenverarbeitung zu vereinbaren.

Schließlich geht es nicht nur um die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes. In der Cloud werden vertrauliche Daten und Betriebsgeheimnisse wie Finanzdaten, technische Daten und Strategiepläne verarbeitet. Auf sie könnte von US-Behörden zugegriffen werden, ohne dass der Cloud-Anwender über den Zugriff informiert wird, möglicherweise sogar, ohne jemals davon Kenntnis zu erlangen. Es gilt sie zu schützen.

Über den Autor:
Matthias PetzoldHerr Rechtsanwalt Matthias Petzold ist spezialisiert im Recht der Informationstechnik, insbesondere im Urheberrecht, Softwarerecht, Lizenzrecht, IT-Vertragsrecht sowie in den Themen des Software-Lizenzmanagements und des Softwarelizenz-Audits. Er war als Syndikusanwalt mehr als 23 Jahre in leitender Funktion mit internationaler Verantwortung bei namhaften und global agierenden IT-Unternehmen tätig.

Kontaktdaten:
Matthias Petzold
IT-Recht Kanzlei
Alter Messeplatz 2
80339 München

Telefon: 089 / 130 14 33-0
Telefax: 089 / 130 14 33-60
E-Mail: m.petzold@it-recht-kanzlei.de
Internet: http://www.it-recht-kanzlei.de

Veröffentlicht unter Recht, Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jun
11

Mehr Schein als Sein: der Markt für Cloud Computing

publiziert von Dr. Carlo Velten und Steve Janata, Senior Advisors bei der Experton Group

Nur knapp ein Drittel der IT-Anbieter, die sich mit dem Label „Cloud“ schmücken, bieten wirklich marktrelevante Leistungen in diesem Bereich an. Dies bringt die dritte Auflage des „Cloud Vendor Benchmark 2012“ an den Tag, den die Experton Group jetzt in seiner dritten Auflage veröffentlicht hat. Der neutrale und unabhängige Anbietervergleich gibt CIOs und IT-Managern einen detaillierten und differenzierten Überblick über die wichtigsten Cloud-Anbieter im deutschen Markt. Erstmalig wird der gesamte Cloud-Markt inklusive der Beratungsunternehmen und Systemintegratoren, die einen Großteil der Projekte in Deutschland realisieren, portraitiert. 

Über 350 IT-Provider in Deutschland schmücken sich mittlerweile mit dem Label „Cloud“. Die Spezialisten der Experton Group haben die Spreu vom Weizen getrennt und jene Unternehmen herausgefiltert, die wirklich über ein relevantes Angebot für den deutschen Markt verfügen. Am Ende sind 109 Anbieter mit einem ernstzunehmenden Produktportfolio in Bereich Cloud Computing übrig geblieben und im Benchmark berücksichtigt worden. Analysiert und bewertet wurde in insgesamt 16 Kategorien mit den Schwerpunkten Infrastruktur- und Plattformservices (IaaS), Technologie, Integration und Consulting sowie SaaS.

Im Bereich der IaaS wurde der Cloud Vendor Benchmark 2012 bei Analyse, Bewertung und Darstellung verändert, um die aktuelle Marktsituation widerzuspiegeln. „Hinsichtlich der Cloud-Betriebsmodelle – sprich der Art und Weise, wie die zugrundeliegenden IT-Infrastrukturstacks aufgebaut und betrieben werden – hat die betriebliche Realität mittlerweile die `reinen´ Visionen der Cloud-Pioniere eingeholt,“ so Dr. Carlo Velten, Senior Advisor der Experton Group und Co-Autor der Studie. „Gerade mittelständische und große Unternehmen wollen nur für bestimmte Workload-Klassen ihre Rechenleistung von Public IaaS-Plattformen beziehen. Meist besteht die klare Anforderung nach gemanagten Umgebungen, deren SLAs denjenigen des klassischen Enterprise Hostings ähneln.“

Diesem Trend folgend, hat sich der Markt für „Infrastructure-as-a-Service“ weltweit und vor allem in Deutschland weiter ausdifferenziert. Die zentralen Kriterien zur Unterscheidung der verschiedenen Betriebsmodelle sind damit die Frage nach der genutzten physikalischen Infrastruktur (Shared versus Dedicated) und nach dem Operations-Modell (Un-Managed Self-Service versus Managed Service mit Enterprise SLAs).

