Schlagwort-Archive: Freiberufler


Mai
13

Zahlreiche Kontakte in Social Media – was bringt das dem Freiberufler?

publiziert von Alexander Meneikis, selbstständiger Betriebswirt, Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling

Welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt dem Freiberufler eine große Anzahl virtueller Kontakte?

Wie immer: Kommt auf viele Faktoren an. Zunächst kurz zu meiner Perspektive: Ich bin seit 1998 freiberuflicher Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling. Dies ist ein Geschäftsfeld, in dem vor allem ein hohes Maß an Vertrauen wichtig ist und das stärker auf fachlichen Skills basiert als auf der „Persönlichkeit“ als andere freiberufliche Bereiche.  Vor ca. 5 Jahren habe ich begonnen, meine eigenen Erfahrungen mit der Eigenwerbung als Freiberufler zu teilen, in Artikeln, Vorträgen und Podcasts.

Kontakte können vom Freiberufler oft erst im Nachhinein richtig bewertet werden

Bisher habe ich keine belastbare Methode gefunden, den wirtschaftlichen Wert eines Kontaktes vorherzusagen. Meinen ersten echten Freelancer-Auftrag zu einem realen Freelancer-Preis erhielt ich durch die Empfehlung einer Dame, mit der ich mich zwei Stunden lang über Katzen unterhalten hatte. Ein Kontakt aus der Provinz sorgte dafür, dass ein ansonsten desaströser Aufenthalt in Moskau doch noch lohnend wurde. Eine Unternehmerin, die auf mich zunächst etwas durchgeknallt wirkte, erwies sich als lukrative Business-Partnerin und war eine essenzielle Hilfe in einer Krise. Ein unauffällig wirkender Recruiter wurde zu einer starken Unterstützung für meine Bekanntheit.

Tendenziell ergeben sich wirtschaftliche Gelegenheiten eher mit Kontakten, die ich als Freiberufler aktiv, regelmäßig und bewusst pflege. Da Controlling ein sehr vertrauensintensives Geschäftsfeld ist, werden Aufträge an Freiberufler meistens nur nach ausführlichen Screenings und Verhören erteilt. Organisatorisch fast unmöglich, dies mit einer sehr großen Anzahl von Kontakten zu managen. Aber oft genug hat es sich ergeben, dass jemand einen Blog-Beitrag oder Podcast von mir mochte, oder jemand über diverse Ecken eine Empfehlung ausgesprochen hat, so dass ich wiederum gezielt ausführliche Gespräche führen konnte.

Übersicht über die Social Media Plattformen

Auf XING habe ich (Stand Mai 2013) über 1.600 Kontakte. Von 2009 bis 2011 habe ich recht wahllos Verbindungen gesammelt und kam so auf über 2.500. Manche davon schickten mir zahlreiche Einladungen zu Veranstaltungen, die mich kein bisschen interessierten. Ich erhielt ca. eine Einladung pro Stunde. Aber das ist der Preis eines großen Netzwerkes. Warum sollten mich Einladungen stören? Klick – und weg! Dafür hatte ich schließlich die Möglichkeit, meinerseits viele Leute einzuladen. Um Kontakte als Freiberufler gezielter pflegen zu können, löschte ich schließlich ca. 900 Verbindungen.

XING bleibt für mich die attraktivste Business-Plattform in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Trotz des benutzerunfreundlichen neuen Designs gibt es für mich keine bessere Plattform zum Recherchieren von Ansprechpartnern und zum substanziellen Austausch, der in vielen der wichtigen Gruppen immer noch stattfindet, weit ab vom Chat und nichtssagenden Geplapper in fast allen anderen Foren des Internets.

Facebook habe ich bisher als sozialen Chatroom erlebt, wo mehr oder weniger banale Nettigkeiten ausgetauscht werden. Viel Reklame, die sich an Endverbraucher richtet, aber kaum B2B. Für mich als Freiberufler nur am Rande interessant. Ich poste ab und zu Artikel und Podcasts von mir oder teile gelegentlich einen Cartoon.

Twitter scheint eine Frage der Strategie zu sein. Das Gezwitscher geht aus allen Richtungen in alle Richtungen. Ich habe zeitweise auf drei Accounts verschiedene Herangehensweisen getestet – viele Tweets, wenige Tweets, wahllos folgen, gezielt folgen. Es scheint lohnend zu sein, Abonnenten zu einem Thema zu finden, die man dann unaufdringlich informiert. Meine Tweets werden derzeit (Jan-Mai 2013) recht häufig re-tweetet.

Zu Google+ habe ich derzeit keine Meinung. Ich vermute, dass es sich mittelfristig vor allem zu einer Plattform für Nachrichtenaustausch entwickelt.

Am Ende ziehe ich persönlich das große Netzwerk vor. Ich akzeptiere die kleinen Ärgernisse, die kleinen Nervereien und die Handvoll Leute, die MLM und ähnlichen Unfug unermüdlich anpreisen. Ich erwarte als Freiberufler auch nicht den großen spontanen Reichtum aus dem großen Netzwerk. Ich versuche es meinerseits zu vermeiden, anderen auf die Nerven zu gehen.

VIEL ERFOLG!

Über den Autor

Alexander Meneikis, Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling. Selbständig seit 1998, seitdem über 50 lange und kurze Projekteinsätze weltweit, in deutscher und englischer Sprache.
Alexander Meneikis hält regelmäßig Vorträge und gibt Seminare zu Controlling-Themen, produziert Podcasts und schreibt für verschiedene online-Publikationen.

