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Jul
10

Freude oder Resignation – was bringt Windows 8?

publiziert von Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton Group

Einige Ankündigungen rund um Windows Phone 8 und Windows 8 hat Microsoft unlängst in die Öffentlichkeit gebracht – im Kern mal mehr, mal weniger gutes Marketing. Von einem umfassenden Bild der künftigen Produkte allerdings kann noch keine Rede sein. Zu viele wichtige Informationen für Unternehmen, die sie einsetzen wollen, fehlen noch. Davon ausgehend, dass Windows 8 im Oktober auf den Markt kommen soll, ist die Zeit der Vorbereitung und Entscheidungsfindung schon bedenklich kurz.

Nachfolgend Informationen zu den wichtigsten bekannten Punkten und eine Kommentierung dazu. Zwei kurze erklärende, bewertende und argumentierende Abrisse geben einen Überblick. Abriss 1 macht sich den Blickwinkel des unbekümmerten Schönsehers zu eigen, in Abriss 2 kommt der Effizienz orientierte Skeptiker zu Wort. Auf diese Weise sollen mögliche gegensätzliche Wahrnehmungen deutlich werden.

Abriss 1: Der unbekümmerte Schönseher sagt: „Haben wollen“

Microsoft hat mit einem Paukenschlag der gesamten IT-Branche gezeigt, was der Konzern zu leisten imstande ist. Dabei hat das Unternehmen alles richtig gemacht. Mit eigener Hardware für Windows 8, den kommenden Stern am Betriebssystem-Himmel, schafft Microsoft ein entsprechendes Umfeld, das den Fähigkeiten und dem Grundgedanken der neuen Produktgeneration entgegen kommt. Die „Surface“ getaufte Produktreihe kombiniert erstmalig das hauseigene Betriebssystem mit selbstentwickelter Hardware. Software und Hardware inklusive Design kommen aus einer Hand. Dass Microsoft die Kompetenzen hierzu hat, hat der Konzern in den vergangenen Jahren durch die erfolgreiche Positionierung der Xbox360 umfassend bewiesen.

Die zwei Varianten von Surface unterscheiden sich deutlich in Ausstattung und Zielmarkt. So wird es ein Surface-Tablet geben, das auf Windows RT als Grundlage setzt. Windows RT wiederum ist eine Windows-8-Edition für ARM-basierte Tablets. Dieses Tablet wiegt 676 Gramm und ist nur ganze 9,3 Millimeter dünn. USB-Port, Micro-HD-Video-Ausgang und microSD zählen ebenso zu den Highlights wie die Office-Applikationen der kommenden Generation (Office 15 Apps) und unterschiedliche Touch Cover. Die Touch Cover sind Tastaturen, die magnetisch mit dem Tablet verbunden werden.

Touch und digitale Tinte

Die zweite Variante des Surface-Tablets arbeitet mit Windows 8 Pro als Betriebssystem und läuft mit einem x86-Prozessor von Intel. USB 3.0 und Mini DisplayPort Video gehören zu zentralen Features. In dieser Variante verfügt Surface über zwei Digitizer statt wie die meisten Tablets nur über einen einzigen: einen für Touch, einen für digitale Tinte. Das Dreigestirn Touch, Tastatur und Pen versetzt den Anwender in die Lage, seinen individuellen Anforderungen und Wünschen an Interaktion mit einem IT-System gerecht zu werden.

Den etablierten OEMs hat Microsoft damit gezeigt, wie sich durch Ingenieurskunst und visionäre Stärke differenzierende Produkte schaffen lassen. Die etablierten Vermarkter von Hardware, die nicht nur regelmäßig die Assemblierung durch Dritte organisieren, sondern auch immer häufiger Forschung und Entwicklung auslagern, haben es auf der Computex versäumt, differenzierende und wirklich neue Ideen zu präsentieren. Einerseits unterwarfen sie sich dem durch Intel initiierten Ultrabook-Trend, auf der anderen Seite präsentierten sie austauschbare Tablet-Klone.

Die OEMs sollten sich bewusst sein: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ist die Produktdifferenzierung – wie im Markt der iPad-Klone – gering, orientieren sich die Kunden an immateriellen Entscheidungskriterien wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Eine Vielzahl der OEMs kann hier nicht punkten.

Innovativ und cool

Microsoft ist deshalb einen richtigen und wichtigen Schritt gegangen und hat für Privatanwender wie Anwenderunternehmen ein Zeichen in Sachen Innovationskraft und Coolness-Faktor gesetzt. Es ist damit gelungen, die Aufmerksamkeit und das Interesse auf sich zu ziehen und mit Innovationen zu punkten.