Diese Kriterien spiegeln sich auch in den angewandten IaaS- Bewertungskategorien wieder:

  • Public Cloud (Un-Managed, Shared Infrastructure vom Provider, Self Service, Standard SLA, Pay-as-you-go)
  • Managed Cloud (Managed Service, Shared Infrastructure vom Provider, Enterprise-Grade SLA)
  • Manage Private Cloud (Managed Service, Dedicated Infrastructure vom Provider, Enterprise-Grade SLA)
  • Private Cloud (Aufbau und Betrieb von individueller Cloud-Infrastruktur im eigenen RZ. bzw. Co-Location)  

Ein neuer Untersuchungs-Schwerpunkt im Cloud Vendor Benchmark 2012 ist der Bereich SaaS. Der Fokus wurde hierbei auf zentrale SaaS-Kategorien wie CRM, Collaboration, Webconferencing und ERP im Segment der kleinen Unternehmen, gelegt. „Dabei hat sich gezeigt, dass der Markt `echter´ SaaS-Lösungen mit multimandantenfähiger Architektur auf einer Shared Infrastructure und einem zentralen Release- und Patchmanagement, deutlich kleiner ist als angenommen“, konstatiert Steve Janata, Senior Advisor der Experton Group und Co-Autor der Studie. „Bei den meisten Angeboten im Markt handelt es sich lediglich um gehostete Instanzen von bestehenden On-Premise Versionen. Hier kann der Anwender mit Ausnahme der preislichen Flexibilisierung nicht von den zentralen Vorteilen eines Cloud-Modells profitieren“, fügt Janata hinzu.

Außerdem neu hinzugekommen sind die Bereiche Cloud Consulting und Integration. „In der neuen Studie wurde erstmals der gesamte Cloud-Markt inklusive Beratungsunternehmen und Integratoren in Deutschland analysiert und bewertet. In der aktuellen Marktphase spielen diese Unternehmen vor allem als Know-how-Lieferanten eine immer wichtigere Rolle. Der massive Mangel an qualifizierten Cloud-Fachkräften und an der notwendigen Erfahrung aus realisierten Projekten stellt Beratungsunternehmen und Systemintegratoren vor enorme Herausforderungen“, so Janata.

Mehr Informationen zum „Cloud Vendor Benchmark 2012“ sowie aktuellen Researchprojekten der Experton Group erhalten Sie unter:

Experton Group

Über die Autoren:
Steve Janata, Senior Advisor bei Experton GroupSteve Janata ist bei der  Experton Group als Senior Advisor tätig und verantwortet das Thema Channel Advisory. Schwerpunktmäßig unterstützt Herr Janata führende ICT-Anbieter bei der Planung und Umsetzung ihrer strategischer Channel- und Partnermarketingaktivitäten. Herr Janata ist Experte für Green-IT, Cloud Computing und Enterprise 2.0 und deren Auswirkungen auf die Veränderungen der ICT-Wertschöpfungskette.

Dr. Carlo Velten, Senior Advisor bei Experton Group AGDr. Carlo Velten ist bei der Experton Group AG als Senior Advisor tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beratung von IT-Anwendern und -Anbietern zu den Themen Social Media, Enterprise 2.0, Semantic Web, Cloud Computing und Suchtechnologien. Zudem berät Dr. Velten Beteiligungsgesellschaften bei der Auswahl, Bewertung und Management von Beteiligungen im ICT-Markt.

Kontaktdaten:
Dr. Carlo Velten
Steve Janata
Experton Group AG
Carl-Zeiss-Ring 4
85737 Ismaning

Telefon: +49 89 923331-0
E-Mail: info@experton-group.com

Veröffentlicht unter Diverses, Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Apr
5

Mittelstand bewertet Cloud-Nutzung zunehmend positiv

publiziert von Stefan Neitzel, Research Analyst der techconsult GmbH

Mehr als jeder dritte IT-Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen beurteilt den Einsatz von Cloud-Computing-Lösungen und -Modellen als vorteilhaft für sein Unternehmen. Dies ist das Ergebnis des HP Cloud Index aus dem vierten Quartal 2011. Der HP Cloud Index basiert auf einer vierteljährlichen Befragung, mit der techconsult und HP Deutschland die Rolle von Cloud Computing im deutschen Mittelstand untersuchen. Dazu werden im Rahmen einer langfristigen Studie jeweils 200 Unternehmen in mit 20 bis 2.000 Mitarbeitern zu ihrer Einschätzung und Nutzung von Cloud befragt.

In der Umfrage aus dem vierten Quartal 2011 gaben 16 Prozent der Befragten an, ihn ihrem Unternehmen bereits mit Cloud-Modellen zu arbeiten. Dies ist der höchste Einsatzgrad des Jahres 2011. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer sehen Vorteile für ihr Unternehmen im Einsatz von Cloud-Computing-Lösungen und -Modellen. Eine ähnliche Dynamik zeigt sich in der Bereitschaft, sich mit Cloud Computing auseinanderzusetzen. Dabei spielt die zunehmend bessere Cloud-Unterstützung durch Systemhäuser und IT-Dienstleister eine wesentliche Rolle.

Neben den Cloud-Einsatzgraden bewerten die Studienteilnehmer auch die Vorteile von Cloud-Lösungen und ihren individuellen Stand in Sachen Cloud-Fitness. Auf Basis dieser Daten ermöglicht der Cloud User Check (www.cloud-user-check.de) interessierten Anwenderunternehmen ein webbasiertes Self-Check-System zum Thema: den direkten Vergleich mit Unternehmen derselben Branche und Größenklasse und zugleich den Zugewinn an Erkenntnissen und Informationen über Cloud Computing.