Alexander-Meineikis, selbstständiger Betriebswirt und Controller

Kontaktdaten:

think on your feet UG
(haftungsbeschränkt)
Hellbrookkamp 27, 22177 Hamburg

Telefon: 040/6979 5552 und 0175/245 2161
Internet: www.vertriebscontroller.com
E-Mail: toyf@menecont.de

 

 

 

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Mai
10

Umfrage: Zwischenbilanz Geschäftsjahr 2013

publiziert von SOLCOM Unternehmensberatung GmbH

In der Umfrage zu unserer aktuellen Marktstudie würden wir gerne von Ihnen erfahren, wie sich das erste Halbjahr 2013 bisher für Sie gestaltet hat. Hierzu möchten wir u. a. Aspekte wie die Projektauslastung und -wahl, aber auch die Entwicklung der Stundensätze als Fragestellungen heranziehen.

Die Ergebnisse stellen wir Ihnen in gewohnter Weise nach erfolgter Auswertung im Rahmen der nächsten Ausgabe des SOLCOM Online Magazins und auf unserem SOLCOM Freiberufler Blog zur Verfügung.

-> Zur Umfrage

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Mai
8

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

publiziert von Zvezdan Probojcevic, Leiter Marketing SOLCOM Unternehmensberatung GmbH

Im Zeitraum zwischen Dezember 2012 und April 2013 wurden 7.658 Abonnenten des SOLCOM Online Magazins befragt, wie diese ihre generelle Auslastung im Jahr 2012 rückblickend beurteilen. Gleichzeitig hatten wir sie gebeten, uns ihre Einschätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2013 zu nennen. In dieser Studie möchten wir Ihnen die aufschlussreichen Ergebnisse der Auswertung von 243 Teilnehmern zur Verfügung stellen.

Frage 1: Wie gut war Ihre Projektauslastung 2012?

Die gute konjunkturelle Entwicklung und die damit einhergehende Verknappung qualifizierter Fachkräfte hatte in 2012 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum eine weiterhin starke Auslastung freiberuflicher Experten im IT- und Engineering-Umfeld zur Folge. Vor allem der prozentuale Anteil gering ausgelasteter Freiberufler sank mit 2,3 Prozent auf ein niedriges Niveau. Gleichzeitig nahm der Anteil mit Auslastungsraten von 76 bis 100 Prozent um 13,9 Prozent zu. Rückläufig sind die Werte im Mittelfeld sowie im Top-Level-Bereich. Eine Erklärung hierfür kann aufgrund der starken Zunahme im Bereich 76 bis zu 100 Prozent eine Verlagerung der darunter bzw. darüber liegenden Gruppierungen sein.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Bei der Auswertung fand die Methode des summenerhaltenden Rundens keine Anwendung. Demnach kann der Gesamtwert der Anteile von 100 Prozent abweichen.

 

Frage 2: Der IT-Projektmarkt wird 2013 im Vergleich zum Vorjahr…

Nachdem die Zeichen für 2012 voll auf Wachstum standen, geben sich die Teilnehmer der diesjährigen Befragung hinsichtlich ihrer Einschätzungen bodenständiger. Knapp 60 Prozent rechnen mit einem konstanten Niveau für 2013. 37,1 Prozent der Teilnehmer und damit 14,7 Prozent weniger als im Vorjahr sind der Meinung, dass der IT-Projektmarkt im Vergleich weiter wachsen wird. Positiv zu bewerten ist, dass lediglich 3,3 Prozent der Befragten mit einem sich verringernden Markt rechnen, das sind 4,3 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Bei der Auswertung fand die Methode des summenerhaltenden Rundens keine Anwendung. Demnach kann der Gesamtwert der Anteile von 100 Prozent abweichen.

 

Frage 3: Die Stundensätze werden 2013…

Die Tendenz der vorangehenden Fragestellung spiegelt sich auch bei den Stundensätzen wieder. Während der Anteil der Studienteilnehmer, die sich für gleichbleibende Stundensätze aussprachen überproportional zunahm, ist der Wert in Bezug auf sinkende Stundensätze gegenüber dem Vorjahr auf 4,9 Prozent zurückgegangen. 30 Prozent gehen hingegen von steigenden Einnahmen aus, 14,9 Prozent weniger als noch in 2012.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Bei der Auswertung fand die Methode des summenerhaltenden Rundens keine Anwendung. Demnach kann der Gesamtwert der Anteile von 100 Prozent abweichen.

 

Frage 4: Wie beurteilen Sie Ihre persönlichen Projektchancen für 2013?

70,4 Prozent der befragten Teilnehmer schätzen ihre persönliche Aussicht auf ein Projekt unverändert ein. Demnach deutet auch bei dieser Fragestellung alles auf eine Stabilisierung des Marktes hin. 18,9 Prozent, das sind 17,7 Prozent weniger im Vergleich zu 2012, gehen von besseren Chancen auf ein Projekt aus, wohingegen 10,7 Prozent dieses Jahr eine schlechtere Auftragslage erwarten, was einem Rückgang um 1,6 Prozent entspricht.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Bei der Auswertung fand die Methode des summenerhaltenden Rundens keine Anwendung. Demnach kann der Gesamtwert der Anteile von 100 Prozent abweichen.

 

Frage 5: Welche Themen / Bereiche bieten Ihrer Meinung nach die größten Marktchancen in 2013? (Mehrfachnennungen möglich)

Bei dieser Fragestellung waren Mehrfachnennungen sowie zusätzliche Freitextantworten möglich. Wie bereits im Vorjahr gehen die meisten Teilnehmer davon aus, dass die größten Marktchancen in 2013 thematisch im Bereich Cloud Computing (44,2 Prozent) liegen. Business Intelligence liegt mit 32,6 Prozent deutlich abgeschlagen dahinter. Den dritten Platz bei der Einschätzung der Studienteilnehmer nimmt der Bereich des Prozessmanagements (30,2 Prozent) ein und verweist SAP mit 29,9 Prozent als Vorjahres-Dritt-Platzierten auf den vierten Rang. Das Ranking im Mittelfeld führen Mobility (25,6 Prozent), IT-Security (23,3 Prozent), Internet bzw. weborientierte Architekturen (21,5 Prozent) und Software as a Service (20,9 Prozent) an. Die letzten Ränge belegen nach Einschätzung der Teilnehmer Governance, Risk & Compliance (7,7 Prozent), Green IT (7,0 Prozent) sowie Unified Communications mit 4,7 Prozent. Die Möglichkeit, Freitextantworten zu hinterlegen, wurde lediglich marginal genutzt und wird aus diesem Grund nicht gesondert ausgeführt.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

6. Welche Branchen, glauben Sie, werden 2013 am stärksten wachsen? (Mehrfachnennungen möglich)

Bei dieser Fragestellung waren Mehrfachnennungen sowie zusätzliche Freitextantworten möglich. Die Mehrheit der befragten Teilnehmer sieht mit 39,2 Prozent die Energiebranche an erster Stelle, gefolgt von Dienstleistung (37,9 Prozent) sowie Telekommunikation (30,2 Prozent). Die im letzten Jahr noch erstplatzierte Automobilbranche findet sich dieses Jahr auf Platz vier mit 28,9 Prozent der Stimmen. Im oberen Mittelfeld befinden sich die Branchen Gesundheit sowie Transport und Logistik mit 27,9 Prozent gleichstark vertreten. Pharma (18,6 Prozent), Medien und Unterhaltung (16,3 Prozent) und Finanzen (14 Prozent) folgen dahinter. Auf die letzten drei Plätze wurden seitens der Studienteilnehmer die Investitionsgüterbranche (5,1 Prozent), das Bildungswesen (4,5 Prozent) und der öffentliche Sektor mit 3,8 Prozent verwiesen. Freitextantworten wurden nicht abgegeben.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Die Layoutversion dieser Marktstudie können Sie direkt mit Klick über untenstehendes Bild aufrufen. Weitere detaillierte Marktstudien der SOLCOM Unternehmensberatung GmbH finden Sie als pdf-Dokument auch zum Download unter http://www.solcom.de/de/download_marktstudien.aspx.

Marktstudie: Ausblick auf den Projektmarkt 2013

Über SOLCOM:
Auf Basis eines qualitätsgesicherten Expertenpools mit über 50.000 hochqualifizierten Spezialisten und seit 1994 gesammelter Erfahrung ist SOLCOM in der Lage, Spezialisten für alle Branchen und Technologien sowie für jede Position zur Verfügung zu stellen. Das Leistungsspektrum reicht von der partiellen Unterstützung über die Bereitstellung ganzer Expertenteams bis zum umfassenden „Third Party Management”. Die Arbeit von SOLCOM zeichnet sich vor allem durch Geschwindigkeit, Präzision und Marktübersicht aus. Bis dato hat das Unternehmen mehrere Tausend Projekte erfolgreich besetzt. Geschäftsführer von SOLCOM ist Dipl.-Kfm. Thomas Müller, Sitz des Unternehmens ist Reutlingen.

Zvezdan Probojcevic, Leiter Marketing SOLCOM Unternehmensberatung GmbHKontaktdaten:
Zvezdan Probojcevic
SOLCOM Unternehmensberatung GmbH
Schuckertstr. 1
72766 Reutlingen

Telefon: +49 – (0) 7121 / 1277 – 0
Telefax: +49 – (0) 7121 / 1277 – 490
E-Mail: z.probojcevic@solcom.de
Internet: www.solcom.de

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Mai
7

Freelancer: Zehn Schritte in eine erfolgreiche IT-Freiberuflichkeit

publiziert von Peter Brenner, Vorstandsmitglied BVSI e.V., Gutachter und Existenzgründungsberater

„Gründer sollten von Anfang an auf eine strategisch ausgerichtete Positionierung im Beratermarkt achten“, ist Existenzgründungsberater und Vorstandsmitglied im Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e. V. Peter Brenner überzeugt. Dazu gehört, dass sich der zukünftige Freelancer im Vorfeld einige Fragen stellt: Welche Themen kann und will er beraten? Wie kann sich der Selbständige den Freiberuflerstatus sichern und die Scheinselbständigkeit bzw. Rentenversicherungspflicht verhindern? „Zudem sollte er sich auch mit den Thema der Vertragsgestaltung hinsichtlich Haftung und Kundeschutz auseinander setzen“, ergänzt der Coach. Eine erfolgsversprechende Existenzgründung könnte nach Peter Brenner wie nachfolgend dargestellt verlaufen:

1. Step: Startposition

Bedingt durch Studienabschluss, Arbeitslosigkeit, Outsourcing oder auch als freiwilligen Schritt in die Selbständigkeit wird eine erste Geschäftsidee entwickelt. Zu klärende Fragen sind hier beispielsweise: Wo liegen meine Kernkompetenzen und wie stelle ich sie dar? Gibt es potentielle Klienten dafür? Was ist im Markt gefragt? Wie mache ich auf mich aufmerksam? Verfüge ich über genügend Kontakte? Bin ich bereit als Freelancer Marketing, Akquisition und Networking vorzunehmen?

2. Step: Persönliche Rahmenbedingungen checken

Wichtig für das Umsetzen einer Geschäftsidee als Freelancer sind deren Bewertung, die Feststellung der eigenen fachlichen Eignung und die Selbsteinschätzung des Gründers.

Nachfolgend einige Anregungen über die ein angehender Freelancer nachdenken sollte:

Verfügen Sie über eine Berufsausbildung, die zu Ihrer Geschäftsidee passt, oder haben Sie entsprechende Erfahrungen? Waren Sie vor der Gründung auch eigenständig und verantwortlich tätig? Sind Ihre Kenntnisse auf dem neusten Stand? Konnten Sie sich regelmäßig weiterbilden? Beurteilen Sie Ihre Fähigkeiten als überdurchschnittlich gut? Verfügen Sie mindestens über grundlegendes kaufmännisches Wissen? Haben Sie Erfahrung im Umgang mit Menschen? Macht Ihnen dieser Spaß?

3. Step: Business-Plan definieren

Ein solcher Plan gibt dem Gründungsvorhaben ein Fundament. Gleichzeitig ergeben sich bei dessen Erarbeitung neue Fragen für zukünftige Freelancer, die beantwortet werden sollten. Hier werden unter anderem die Fragen der Befähigung, der Art der Dienstleistung, der Finanzierung und vor allem des Kundenkreises beantwortet und festgelegt.

4. Step: Fördermittel nutzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine staatliche Förderung bei der Existenzgründung zu erhalten. Immer noch sehr beliebt und wirkungsvoll ist der Gründungszuschuss von der örtlichen Agentur für Arbeit. Dieser wird aber nur bei vorhergehender Arbeitslosigkeit gewährt. Hierfür ist die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle erforderlich. Eine solche Stelle kann zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer, ein Gründungszentrum oder ein anerkannter Existenzgründercoach sein. Der Gründungszuschuss ist unbedingt vor einer Gründung zu beantragen. Dafür ist ein Business-Plan notwendig. Beratungsleistungen bei der Vorbereitung einer Selbständigkeit vor der eigentlichen Gründung sind meist kostenpflichtig, wofür die Bundesländer jedoch Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe anbieten. Oft sind die Förderungen jedoch auch an bestimmte eigene Anbieter des jeweiligen Landes gebunden, eine freie Wahl eines Existenzgründerberaters ist so nicht möglich.

Beim Gründercoaching Deutschland der KfW können nach einer Gründung Zuschüsse für anfallende Coaching-Kosten beantragt werden. Diese betragen mindestens 50 Prozent, bei einer Gründung aus der Arbeitslosigkeit sogar bis zu 90 Prozent. In einem Existenzgründercoaching lassen sich häufige Probleme bei der Gründung lösen, einschließlich der Frage der Anerkennung als Freiberufler, sowie Themen wie Scheinselbständigkeit und Rentenversicherungspflicht. Sollte eine Förderung zeitlich nicht mehr möglich sein, hilft die Erstellung eines Gutachtens, um die Finanzbehörde von der Freiberuflichkeit eines Informatikers zu überzeugen. Gleiches gilt sinngemäß für die Deutsche Rentenversicherung Bund.

5. Step: Marketingbasis schaffen

Um die Außendarstellung des Gründers zu modellieren sind einige grundsätzliche Festlegungen zu treffen. Diese Basisdefinitionen sind nicht für alle Berater eine Selbstverständlichkeit, aber unabdingbar für einen erfolgreichen Marktauftritt als Freelancer. Hierzu gehören unter anderem die Erstellung eines aussagekräftigen Beraterprofils mit Schlüsselargumenten und Kernkompetenzen, die Ausrichtung der Honorarhöhe, die Festlegung des Einsatzgebietes, die Entscheidung über Direktaufträge und / oder Subunternehmerschaft, die Gestaltung des Internetauftritts, der Geschäftsaustattung und evtl. des Firmenlogos.

6. Step: Anmeldung bei den Behörden

Die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt im sogenannten Betriebserfassungsbogen und sollte sehr genau zu überdscht sein. Eine Ab- oder Anmeldung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ist nicht erforderlich. Wird der Freiberuflerstatus angestrebt ist die Anmeldung eines Gewerbes kontraproduktiv, da sonst zusätzlich zur Gewerbesteuer, Beiträge bei der IHK und Berufsgenossenschaft, doppelte Buchführung und Bilanzierungspflicht drohen: Der Verlust von Zeit und Geld. “Nach neueren Urteilen des Bundesfinanzhofes aus 2009 können auch Anwendungsentwickler unter bestimmten Umständen freiberuflich tätig sein. Sich vorab zu informieren lohnt sich deshalb“, ist Peter Brenner überzeugt.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund prüft in der Regel per Fragebogen, ob ein Berater scheinselbständig beziehungsweise rentenversicherungspflichtig ist. Bei negativem Ausgang sind Beiträge für maximal vier Jahre in Höhe von zirka 24.000. EUR zu entrichten. Das kann der Freelancer verhindern, indem er schon vorab im Gründercoaching Deutschland Strategien in Bezug auf diese Punkte festlegt. Damit ist sicher, dass keine weitreichenden Fehlersituationen entstehen. Gutachterliche Testate sind sehr wirkungsvoll, weil die Beamten kaum in der Lage sind, die drei Informatikkriterien zu bewerten.

7. Step: Optimales Netzwerken

„Es reicht nicht, sich als IT-Freelancer in den vielen Plattformen des Internets einzutragen wie zum Beispiel GULP. Dies sollte aber selbstverständlich sein“, so Peter Brenner. Wichtiger sei es, Kontakte aus der Vergangenheit aufzufrischen, sich als Berater auf Kongressen, Messen, Tagungen präsent zu zeigen und als Freelancer auf sich aufmerksam zu machen.

Heben Sie sich positiv von den Anderen ab, indem Sie auch die Möglichkeiten der Social Media-Plattformen und des Internet nutzen. Hierzu kann auch der Aufbau eines Mailingverteilers mit aktuellen Themen aus Ihrem Arbeitsbereich für Interessierte gehören, die Ihren Internetauftritt besucht haben. Wie wäre es mit einer Mitgliedschaft in einem Berufsverband, um dessen Vorteile für die eigenen Belange als Frelancer zu nutzen? Der BVSI e.V. bietet seinen Mitgliedern kostenlose Patenschaften in der Existenzgründung an und ermöglicht den Austausch unter Gleichgesinnten. Sie könnten auch Vorträge auf Kongressen und Messen zu ihren eigenen Themen halten, in denen Sie sich als Experte profilieren. Oder wie wäre ein Buch, das Sie selbst oder mit anderen umsetzen können?

8. Step: Unabhängigkeit von Vermittlern durch Direktaufträge

Vermittler reduzieren den Stundensatz eines Beraters um einen ein- bis sogar zweistelligen Prozentsatz. Dennoch wählen die meisten Informatiker diese Zusammenarbeit, auch um die eigene Akquise zu vermeiden. Denn vor allem sehr große Unternehmen setzen auf die Projektvermittler als Schnittstelle zwischen ihnen und dem Freelancer. Dennoch sollten auch Direktaufträge angestrebt werden. Vor allem mittelständische Unternehmen sind auf das Experten Know-how im IT-Bereich vermehrt angewiesen.

9. Step: Wissen ist Ihr Kapital!

Die ständige Aktualisierung und Fortentwicklung des Wissens und der Kompetenzen ist eine Pflichtaufgabe für jeden Berater und ein Schlüsselargument bei der Akquise. Projektdruck und die ohnehin geringe Freizeit verhindern dieses Vorhaben häufig. Das eigene Wissen veraltet jedoch und der Markt signalisiert dem Berater dieses Versäumnis mit fehlenden Aufträgen. Die Aneignung neuer Technologien und Nutzung von Fortbildungsmöglichkeiten sollten deshalb immer mit bedacht werden und einen Platz im Alltag des Freiberuflers haben. Durch Mailingaktionen, News auf der Homepage und die Information in verschiedenen Foren sollte der Freiberufler den Markt und seine zukünftigen Kunden zudem beobachten und sich neues Wissen für seine Zielgruppe aneignen.

10. Step: Optimieren Sie Ihre Selbständigkeit

Nach der Gründung gilt es kontinuierlich die bisherige Beratungskompetenz weiter zu entwickeln, Schwachstellen im eigenen Profil zu erkennen und zu beseitigen, sowie das Profil und den Marktauftritt zu analysieren und zu schärfen. Dazu sollte der Freelancer in nötigen Abständen immer wieder zwei Kernfragen genau beleuchten: Ist mein Honorar noch zeitgemäß? Welche neuen Beratungsthemen kann ich zusätzlich anbieten? Zusätzlich kann er jetzt steuerliche Modellierung vornehmen hinsichtlich Abschreibungen, Investitionen, Reisekosten und Ähnlichem.

Falls der Selbständige Gewerbetreibender ist, kann er nun auch prüfen lassen, ob eine rückwirkende Anerkennung als Freiberufler möglich ist. Dann winkt Erstattung der Gewerbesteuer zzgl. 6 Prozent Zinsen für vier Jahre rückwirkend. Zudem sollte eine spätere Betriebsprüfung vorbereitet werden, in dem der Freelancer die relevanten Unterlagen checkt. Hierzu gehört die Prüfung der Begrifflichkeiten auf der Homepage, der Rechnungen mit den Tätigkeitsnachweisen und den Inhalten der abgeschlossenen Verträge. Auch hierzu kann das Gründercoaching Deutschland der KfW genutzt werden.

Über den Autor: Peter Brenner, Vorstandsmitglied BVSI e.V., Gutachter und Existenzgründungsberater
Peter Brenner ist seit 1978 Informatiker und als Existenzgründungsberater / Coach sowie Sachverständiger im Bereich der Informatik tätig. Ausserdem ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Selbständige in der Informatik e.V. (BVSI) www.bvsi.de.

Kontaktdaten:
Sachverständigen-Kanzlei für Informatik
Brenner und Partner
Artilleriestr. 32a
51147 Köln

Telefon: 02203 / 6 91 61 oder 0172 / 5470892
Telefax: 02203 / 69 58 54
E-Mail: peterbrenner@t-online.de
Internet: www.svkanzlei.de

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Mai
3

Sechs Tipps für professionelles Telefonieren

publiziert von Tom Sperner, Online-Redakteur Bueroservice24.de

In der heutigen Zeit wird die Kommunikation zwischen Kunden und Firmen neben der E-Mail vor allem über das Telefon verwaltet. Damit sich beide Seiten in einer angenehmen Besprechung oder bei einer harmonischen Informationsübergabe wähnen, gilt es auch für Freiberufler einige Richtlinien zu berücksichtigen. So können Sie sich als Selbstständiger einen guten Start mit einem neuen Auftraggeber verschaffen und ihn unter Umständen durch Ihre Professionalität bereits durch das erste Gespräch von sich überzeugen sowie an sich binden.

1. Eine gute Vorbereitung ist auch für Freiberufler alles

Rufen Sie nicht wahllos alle Firmen an, die Sie im Telefonverzeichnis finden können. Ein spezieller Bezug zu Ihrem Beruf als Selbstständiger sollte schon existieren – was auch in so allseits benötigten Branchen wie der Werbeindustrie oder dem Rechtsbeistand zutrifft. Mit einer klugen Auswahl der Telefonpartner kann ein überzeugender Aufbau Ihres Gespräches viel einfacher realisiert werden. Und schon sind Sie bei solchen Fragen angelangt, welche die Intention des Anrufes klären, die Botschaft herauskristallisieren und die für den Anruf benötigten Dokumente bereitstellen sollen.

2. Die innere Einstellung überzeugt

Seien Sie von sich überzeugt. Mit einer positiven Ausstrahlung als Freiberufler wird auch der Zugang zum Gesprächspartner einfacher gelingen. Daher ist es auch ohne ein sichtbares Abbild seines Gegenübers wichtig, positive Mimiken oder Gestiken mit einzubinden. Mit einem freundlichen Lachen auf den Lippen wird Ihre Stimme automatisch als angenehmer empfunden.

3. Konzentration ist der Trumpf auf Ihrer Seite

Es ist wichtig, dass Sie den Anruf nicht nebenbei tätigen – schließlich geht es um Ihre selbständige Existenz als Freiberufler. Legen Sie den Fokus neben Ihrem Anliegen auf die Zwischenkommentare des Teilnehmers. Zeigen Sie ihm durch beiläufig passend platzierte Wörter, dass Ihnen seine Bedenken, Meinungen sowie Nachfragen am Herzen liegen. Des Weiteren sollten Sie Ihren potentiellen Kunden stets aussprechen lassen. Werfen Sie zudem selbst Fragen in das Gespräch, beteiligen Sie beide Seiten am Miteinander und können hier bereits Lösungen für eventuell anbahnende Probleme bieten.

4. Der Start in den Erfolg

Das Telefonat beginnt schon mit dem Anrufsignal an sich. Verschaffen Sie sich hierbei einen ausreichend großen Zeitraum und versuchen Sie Ihr Gespräch nicht zwischen Tür und Angel zu beginnen. Sollte es bei Ihnen klingeln, greifen Sie bitte nicht im Stress sofort zum Hörer, sondern gönnen Sie beiden Teilnehmern dieses Telefonates mit wenigen Klingelgeräuschen eine Vorbereitungszeit auf den Gedankenaustausch. Mit ein wenig Ruhe vor dem Start ist nicht nur jedem geholfen, Ihre ruhige Ausstrahlung wird Sie zudem als kompetenten Geschäftspartner präsentieren. So haben Sie als Freelancer vielleicht schon mit dem ersten Eindruck einen Neukunden gewonnen.

5. Die Aussprache schafft Klarheit

Versuchen Sie Ihren Mund vor dem Anruf mit etwas Flüssigkeit zu benetzen, um für eine gewohnt sichere Aussprache zu sorgen. Gelangen Sie dann in das Gespräch, sollten Sie bedächtig und mit aller Ruhe sprechen. Vermeiden Sie schnelle und hektische Reaktionen bei einer Zwischenfrage. Falls gleich zu Beginn des Telefonates die Nachfrage zu Ihrer Person getätigt wird, hat dies nicht unbedingt mit Ihrer schlechten Aussprache zu tun, sondern kann an dem abrupt gestarteten Gespräch liegen. Da Sie es als Freiberufler gewohnt sind, sich vorzustellen, können Sie es somit einfach wiederholen. Im verbalen Miteinander sind zudem Pausen sowie eine bedachte Wortwahl ein Bonus. Dann überfordern Sie Ihr Gegenüber weniger und setzen zu einem positiven Eindruck an.

6. Der rote Faden muss erkennbar sein

Wenn Sie das Gespräch nun fortführen, sollten Sie sich an dem im Vorhinein erarbeiteten Masterplan orientieren. Dieser beinhaltet einen groben Rahmen des Gespräches. Dabei hangelt sich der Freiberufler durch ein berufsbezogenes Skript. Nach der Vorstellung Ihrer Person geht es nunmehr um das Leistungsspektrum Ihrer Firma und somit den Grund Ihres Anrufes. Dabei sollte unbedingt ein Bezug zum Angerufenen hergestellt werden, damit er sich nicht als willkürlich herausgesucht fühlt. Dieser verbindende Punkt lässt sich meist sehr schnell durch die von ihm hergestellten Produkte oder Dienstleistungen herausfinden. Geben Sie nun die Gründe an, weshalb Sie als Freelancer für diesen Kunden wie geschaffen sind. Ermöglichen Sie dem Gesprächspartner hierbei auch Fragen zu stellen oder eine Antwort zu geben. Versuchen Sie in diesem Atemzug auf jeden Fall, Ihre Kontaktdaten gleich sofort per Telefon zu hinterlassen beziehungsweise die Option zu wahren, diese per Mail zuzusenden. In manchen Situationen ist ein auflegender Kunde ohne Auftragsabsichten, aber mit positiven Assoziationen zu Ihnen, dann noch lang kein verlorener Kunde. Und im anderen Fall haben Sie einen neuen Kunden!

Grundvoraussetzung für ein professionelles Verhalten am Telefon ist jedoch die eigene positive Einstellung zu Ihren Dienstleistungen/Produkten, Ihrer Tätigkeit, sich selbst und vor allem Ihren Gesprächspartnern und Kunden gegenüber. Über dieses Kommunikationsinstrument können Sie als Freiberufler erfolgreich Kundenakquise und -bindung betreiben, zumal etwa 70 Prozent aller Kundenkontakte über das Telefon stattfinden.