Surface bietet Privatanwendern und Entscheidern in Unternehmen ein durchdachtes Konzept aus Hardware und Software, das die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse durch Applikationen umfassend erfüllen kann.

Aber der US-Riese punktete in der vergangen Woche nicht nur mit Surface. Auch für die kommende Generation des Betriebssystems für Smartphones hat Microsoft Antworten parat. Windows Phone 8 überzeugt über eine abermals verbesserte Bedienerschnittstelle durch eine noch flexiblere Nutzung der interaktiven Kacheln. Damit differenziert es sich weiterhin stark vom Android- und iPhone-Einerlei. Die Abkehr vom CE-Kernel führt zu einer weiteren Annäherung an andere Windows-Formfaktoren und damit an ein noch konsistenteres Bedienerlebnis.

Abriss 2: Der Effizienz orientierte Skeptiker sagt: „Viel Lärm um wenig“

Surface soll etwas ganz Neues sein. Angesprochen werden mit den unterschiedlichen Geräten der Surface-Reihe Privatanwender wie professionelle Nutzer in Unternehmen. Die Profi-Variante läuft mit Windows 8 Pro. Diese Edition der kommenden Betriebssystemgeneration unterstützt ein vereinfachtes PC-Management, Verschlüsselung oder auch Virtualisierungs-Optionen. Klassische Geschäftsanwendungen oder umfassende Bildbearbeitungslösungen können genauso genutzt werden wie moderne „Apps“.
In diesem Zusammenhang verweist Microsoft auf seine Tradition als Hersteller von Hardware. Wer erinnert sich nicht an den Zune-Player oder an die Mobiltelefonfamilie von Microsoft mit Namen Kin.

Zwar sind die Anstrengungen und der Erfolg hinsichtlich der Xbox durchaus Achtung gebietend. Dennoch gilt: Microsoft war noch nie besonders gut darin, überzeugende Hardware-Produkte zu schaffen. Das Unternehmen hatte in den Achtzigern einfach nur das Glück, Erster in einem explodierenden Markt zu sein (Personal Computer auf Basis von IBM-Hardware). Es hat jedoch immer ausgezeichnet verstanden, die Software von der Plattform abhängig zu machen und umgekehrt.

Sinnkrise bei den OEMs

Richtigerweise wurde inzwischen erkannt: Die sich in einer Sinnkrise befindenden OEMs sind nicht in der Lage beziehungsweise nicht gewillt, adäquate Produkte im Bereich der Tablets und Crossovers für Windows 8 auf den Markt zu bringen. Und da eine Krise schlecht für das Karma ist, hat Microsoft gehandelt. Eine kurzfristige Sistierung der Zusammenarbeit durch die OEMs ist nicht zu erwarten. Zu schwach ist gegenwärtig ihre Rolle, zu abhängig sind sie (noch) von Microsoft als Lieferant von Betriebssystemen.

Ungeachtet dessen müssen sich die OEMs in Bezug auf Surface keine großen Sorgen machen. Egal mit welchen tatsächlichen Ausprägungen (Preise, Akku-Laufzeiten etc.) Surface zu welchem Zeitpunkt auf den Markt kommen wird – es wird sich bei dieser Produktfamilie kurzfristig sicherlich nicht um einen „Gassenhauer“ handeln. Privatanwender werden dem Tablet kritisch gegenüberstehen, da es zwei zentrale „Fehler“ hat: Es steht Microsoft drauf, und es ist Windows drin. Anwenderunternehmen werden zögerlich reagieren, da die Summe an respektablen Alternativen umfassend ist.

Kurz: Microsoft zeigt mit Surface, was mit Windows 8 möglich ist und wo die Reise hingehen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Allerdings: Wirklich große Innovationen oder gar Meilensteine sehen anders aus. Surface ist vielmehr ein Marketinginstrument für Windows. Und ein solches Instrument ist richtig und wichtig. Es wurde aber versäumt, ein wirklich neues – anderes – Bedienkonzept einzuführen. Freude wird Resignation weichen.

Fazit:

Microsoft hat bei der Ankündigung viel erzählt und dennoch wenig gesagt. Privatanwender, Entscheider in Unternehmen und Multiplikatoren wie Journalisten, Blogger und Analysten bekommen derart viele Informationen zu unterschiedlichsten Themen, dass ihnen (zunächst) gar nicht auffällt, was ihnen an Information vorenthalten wird. Bezogen auf Surface fehlen zu wichtigen Punkten wie Laufzeit der Akkus, Verkaufsstart oder Preispunkte der unterschiedlichen Varianten belastbare Informationen. Aussagen, dass die Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt kommen werden, reichen vor allem Entscheidern in Anwenderunternehmen nicht. Privatanwender könnten sich für die Integration in andere Produkte wie die Xbox 360 interessieren. Bei Windows 8 fehlen – so kurz vor der Markteinführung – noch wichtige technische und organisatorische Informationen. Gleiches gilt – abgeschwächt, da weniger relevant – für Windows Phone 8. Die wirklich wichtigen Informationen werden in den nächsten Wochen folgen.

Über den Autor:
Axel Oppermann ist als Senior Advisor bei der Experton Group tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Analyse und Bewertung der strategischen Einführung ICT-basierter Produkte und Dienstleistungen. Er unterstützt Anwenderunternehmen im Bereich der strategischen Einsatzplanung, IT-Beschaffung, Allokation und Lizenzierung von Software mit dem Schwerpunkt auf Microsoft-Produkten.

Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton GroupKontaktdaten:
Axel Oppermann
Experton Group AG
Carl-Zeiss-Ring 4
85737 Ismaning

Telefon: 089 / 923331-0
Telefax: 089 / 923331-11
E-Mail:info@experton-group.com
Internet: www.experton-group.de

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Apr
13

Werbung im Internet: Was geht?

publiziert von Daniel Huber, juristischer Mitarbeiter der IT-Recht Kanzlei

Ohne Zweifel: Das Internet ist im Begriff, allen herkömmlichen Medien den Rang abzulaufen. Fernsehen, Zeitung lesen, Computerspiele spielen, telefonieren, Informationen suchen und – nicht zu vergessen: einkaufen. Das und mehr gehört heute zu den alltäglichen Verrichtungen, für die immer mehr Menschen ganz selbstverständlich das Internet nutzen.

Klar, dass das Internet angesichts seiner zunehmenden Verbreitung und Akzeptanz als Werbeplattform immer interessanter wird. Wo sich viele Menschen tummeln, ist Werbung logischerweise besonders attraktiv.

Wichtig für Anbieter und Werbungtreibende: Welche Regeln gelten für Werbung im Internet? Welche Gesetze sind einzuhalten? Was ist erlaubt, was ist verboten? Bei den vielen rechtlichen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Werbung im Internet stellen, tritt ein großes Problemfeld immer wieder auf: Wie wirken sich Gesetze in der virtuellen Welt aus, die eigentlich für die „Real World“ entworfen wurden. Ein weiterer Fragekomplex rankt sich um das Thema, wie neue Werbeformen und Werbemittel wie etwa das Blogging oder die Banner-Werbung rechtlich zu behandeln sind.

Kein Raum ohne Gesetze

Selbstverständlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Und es ist auch entgegen dem ersten Anschein kein Medium, in dem man sich anonym bewegen kann. Was immer jemand im Internet tut, kann zivil- und strafrechtliche Konsequenzen haben und zu dieser Person zurückverfolgt werden. Die Frage ist also nicht, ob Gesetze Anwendung finden, sondern vielmehr, welche Gesetze einschlägig sind.

So taucht zum Beispiel die Frage immer wieder auf, ob ein amerikanisches Unternehmen, das eine englische Website betreibt, deutsches Recht beachten muss. Schließlich ist die Website in Deutschland abrufbar – und Kunden aus Deutschland können Produkte bei diesem Unternehmen kaufen. Müssen also ausländische Unternehmen das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kurz UWG, beachten, wenn sie im Internet präsent sind und über ihre gegebenenfalls internationale Homepage auch Interessenten in Deutschland ansprechen?

In Deutschland ist das UWG das zentrale Regelwerk, wenn es um die Beziehungen von Unternehmern untereinander und zu Verbrauchern geht. Es verbietet beispielsweise irreführende Werbung und schränkt vergleichende Werbung ein. Und es stellt Regeln für Rabattaktionen und Gewinnspiele auf.

Diese Regeln finden grundsätzlich auch im Internet Anwendung. Interessant wird es dort, wo die für die Offline-Welt konzipierten Gesetze nicht mehr exakt in die Online-Welt passen. Was gilt dann?

Ein Beispiel, an dem diese Problematik schnell deutlich wird, ist das wettbewerbsrechtliche Trennungsgebot. Es schreibt vor, dass in Medien wie etwa einer Zeitung oder einem Magazin redaktionelle Inhalte und Werbung erkennbar voneinander getrennt sein müssen und nicht vermischt werden dürfen. Damit will der Gesetzgeber sicher stellen, dass der Verbraucher eindeutig erkennen können soll, was Werbung für ein bestimmtes Produkt oder Unternehmen ist, und was ein „neutraler“, redaktionell verantworteter Inhalt. Denn nur wer weiß, dass er mit Werbung konfrontiert ist, kann ihr mit einer entsprechend kritischen Haltung begegnen.

Wie aber verhält es sich beispielsweise mit Banner-Werbung oder Pop-Ups im Internet? Wie klar muss diese strukturiert und vom Inhalt der eigentlichen Website getrennt dargestellt sein?

Rechtsvorschriften beachten

Als ob die Auslegung der UWG-Bestimmungen nicht schon schwierig genug wären – es gibt darüber hinaus eine Menge an Rechtsvorschriften, die ein Internet-Anbieter beachten muss, wenn er juristisch sauber agieren will. Da sind zum Beispiel die Regelungen zum Verbraucherschutz wie etwa der richtige Umgang mit Widerrufsbelehrungen. Oder die Kennzeichnungspflichten für Elektrogeräte, Registrierungspflichten für Alt-Elektrogeräte, die Preisangabenverordnung oder das Jugendschutzgesetz, das zu beachten ist. Hier einen umfassenden Überblick zu bekommen und zu behalten, gehört sicher zu den größten Herausforderungen im Zusammenhang mit Werbung im Internet.

Verschiedene Rechtsgebiete beachten

Nicht nur das Wettbewerbsrecht in all seinen Formen und Ausprägungen spielt bei Werbung im Internet eine wesentliche Rolle – auch andere Rechtsgebiete sind davon berührt. Wer etwa Verbraucher per E-Mail anschreibt, muss den Datenschutz beachten. Wer mit Fotos wirbt, muss aufpassen, dass er nicht gegen Marken- oder Urheberrechte verstößt. Auch Persönlichkeitsrechte von Personen – etwa von Prominenten – oder Unternehmen können betroffen sein. Dies vor allem dann, wenn mit Fotos von Menschen geworben wird, ohne sie zu fragen.

Bei Werbung für Dinge, die für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet sind, muss der Jugendschutz beachten werden. Bekanntermaßen finden Erotikangebote im Internet weite Verbreitung. Werbung dafür ist natürlich rechtlich nicht unproblematisch – denn: wie kann der Werbende/Erotikanbieter (sicher) wissen, ob vor dem Bildschirm ein Minderjähriger oder ein Erwachsener sitzt? Und inwiefern kommt es darauf an?

Wie sind neue Werbeformen einzuordnen?

Ist eine E-Mail noch vergleichbar mit einer herkömmlichen Werbebrief-Sendung, was eine rechtlich zumindest annähernd ähnliche Behandlung nach sich ziehen könnte, stellen sogenannte AdWords eine völlig neue Form der Werbung dar. Gleiches gilt für Pop-Up Werbung oder Weblogs.

Diese neuen Werbeformen können zu Interessenkonflikten führen. Beispielsweise wenn ein Unternehmen den Markennamen eines anderen Unternehmen derart benutzt, dass dessen Eingabe in der Google-Suchmaske dazu führt, dass nicht der Markeninhaber in der Werbespalte auftaucht, sondern das andere Unternehmen. Wenn etwa ein Händler, der ein bestimmtes Markenprodukt führt, mit dieser Marke so geschickt im Internet wirbt, dass Menschen, die nach diesem Markennamen suchen, in seinen Shop und nicht zur Website der fraglichen Marke kommen. Auf diese Weise lassen sich Verbraucher „umlotsen“. Ist das eine Markenrechtsverletzung?

Neben neuen rechtlichen Fragen bleiben aber auch alte Rechtskonflikte aus der Offline-Welt im Internet relevant. So etwa die Frage, in welchem Rahmen mit Preisausschreiben, reißerischen Ankündigungen und Aufmachungen, Vergleichen, Testergebnissen, Gutscheinen, Gütesiegeln, Slogans und Bildern geworben werden darf. Was ist rechtens, was ist verboten?

Fazit: Wer sich im Internet nicht auf rechtliches Glatteis begeben will, muss die Regeln kennen. Und dazu sollte er vor allem die gängige Rechtsprechung berücksichtigen. Denn die vielen offenen Rechtsfragen, die das Internet aufwirft, werden nur dadurch klarer, dass die Gerichte diese Fragen nach und nach beantworten. Die Recherche bei einschlägigen Rechtsportalen wie etwa dem der IT-Recht Kanzlei http://www.it-recht-kanzlei.de/ hilft sicher weiter.

Daniel Huber, juristischer Mitarbeiter der IT-Recht KanzleiÜber den Autor:
Daniel Huber ist Rechtsreferendar am OLG in München und juristischer Mitarbeiter in der Kanzlei IT-Recht.  Seine Beratungs-Schwerpunkte sind Wettbewerbs-, Urheber- und Markenrecht sowie Medien-, Presse- und Persönlichkeitsrecht.

Kontaktdaten:
Daniel Huber
IT-Recht Kanzlei
Alter Messeplatz 2
80339 München

Tel.: +49 (0)89 / 130 1433-0
Fax: +49 (0)89 / 130 1433-60
E-Mail: info@it-recht-kanzlei.de
Internet: http://www.it-recht-kanzlei.de/

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Mrz
6

Wie Vermittler und Kunden auf Freiberufler aufmerksam werden

publiziert von BVSI - Berufsverband Selbständige in der Informatik e.V.

Berater werden immer häufiger über Xing kontaktiert und klassische Vermittlungsplattformen wie Gulp verlieren an Einfluss. IT-Berater aus dem Berufsverband Selbständige in der Informatik haben die Erfahrung gemacht: Wer sich im Internet professionell präsentiert, der wird gefunden.

IT-Freiberufler positionieren sich im Netz

XING immer noch die wichtigste Plattform für IT-Berater

Dr. Dirk BispingHäufig pflegen IT-Freiberufler die eigene Seite nur noch als Visitenkarte oder verzichten sogar ganz darauf. „Noch vor wenigen Jahren wurde gepredigt, dass jeder IT-Berater eine eigene Webseite braucht. Aber was nützt eine Seite, die keiner findet, weil man den Namen des Freiberuflers nicht kennt?“, sagt Dr. Dirk Bisping, BVSI-Vorstand. „Während es früher Usus war, dass sich die Freiberufler auf der Webseite als Unternehmen mit mehreren Angestellten ausgaben und ihr Einzelunternehmen größer darstellten, als es tatsächlich war, geht es in Xing um die eigene Kompetenz und Authentizität“, so Dr. Bisping. Das Positive an Xing sei, dass hier keine falschen Bilder erzeugt werden. Jeder bringe sich mit dem Fachwissen ein, das er oder sie habe.

Für Vermittler bietet die Expertensuche über Xing den Vorteil, dass sie hier kostenfrei Zehnausende von IT-Freiberuflern anschreiben können. Welche Vorteile ziehen nun IT-Freiberufler aus dem Business-Netzwerk? Die meisten IT-Freiberufler pflegen ein Xing-Profil, wobei nur ein Teil aktives Networking betreibt und sich an Diskussionen beteiligt. Das Vermarktungspotential von Xing bleibt in diesem Fall ungenutzt. Wer sich als IT-Spezialist aktiv in Xing bewegt und seine Kontakte pflegt, verbessert so gleichzeitig  seine Marktchancen.

Erfolgreicher Xing Netzwerker

Alfons WarschburgerAlfons Warschburger, UNIX- und Mainframe-Systemtechniker sowie Storage Consultant (unipart.de), gehört zu den „Xing-Aktivisten der ersten Stunde“. Er ist seit 2004 im Netzwerk, damals hieß es noch openbc. Im Schnitt erhält er 5 – 10 Projektanfragen pro Woche. Serien-Mails, die ungerichtet an viele IT-Experten gehen, sind dabei schon aussortiert. Als nachteilhaft Warschburger sieht  die Massenanfragen von unqualifizierten Recruitern an, die Angebote nach dem Gießkannenprinzip versenden.

Die Vorteile der Xing-Plattform überwiegen für ihn jedoch bei weitem. Alfons Warschburger schätzt vor allem die unkomplizierte Möglichkeit, über Xing Kontakt aufzunehmen. Zu seinen Kontakten gehören Vermittler, die er schon mehr als zehn Jahren persönlich kennt. „Wenn ich einen neuen Auftrag suche, rufe ich bei ihnen an und sie setzen sich dann dafür ein, mir ein neues Projekt zu vermitteln, “ sagt der Experte.

Die Akquise sei am Anfang seiner Unternehmertätigkeit viel aufwendiger gewesen. „Ich bin stundenlang über Land gefahren und habe meine Visitenkarte in den Betrieben abgegeben.“ Xing biete unschlagbare Möglichkeiten, sich als Freiberufler zu vermarkten: So poste er regelmäßig  Beiträge in Fachforen. Schon eine ganze Reihe von Vermittlern und auch Endkunden seien darüber auf ihn aufmerksam geworden.

Alfons Warschburger ist zufrieden mit seinem Marketing: „Das Marketing ist gut, wenn das Telefon klingelt und eine Person, die man nicht kennt, einem einen Auftrag vermittelt“. Für sein gutes berufliches Standing hat Alfons Warschburger kontinuierlich Einsatz gebracht. Er ist kein reiner Großrechnerexperte geblieben, sondern hat sich in ITIL weitergebildet und bietet ITIL Consulting an, ein Tool, das im Großrechnerbereich stark nachgefragt wird. Er schmunzelt: „Jetzt läuft das Geschäft so gut, dass ich mich eigentlich klonen lassen müsste, um alle Aufträge anzunehmen, das geht ja leider noch nicht“.

Projektangebote über Kollegen aus dem Verband

Xenofon GrigoriadisXenofon Grigoriadis ist IT-Berater mit Schwerpunkt Oracle und Datenbanken-Sicherheit (treelogics.de). Er betreibt aktives Selbstmarketing und hat sich mit Fachartikeln und Interviews  als Leiter des BVSI-Oracle Arbeitskreises in den Medien positioniert. Auf einer BVSI-Netzwerkveranstaltung in München referierte der Oracle-Experte über den Alltag eines IT-Freiberuflers – die Computerwoche und der IT-Freelancer berichteten darüber. 

Mit dem BVSI-Netzwerk hat Grigoriadis positive Erfahrungen gemacht: Zwei Projekte wurden ihm von Verbandskollegen aus dem BVSI vermittelt, vice versa empfahl er mit Erfolg seine Verbandskollegen. In den BVSI-Arbeitskreisen träfen sich  die Kollegen persönlich, sie könnten deshalb Skills und Persönlichkeit des anderen gut einschätzen. Für Xenofon Grigoriadis ist das ein unschätzbarer Vorteil von NON-virtuellen Netzwerken. Wer sich persönlich nie kennen gelernt hat, wird den virtuellen Kollegen nicht so einfach empfehlen, ist der Oracle-Experte überzeugt.

Xing sei jedoch für das Selbstmarketing des IT-Freiberuflers die erste Adresse und trage Früchte sogar in Form von Direktaufträgen. „Zu meinem speziellen Skill Database Security sind auch schon Direktkunden auf mich zugekommen.“ Das seien dann oft kleinere Unternehmen, die den Weg über eine Agentur sparen möchten. „Wer mehrere Jahre als Berater Erfahrung gesammelt hat, wird eher direkt von den Kunden kontaktiert“ weiß Xenofon Grigoriadis, der zudem in Facebook aktiv ist, doch diese Plattform privat nutzt. Xing sei ein seriöses Business Netzwerk und ein unersetzliches Medium für das  Selbstmarketing.

Soziale Komponente im Netz beachten

Michael GrüneMichael Grüne, Senior Consultant und Projektmanager (gbcn.de), machte positive Erfahrungen mit Consultingunternehmen, die ihn über Xing angeworben haben. Bei den Vorgesprächen konnte er bessere Stundensätze aushandeln und erreichen, dass er in seinen Spezialgebieten eingesetzt wurde.

Der Senior Consultant nutzt neben Xing die internationale Plattform Linkedin. 2006 lud ihn ein Kollege zu Linkedin ein, aber er traf dort auf fast niemanden, den er kannte. Erst als er 2009 in einem internationalen Projekt arbeitete, ergaben sich Kontakte zu Kollegen aus den USA und England. Seit 2009 fanden immer mehr seiner hiesigen Kontakte den Weg zu Linkedin.  Viele von ihnen sind in der Gruppe „Freiberufler Projektmarkt“ aktiv. Als nützliches Tool schätzt Michael Grüne den Outlook Social Connector für Xing und Linkedin. „Damit habe ich bequem alle Kontakte in Outlook und auf meinem Smartphone, was mir die Kontaktpflege enorm erleichtert“, sagt der IT-Consultant.

Die Veröffentlichung von Fachbeiträgen sieht er als Motor für die Selbstdarstellung eines Freiberuflers. Mehrere Jahre hat Michael Grüne den BVSI-Projektmanagement Arbeitskreis geleitet. In dieser Verantwortung hat er sich wiederholt in den Medien zu Themen wie Sozialkompetenz, fachlicher Weiterbildung und Projektmanagement Skills geäußert. Auf der CeBIT 2011 nahm er als Podiumsgast zum Thema Freiberufler teil.

Gute Erfahrungen hat Michael Grüne damit gemacht, sich nicht ausschließlich als IT-Fachmann darzustellen, sondern dosiert auch als Mensch. Zu seinen Interessen könne man durchaus etwa schreiben, damit werde man als Persönlichkeit fassbarer, das bestätigen auch Karriereberater. So ist Michael Grüne in der Xing-Gruppe Starwars aktiv und wurde hier von dem Mitarbeiter einer großen Vermittlungsagentur kontaktet, den er vorher flüchtig kennengelernt hatte. Die soziale Komponente sei im Internet von größerer Bedeutung, als man vermute, sagt Michael Grüne.

Persönliche Kontakte herstellen

Rinaldo HeckRinaldo Heck, erfahrener SAP-Experte für die Optimierung dokumentorientierter Geschäftsprozessen, entschied sich 2009 für den Schritt in die Selbständigkeit. Seitdem hat er sich als SAP-Berater und -Trainer, als Hochschul-Dozent sowie Autor von Fach-Büchern und –artikeln etabliert. Zu seinen Kernkompetenzen zählen Lösungen für das optimierte Zusammenspiel verschiedener Module wie HCM, EHSM, MM.

Zu Beginn seiner Selbständigkeit kontaktierte Rinaldo Heck über Xing zunächst ausgewählte Geschäftskontakte im Rhein-Main-Gebiet und vereinbarte mit diesen Termine für persönliche Gespräche. „2009 war ein günstiger Zeitpunkt für Besuche, die Kollegen hatten nicht viel zu tun“,  sagt Rinaldo Heck.

„Die Kontaktpflege hört bei mir nicht bei der Email auf. Handshake und Augenkontakt gehört auch dazu“, sagt der Experte. „Kunden oder potentielle Kunden möchte ich gern persönlich kennen lernen und nicht nur über Xing anschreiben“. Rinaldo Heck drängt sich bei den Erstgesprächen nie auf, wie er betont, sondern bleibt immer offen im Gespräch – nach der Devise: „Vielleicht können wir etwas zusammen machen und wenn nicht, haben wir uns einfach gut unterhalten“ so Rinaldo Heck.

Durch seine Marketingaktivitäten wurden die Kunden zunehmend auf den IT-Fachmann aufmerksam. Mit dieser positiven Entwicklung hat Heck bei der Gründung nicht gerechnet. Er sei mit kleinen, festgelegten Zielen Schritt für Schritt voran gegangen. Sein Einsatz war dabei enorm hoch und die Bereitschaft zum Risiko ebenso. „Zurücklehnen und ausruhen kann ich mich nicht“, stellt der IT-Experte fest. Tatkräftig war er immer, im Studium fuhr er Taxi. Den Beförderungsschein für Fahrgäste hat er 2011 wieder erneuert. „Wenn es mal nicht mehr läuft mit den IT-Geschäften, habe ich immer noch meinen Taxischein“, sagt Rinaldo Heck und lacht (Autorin Uta Nommensen).

Info:
Alfons Warschburger http://www.unipart.de/
Xenofon Grigoriadis http://www.treelogics.de/
Michael Grüne http://www.gbcn.de/
Rinaldo Heck http://www.heckcon.de/

Berufsverband Selbständige in der Informatik e.V.Kontaktdaten:
Berufsverband Selbständige in der Informatik e.V.
Uta Nommensen
BVSI-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Hallingstr. 10
25348 Glückstadt

Telefon: 04124 – 60 50-87
Telefax: 04124 – 60 50-75
E-Mail office@bvsi.de
Internet: http://www.bvsi.de/

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Feb
16

Neue Berufsbilder im Netz

publiziert von twago, Europas führende Projektplattform für Unternehmen und Freelancer

Dank der rasanten Entwicklung des Internets und der sozialen Plattformen haben sich stetig neue Berufsbilder entwickelt. Für viele Unternehmen stecken die Voraussetzungen und Kenntnisse dafür noch in den Kinderschuhen und da werden sie so schnell auch nicht rauswachsen. Denn aufgrund der Schnelllebigkeit des Netzes ändern sich auch ständig die Anforderungen für diese neuen Berufe. Die Projektvermittlungsplattform twago stellt drei interessante Berufsbilder des Online-Marketings kurz einmal vor.