Cloud Computing wird zunehmend zum Thema

Weiter zugenommen hat im Verlauf des vergangenen Jahres der Umgang mit Cloud Technologien. Nach dem sich abzeichnenden Trend werden sich voraussichtlich Ende 2012 schon mehr als die Hälfte der Mittelständler intensiv oder sehr intensiv mit Cloud Computing beschäftigen.

Besonders bemerkenswert ist der deutliche Rückgang jener Unternehmen, die sich bislang gar nicht mit der Cloud beschäftigt haben: Im zweiten Quartal 2011 gab noch nahezu jeder zweite befragte Mittelständler an, keinerlei Berührungspunkte zu Möglichkeiten und Chancen von Cloud Computing zu haben. Ein halbes Jahr später ist diese Gruppe auf ein Drittel geschrumpft. Den größten Anteil bilden derzeit Unternehmen, die sich nur oberflächlich mit der Cloud beschäftigt haben. Für diese Unternehmen hat sich häufig noch kein konkreter Anlass für die Evaluation einer Cloud-Nutzung ergeben. Oft fällt eine intensivere Auseinandersetzung mit innovativen IT-Lösungen und speziell der Cloud dem üblichen alltäglichen Zeit- und Ressourcenmangel zum Opfer.

Impulse kommen von der IT oder von Externen

Keine Überraschung ist, dass die Auseinandersetzung mit Cloud in aller Regel von der IT-Abteilung getrieben wird. Der Impuls für den Einsatz von Cloud-Computing-Modellen im Unternehmen geht meist auf die IT zurück, und logischerweise fungiert sie auch als Cloud-Kompetenzzentrum. In rund der Hälfte der Unternehmen, die die Cloud nutzen war die IT-Abteilung für deren Einführung verantwortlich und federführend.

Daneben übernehmen häufig auch externe Dienstleister oder über- beziehungsweise nebengeordnete Organisationseinheiten wie Konzernzentralen oder Shared Service Center die Rolle des Impulsgebers. Geschäftsführung und Fachabteilungen hingegen sind nur relativ selten treibende Kräfte für den Einstieg in die Cloud-Welt.

Lediglich wenn die IT die Erfordernisse der Fachabteilungen nicht erfüllt, greifen diese aus eigenem Antrieb und eigener Verantwortung auf Cloud-Dienste zurück. Indirekte Impulse für die Cloud-Nutzung kommen allerdings sehr wohl auch aus den Bereichen Geschäftsführung und Fachabteilung. Werden etwa veränderte Anforderungen an die Unterstützung der Geschäftsprozesse gestellt, neu geschaffene Unternehmensbereiche aufgebaut oder Kostensenkungsprogramme angeschoben, so kann dies in der IT als indirekter Impuls für die Auseinandersetzung mit Cloud-Optionen wirken. Nimmt die IT-Abteilung eine skeptische oder grundlegend ablehnende Haltung gegenüber Cloud Computing ein, bleibt in der Regel nur ein externer Partner als Impulsgeber.

Klar ist: Noch setzen sich Geschäftsführung und Fachabteilung nur oberflächlich mit innovativen IT-Lösungen auseinander, dies betrifft in noch geringerem Maße das Cloud Computing. Viele IT-Abteilungen sind derzeit stärker mit anderen IT-Themen wie der Umsetzung innovativer IT-Formaten wie der Virtualisierung beschäftigt als mit Cloud Computing. Allerdings: Der deutlich gestiegene Grad der Beschäftigung mit der Cloud lässt den Schluss zu, dass mittelfristig mindestens mit einer weiteren Annäherung an das Thema zu rechnen ist.

Über den Autor:
Stefan Neitzel ist Research Analyst bei dem Marktforschungs- und Strategieberatungsunternehmentechconsult. Er ist Projektleiter des IT Cloud Index – der Langzeituntersuchung zu Cloud Computing im deutschen Mittelstand und beschäftigt sich mit der Bedeutung von IT-Trendthemen und deren Nutzen für Anwenderunternehmen. Herr Neitzel berät ITK-Anbieter in den Bereichen Marktanalyse- und Wettbewerbsbetrachtungen sowie Go-To-Market Strategien und Sales-Optimierung.

Stefan Neitzel, Research Analyst der techconsult GmbHKontaktdaten:
Stefan Neitzel
Research Analyst
techconsult GmbH

Am Platz der Deutschen Einheit
Leipziger Str. 35-37
34125 Kassel

Telefon: +49 (0)561 8109-128
E-Mail: stefan.neitzel@techcconsult.de
Internet: http://www.techconsult.de/

Veröffentlicht unter Diverses, Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar