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Mai
14

Wirtschaftsauswirkungen auf den SAP Markt

publiziert von Dieter Brencher, Leiter des SAP-Arbeitskreises (DSAK) im BVSI

SAP-Freiberufler und die Krise – wie wirkt sich die wirtschaftliche Entwicklung auf den SAP Freiberuflermarkt aus? Welche Module sind besonders gefragt und wie sieht die weitere Perspektive aus? Mehr dazu im Interview mit Herrn Dieter Brencher, Leiter des SAP-Arbeitskreises (DSAK) im BVSI (Bundesverband Selbständige in der Informatik e.V.)

Wie wirkt sich die gegenwärtige Krise auf den SAP-Freiberuflermarkt aus?

Genauso wie in den Jahren nach dem 11. September 2001 beobachten wir, dass mehr Freiberufler auf der Suche nach Projekten sind und gleichzeitig weniger Projekte angeboten werden. Dabei trifft es den SAP-Bereich generell nicht so hart wie zum Beispiel den breiter besetzten Markt der Java-Programmierung. Dennoch beobachten wir auch bei der SAP-Beratung eine rückläufige Entwicklung der Stundensätze. SAP-Berater sind sicher gut beraten, übergangsweise auch Projekte mit niedrigerem Salär anzunehmen, als kein Projekt zu haben. Die Zeiten, die Preise nach oben zu schrauben, sind momentan nicht gegeben.

Der SAP-Markt ist stark diversifiziert. Wie ist die Nachfrage nach den verschiedenen SAP-Modulen?

Die Nachfrage nach verschiedenen SAP-Modulen war und ist wie immer unterschiedlich. Weiterhin ist der Markt im Umfeld von SAP Business Warehouse, Business Objects, den klassischen Finanzmodulen und der SAP Basis nur bedingt rückläufig. Hier zählen jedoch nicht nur das technische Wissen, sondern neben dem Preis auch die gern genannten „Soft Skills“. Doch auch an diesen kann man intensiv in Fortbildungen arbeiten.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Projektlage?

Auch in den vergangenen (guten) Jahren war es so, dass Projekte oft erst im zweiten Quartal vergeben wurden und so besteht Hoffnung, dass die Lage nicht so schlecht ist, wie sie dem einen oder anderen Berater, der momentan ohne Projekt ist, erscheint.

Sehen Sie Chancen in der Krise?

Ja, auf jeden Fall. So stellen namhafte Unternehmen im Augenblick vor allem große, teure Beratungshäuser auf den Prüfstand und erneuern die Verträge mit diesen nicht. Da das Geschäft jedoch weiterläuft, versucht man günstigere Wege zu gehen. Dies funktioniert in der Regel über Dienstleister, die sich auf die Vermittlung von externen Mitarbeitern spezialisiert haben und gegenüber den großen Beratungsunternehmen erheblich günstiger agieren können. So sind um bis zu 50% günstigere Stunden- oder Tagessätze gegenüber dem Endkunden möglich – bei gleichbleibender Qualität für den Endkunden und unveränderter Entlohnung für den Freiberufler. So besteht die Chance für Freiberufler, gezielt über diese Dienstleister an attraktive Projekte zu gelangen.

Wie sollten sich IT-Freiberufler wappnen, um in Krisenzeiten nicht unterzugehen?

Der BVSI und der SAP-Arbeitskreis investieren seit Jahren in SAP Trainings-Systeme, die in diesen schwierigen Zeiten mehr genutzt werden. Leider haben wir Folgendes beobachtet: Je besser die Auftragslage war, desto geringer wurde das Interesse an Fortbildungen. Nachdem sich jetzt wieder mehr Realismus breit macht, wollen sich viele Berater ganz schnell weiterbilden, um sich besser zu vermarkten. Dies ist ein ähnliches Verhalten, wie wir es momentan in der Politik und Wirtschaft beobachten können. Defizite, die sich über Jahre aufgebaut haben, können nicht mit kurzfristigen Einmal-Investitionen abgebaut werden, sondern hätten kontinuierlich mit Weiterbildungen und Investitionen in das eigene Leistungsspektrum vermieden werden können. Der DSAK bietet – neben der Möglichkeit, sich gemeinsam mit Kollegen in SAP weiterzubilden – auch qualifizierte Fortbildungen an. Besser spät als nie, doch auch im Beratermarkt gilt, dass antizyklisches Verhalten zum langfristigen Erfolg führt.

Wie können SAP-Freiberufler vom SAP-Arbeitskreis profitieren?

DSAK-Mitglieder können verschiedene SAP-Trainingsumgebungen für die Weiterbildung nutzen. Den Zugriff auf SAP-Systeme und auf ein internes Portal sehen viele Mitglieder als Wettbewerbsvorteil. Außerdem gibt es auf den SAP-Arbeitskreistreffen die Möglichkeit zur Fortbildung und zur Pflege des beruflichen Netzwerkes. Der SAP-Arbeitskreis (DSAK) wurde 1999 als BVSI-Arbeitskreis gegründet und hat zur Zeit etwa 100 Mitglieder. Über die momentan aktuellen Fortbildungsmöglichkeiten sowie den Nutzen, sich im Verband und im DSAK zu engagieren, informieren unsere Webseiten www.bvsi.de und http://www.dsak.info.

SAP-Arbeitskreis-Tagung am 16. Mai 2009 in Frankfurt

Die nächste SAP-Arbeitskreis-Tagung findet am 16. Mai 2009 in Frankfurt statt. Auf dem Programm stehen u. A. Kurzvorträge zu den Themen „SAP BI IP“, „virtuelle Maschinen (VM Ware)“ und „IS-U Module“. Wer sich für den DSAK interessiert, ist eingeladen, hier einmal die Arbeitskreis-Atmosphäre zu schnuppern. Bei Interesse an dieser kostenfreien Veranstaltung wird um Anmeldung unter office@bvsi.de in der Geschäftsstelle des Berufsverbandes Selbständige in der Informatik gebeten.

Über den Autor:
Herr Dieter Brencher ist Leiter des SAP-Arbeitskreises (DSAK) im BVSI (Bundesverband Selbständige in der Informatik e.V.)

Dieter Brencher, Leiter des SAP-Arbeitskreises (DSAK) im BVSIKontaktdaten:
Dieter Brencher
Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e. V.
Hallingstraße 10
25348 Glückstadt

Telefon: 04124-60 50 87
Telefax: 04124-60 50 75
E-Mail: office@bvsi.de
Internet: www.bvsi.de

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Nov
12

Finanzkrise: Auswirkungen auf den IT-Projektmarkt

publiziert von Herr Dr. Dirk Bisping, Vorsitzender des BVSI e.V.

Längst ist die Finanzkrise auch bei uns in Deutschland angekommen. Die Medien berichten fortlaufend über neue Ausmaße der Krise und deren Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Denn inzwischen ist nicht mehr nur die Finanzwirtschaft betroffen. Auch auf dem IT-Projektmarkt ist die Rezession in einigen Branchen deutlich spürbar. Bereits jetzt werden erste Projekte aufgeschoben oder ganz gestrichen. Viele IT Spezialisten blicken besorgt auf das kommende Jahr 2009. Doch wie sehr wird der Projektmarkt im kommenden Jahr von der Finanzkrise wirklich getroffen?

Wir haben Herrn Dr. Bisping, den Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Selbständige in der Informatik (BVSI) gefragt, wie er die aktuelle Lage beurteilt und welche Chancen und Risiken er für die kommenden Jahre sieht.

SOLCOM: Herr Dr. Bisping, die Finanzkrise hat die internationalen Märkte und damit auch viele global vernetzte (deutsche) Unternehmen teils schwer getroffen. Leiden der IT-Projektmarkt und die IT-Freiberufler mittlerweile auch unter den Auswirkungen der Krise?

Dr. Bisping: Auf jeden Fall. Besonders deutlich werden die Auswirkungen auf den Projektmarkt dadurch, dass die Kunden im Allgemeinen zurückhaltender geworden sind. Budgets werden eingefroren, Projekte werden gestoppt. In einigen Branchen passiert dies sogar auffällig oft.

SOLCOM: Welche Branchen sind das?

Dr. Bisping:
Der Projektmarkt in der Automobilbranche leidet derzeit enorm. Beim BVSI melden sich immer wieder Mitglieder, deren Projekte aufgeschoben oder komplett gecancelt wurden. Viele gute Jobs sind mittlerweile weggefallen und der Projektmarkt erlebt hier derzeit eine Rezession ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung. Ich denke, dass die Krise hier noch 2009 und vielleicht auch noch 2010 deutlich spürbar sein wird.

SOLCOM:
Sieht es denn derzeit in anderen Branchen besser aus?

Dr. Bisping: Einige Branchen werden sehr wahrscheinlich deutlich schneller wiederbelebt werden. Nehmen wir einmal die Finanzbranche. Die Banken haben gewisse Zwänge, was ihre IT-Infrastruktur angeht. Auch in Zeiten der Rezession muss hier alles auf dem neuesten Stand sein. Hinzu kommt, dass Banken immer öfter fusionieren werden und ihre Prozesse dadurch aufeinander abstimmen müssen. Dadurch entsteht ein Handlungsdruck für die Banken, da sie beispielsweise nicht zwei Verwaltungen oder zwei Marketingabteilungen finanzieren werden. Hier müssen Systeme zusammengelegt werden und dies werden weiterhin hochqualifizierte IT-Freiberufler erledigen.

SOLCOM: Könnten aus der Finanzkrise vielleicht sogar Chancen für selbstständige IT-Berater entstehen?

Dr. Bisping:
Da bin ich zuversichtlich, ja. Sobald sich der Markt etwas entspannt hat, werden die Unternehmen sich damit beschäftigen, wie die Finanzkrise innerhalb kürzester Zeit solche Auswirkungen hinterlassen konnte. Sie werden also auf Fehlersuche gehen. IT-Freiberufler könnten dann eine besonders wichtige Rolle einnehmen, da sie beispielsweise Berichtssysteme entwickeln können, die den Unternehmen zu Zeiten der Krise offenbar gefehlt haben. Chancen können für IT-Spezialisten aber eben auch dadurch entstehen, dass auch die IT-Strukturen entsprechend angepasst werden müssen, wenn Unternehmen wirtschaftlich schrumpfen.

SOLCOM: Wie lange wird es dauern, bis sich die Märkte entspannt haben?

Dr. Bisping: Das ist natürlich schwer zu sagen. Ich denke jedoch, dass die Unternehmen ihre momentane Unsicherheit und daraus resultierende Zurückhaltung bei Investitionen mittelfristig ablegen können und dann auch wieder verstärkt für Aufträge im IT-Projektmarkt sorgen werden. So lange bleibt die Lage allerdings weiterhin schwierig.

SOLCOM:
Besteht bei den BVSI-Mitgliedern Furcht vor Rückschlägen durch die Finanzkrise?

Dr. Bisping: Nein, wahre Furcht kommt noch nicht auf. Die freiberuflichen IT-Spezialisten merken natürlich, dass die Situation am Markt sich verändert. Nehmen wir beispielsweise SAP-Berater: Sie haben immer gut bezahlte Jobs gefunden und waren gut ausgelastet. Angesichts der sinkenden Investitionsbereitschaft der Kunden jedoch wird nun wieder härter verhandelt. Die Kunden stehen auf der Sparbremse und entscheiden wieder mehr nach dem Preis. Grundsätzlich stellen wir beim BVSI leichten Pessimismus für die Zukunft fest.

SOLCOM: Hat der BVSI mit der Krise gerechnet?

Dr. Bisping: Aus Erfahrung wussten wir natürlich alle, dass die Situation nicht immer so positiv wie in den vergangenen Jahren bleiben würde. Wir haben unsere Mitglieder darum bereits in der Vergangenheit auf schwere Zeiten eingestellt. Wie es dem Markt geht, merken wir durch die Besucherzahlen auf unseren Vorträgen und Seminaren: Läuft es für die Freiberufler gut, haben wir weniger Besucher; läuft es schlecht, sind die Säle voll. Wir haben damals gesagt, dass sich die IT-Berater das Geld aus den guten Jahren zurücklegen sollten, da wir schlechte Zeiten vermuteten.

SOLCOM: Was sollten Freiberufler im Hinblick auf das Jahr 2009 jetzt unbedingt tun?

Dr. Bisping: 2009 wird ein schwieriges Jahr für uns alle. IT-Freiberufler sollten aber trotzdem nicht die Ruhe verlieren. Um erst einmal Sicherheiten zu schaffen, sollten sie sorgsam mit ihren finanziellen Mitteln umgehen. Das heißt: Reserven anlegen und laufende Kosten reduzieren. Darüber hinaus ist es nun wichtig, das eigene Profil zu überprüfen. Die wichtigen Selektionskriterien sollten überprüft und aktualisiert werden. Die Erweiterung der eigenen Skills ist auch jetzt wieder besonders wichtig. IT-Spezialisten sollten sich beispielsweise im Schnitt 2 Tage pro Monat Zeit für Schulungen nehmen, in denen die bereits vorhandenen Skills immer wieder erneuert und verbessert werden können. Das ist besonders in diesen schwierigen Zeiten sehr wichtig, um sich von der Masse abzuheben.

SOLCOM:
Herr Dr. Bisping, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Über den Autor:
Herr Dr. Dirk Bisping ist Vorsitzender des Berufsverbandes Selbstständige in der Informatik (BVSI). Der Unternehmensberater ist verantwortlich für die operative Verbandsführung, Programmplanung und Lobbyarbeit. Unter www.bvsi.de bietet der Berufsverband auch selbst Schulungen und Weiterbildungen an.

Dirk BispingKontaktdaten:
Berufsverband Selbständige in der Informatik e. V.
Herr Dr. Dirk Bisping
Hallingstr. 10
25348 Glückstadt

Telefon: 04124 / 60 50 87
Telefax: 04124 / 60 50 75
E-Mail: office@bvsi.de
Internet: www.bvsi.de

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