Über den Autor:Tom Sperner, Trust Agents Internet GmbH
Das bundesweite und professionelle Telefon-Sekretariat von Bueroservice24.de bietet einen zuverlässigen und persönlichen Sekretariatsservice und dies bei höchster Diskretion und Datensicherheit. Geschulte Fachsekretäre und –Sekretärinnen garantieren dabei eine ständige Erreichbarkeit für die Kunden und Geschäftspartner.

Kontaktdaten:
BSAG Bueroservice24 AG
Hermannstraße 9
20095 Hamburg

Telefon:  0800 – 8 885 885 (kostenfrei)
Telefax: 040-600385-130
E-Mail: info@bueroservice24.de
Internet: www.bueroservice24.de

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Apr
18

Reutax AG besteht auf Kundenschutz

publiziert von Anja Goritzka, Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. und freie Journalistin

Freiberufler aufgepasst: Insolvenzverwalter kann einstweilige Verfügung erwirken

Die insolvente Reutax AG will am vertraglich vereinbarten Kundenschutz festhalten. Dies meldet der Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. unter Berufung auf eine  „verlässliche Quelle“. Für das Unternehmen stelle dies einen Vermögensgegenstand dar, der für die – angeblich – interessierten Investoren wichtig sei, heißt es in der Mitteilung des BVSI. Außerdem müsse das Unternehmen beziehungsweise der Insolvenzverwalter dieses Vermögen des Unternehmens sichern.

Damit stellt sich die Frage, ob Freiberufler, die bislang über Reutax tätig waren nunmehr für ihren Kunden weiterhin auch ohne Einschaltung von Reutax arbeiten dürfen oder vielmehr Reutax ihnen dies verbieten darf.

Dazu der Justitiar des BVSI, Rechtsanwalt Dr. Benno Grunewald: „Sofern das Insolvenzverfahren eröffnet wird, was wohl Anfang Juni passieren soll, erlöschen sämtliche zwischen Reutax und dem Freiberufler geschlossenen Verträge „kraft Gesetz“. Ob über das Ende der Verträge hinaus ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot wirksam ist, hat mit der Insolvenz nichts mehr zu tun, sondern richtet sich nach den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen, die im Einzelfall zu prüfen sind.“ So lange aber ein Vertragsverhältnis bestehe, gelte dies nicht.

Jeder Freiberufler sollte daher prüfen, ob er eine Chance hat, seinen Vertrag fristlos zu kündigen. Beachtet werden sollte ferner, dass der Insolvenzverwalter grundsätzlich die Möglichkeit hat, eine einstweilige Verfügung zu erwirken, die dem Freiberufler eine Tätigkeit für den Kunden – zumindest vorübergehend – untersagt.

„Gegen dieses Risiko hilft eine Schutzschrift“, so Dr. Benno Grunewald weiter. Diese kann den Freiberufler gegen den Erlass einer einstweiligen Verfügung und damit gegen das unmittelbare Verbot des Tätigwerdens für den Endkunden schützen. Eine Schutzschrift sollte deshalb durch einen Rechtsanwalt erstellt werden und vorweggenommen alle Argumentation des möglichen Rechtstreit enthalten. Zudem sollte sie allen in Betracht kommenden Gerichten – meist das Landgericht am Sitz des Vermittlers und am Wohnort des Freiberuflers, darüber hinaus auch dem Landgericht, an dessen Ort das Projekt stattfindet – vorgelegt werden. Diese werden die Schutzschrift registrieren und archivieren.

Bei Rückfragen zur juristischen Lage der IT-Freelancer in der Reutax-Insolvenz steht Ihnen gerne der Jurist des BVSI Dr. Benno Grunewald unter www.dr-grunewald.de zur Verfügung.

Seit 1997 vertritt der Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. freiberufliche IT-Experten in beruflichen, fachlichen und wirtschaftlichen Belangen. Mitglieder des BVSI haben Anspruch auf eine jährliche Rechtsberatung, die mit ihrem Jahresbeitrag bereits abgedeckt ist. Der BVSI bietet den Selbständigen darüber hinaus nahen Austausch unter Gleichgesinnten sowohl virtuell über die eigene Internetseite und Social Media-Angeboten wie xing aber auch über direkte Treffen. Neueinsteiger unterstütz der BVSI mit einer Patenschaft. Diese enthält zum Beispiel Beratung zu den Themen Recht und Steuern, Existenzgründung und Marketing. Erfahrene BVSI-Mitglieder unterstützen als Paten eine Zeit lang die IT-Existenzgründer mit Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag.

Über die Autorin:
Anja Goritzka ist seit August 2012 Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V.  Darüber hinaus ist sie als freie Journalistin in Nordostdeutschland für unterschiedliche Medien tätig.

Seit 1997 vertritt der BVSI e.V. bundesweit freiberufliche IT-Experten in beruflichen, fachlichen und wirtschaftlichen Belangen. Hierzu gehört unter anderem die Förderung der Mitglieder auf technischen, kaufmännischen und organisatorischem Gebiet.

Anja Goritzka, Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. und freie JournalistinKontaktdaten:
Anja Goritzka
Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V.
Hallingstraße 10
25348 Glückstadt

Telefon: 01525/ 40 890 31
E-Mail: pr@bvsi.de
Internet: www.bvsi.de
Twitter: http/twitter.com/#!/BVSI

 

 

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Apr
4

Freiberufler oder Gewerbetreibender?

publiziert von Anja Goritzka, Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. und freie Journalistin

Der Weg in die Selbstständigkeit ist mit viel Vorarbeit und Klärungsprozessen gepflastert. So sollte unter anderem geklärt werden, ob man als Freiberufler oder als Gewerbetreibender einzustufen ist. Denn das hat erhebliche Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung durch das Finanzamt – und damit finanzielle Folgen.

Ein Blick ins Gesetzbuch hilft dem juristischen Laien oft nur ansatzweise weiter – für eine wirklich realistische Einschätzung taugt er nicht zwingend. Damit Freiberufler sich in dieser Frage nicht auf allzu schwankendem Boden bewegen müssen,  hat das Institut für Freie Berufe (IFB) in Nürnberg schon 2006 ein Schema zur ersten Einordnung veröffentlicht. Dieses Schema basiert zum einen auf § 18 des Einkommenssteuergesetzes (EStG), dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG), § 1 Abs. 2, und einem vom IFB erarbeiteten Fragenkatalog mit 17 Fragen. Damit ist eine erste eigene Einschätzung – Freiberufler oder nicht – möglich.

Freiberufler laut Gesetz?

Das EStG unterscheidet im §18 Abs. 1,1 drei freiberufliche Tätigkeitsgruppen: Katalogberufe, ähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe. Fallen Sie unter eine dieser Kategorien, Sie gelten als Freiberufler. Vorteil: Für Sie fällt in der Regel keine Gewerbesteuer an, und auch auf eine Anmeldung als Gewerbe können sie verzichten.

Allerdings: Eine förmliche Anerkennung als Freiberufler durch die Finanzbehörden gibt es nicht. Sie müssen stattdessen ihre Freiberuflichkeit nachweisen. Das ist möglich über Referenzen, Zeugnisse und Verträge mit Auftraggebern. Zudem muss der Arbeitsschwerpunkt im Katalogberuf beziehungsweise in den Katalogberufen ähnlichen Bereichen liegen.

Alte Schubladen für neue Inhalte

Machen wir uns nichts vor: Die meisten Berufe im IT-Bereich sind vom Paragrafen 18 des EStG nicht abgedeckt. Die neuen Berufe der Branche passen einfach nicht in die alten Schubladen der Finanzämter. Grafiker zum Beispiel fallen als künstlerisch Tätige unter § 18 des EStG, Webdesigner jedoch nicht.

Hilfreich kann folgender Hinweis sein: Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) ist man als Systemanalytiker in der Regel Freiberufler, da dieser Beruf dem eines Ingenieurs ähnlich ist. Auch ein Selbstständiger, der sich mit Systemsoftware beschäftigt, gilt gemeinhin als Freiberufler, nicht jedoch ein Anwendungsprogrammierer.

Es ist wie immer im Verwaltungsapparat: Anstatt die Schubladen zu ändern, müssen immer noch die Gerichte mühsame Einzelfallentscheidungen treffen. Grund genug, sich schon vor dem Schritt in die Selbstständigkeit als Freiberufler Gedanken über dieses Thema zu machen und sich im Zweifel von professionellen Sachverständigen beraten zu lassen.

Der Fragenkatalog des IFB

Neben dem Gesetzestext und den oben genannten Hinweisen dient der folgende Fragenkatalog des IFB zur genaueren Einschätzung:

1.   Sind Sie wirtschaftlich selbstständig?
2.   Erfüllen Sie Ihre Aufgaben unabhängig von Weisungen?
3.   Tragen Sie das unternehmerische Risiko und die Kosten der Arbeitsausführung?
4.   Ist Ihre Arbeitszeit nach Dauer, Beginn und Ende durch Auftraggeber bindend festgelegt?
5.   Sind Sie unmittelbar in den Arbeitsablauf und die Organisation von Auftraggebern integriert?
6.   Können Sie für Ihre Tätigkeit eine besondere berufliche Qualifikation nachweisen?
7.   Erbringen Sie geistig-ideelle Leistungen?
8.   Besteht zu den Leistungsnehmern ein gegenseitiges und auf Dauer angelegtes Vertrauensverhältnis?
9.   Ist dieses Vertrauensverhältnis auf einer freien Wahlentscheidung der Leistungsnehmer begründet?
10. Erbringen Sie die Leistungen persönlich?
11. Sind Sie eigenverantwortlich tätig?
12. Sind Sie in Ihrem Unternehmen leitend tätig?
13. Arbeiten Sie fachlich unabhängig?
14. Sind Sie wissenschaftlich tätig?
15. Sind Sie künstlerisch tätig?
16. Sind Sie schriftstellerisch tätig?
17. Sind Sie unterrichtend und/oder erziehend tätig?

Das Einordnungsschema des IFB

Grafik: Freiberufler oder Gewerbetreibender?


Über die Autorin:
Anja Goritzka ist seit August 2012 Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V.  Darüber hinaus ist sie als freie Journalistin in Nordostdeutschland für unterschiedliche Medien tätig.

Seit 1997 vertritt der BVSI e.V. bundesweit freiberufliche IT-Experten in beruflichen, fachlichen und wirtschaftlichen Belangen. Hierzu gehört unter anderem die Förderung der Mitglieder auf technischen, kaufmännischen und organisatorischem Gebiet.

Anja Goritzka, Mitarbeiterin für PR & Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. und freie JournalistinKontaktdaten:
Anja Goritzka
Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V.
Hallingstraße 10
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E-Mail: pr@bvsi.de
Internet: www.bvsi.de
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