Social Media Manager/in

Es klingt einfach, den ganzen Tag auf Facebook und Co. sein, ist aber ein Fulltime Job am Computer. Ein Social Media Manager konzipiert und schreibt Beiträge für Social Media-Projekte wie Blogs, Twitter, Facebook etc. Dabei werden natürlich auch die ganzen Newsrooms, in denen das Unternehmen Traffic pflegt, betreut bzw. weiterentwickelt. Zudem wird das Internet ständig nach Erwähnungen des Unternehmens durchforstet. Vor allem der Kontakt mit dem Kunden ist besonders wichtig. So können Fragen oder Probleme zum Produkt in Foren schneller bearbeitet werden als im Kundenservice. Das freut den User und das Unternehmen. Nicht jedes Unternehmen kann sich einen eigenen Social Media Mananger leisten und greift häufig auf Recriuting-Mitarbeiter zurück oder sucht einen Freelancer. Aufgrund der noch schwammigen Auschreibungen dieses Berufsbildes kann jeder mit Grundkenntnissen von sozialen Plattformen Social Media Manager sein.

Community Manager/in

Bevor Facebook zur dominierenden Plattform im sozialen Bereich wurde, waren Community-Manager für die Programmierung von Systemen für Foren zuständig. Doch nach der rasanten Entwicklung gab es nun neue Anforderungen an das Berufsbild. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf Programmierung und Datenbanken, sondern besitzt viel mehr inhaltliche und strategische Ansatzpunkte. Die Echtzeitkommunikation zwischen Unternehmen und User ist der Hauptschwerpunkt dieses Berufes und natürlich die damit verbundenen Herausforderungen. Vor allem die Arbeitszeiten und Feiertage müssen flexibel an die Aktivitäten der Facebook Fans angepasst werden.  Als Community Manager/in sollten daher Kompetenzen in Strategie und Projektmanagement vorhanden sein. Derzeit sieht die Umsetzung des Berufsbildes anders aus.

Viral Marketing Manager/in

Viralmarketing ist schon lange ein gängiges Mittel in der Werbebranche. Wenn etwas via Mund weitergetragen wird wie ein Virus, dann verbreitet es sich binnen Stunden unaufhaltsam schnell. Und da liegt der Vorteil dieser Werbemaßnahme, denn kaum eine andere hat so eine hohe Reichweite. Die Aufgabe eines Viral Marketing Managers besteht darin, die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens mittels Social Networks öffentlich zu machen und sie zu empfehlen.  Dabei ist ein Talent beim Schreiben von großer Wichtigkeit, denn die Botschaften sollen mittels kleiner Geschichten den Leser berühren und ihn dann dazu veranlassen, sie mit anderen zu teilen. Viral sollen sich dann die kleinen Storys, in denen die Produkte und Dienstleistungen verpackt sind, weltweit verbreiten.

Eines haben diese Berufsbilder gemein, sie ändern sich ständig und Anforderungen die heute noch wichtig waren, können morgen komplett gestrichen sein. Wenn man sich für einen dieser Berufe entscheidet, sollte man stets mit der Zeit gehen, immer aktuell sein und sich auch privat in jede Onlinerichtung weiterbilden. Denn nicht einmal das Unternehmen selbst weiß, was es morgen will, sondern richtet sich nach dem Trend.

Über den Autor:
twago ist der größte pan-europäische Marktplatz für Online-Arbeit und vermittelt online Freiberufler aus den Bereichen Programmierung, (Web-)Design und Unternehmensservices – Dienstleistungen, die von jedem Ort der Welt ausgeführt werden können. Über twago haben Auftraggeber Zugriff auf 138.000 Experten aus 177 Ländern.

twago, Europas führende Projektplattform für Unternehmen und FreelancerKontaktdaten:
twago AG
Novalisstr. 12
10115 Berlin
Deutschland

Telefon: +49 (0)30 201 640 340
Telefax: +49 (0)30 201 640 340 01
E-Mail: support@twago.com
Internet: http://www.twago.de/

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Mai
26

Lokale Suchmaschinenoptimierung für Freelancer

publiziert von Alexander Geißenberger, Experte für Online Marketing Strategien

Die Positionierung in den Suchmaschinen-Ergebnisseiten (im Folgenden „SERP“ – Search Engine Result Pages) ist bei vielen Unternehmen wie auch Freelancern nach wie vor ein wichtiger Akquise-Bestandteil. Gerade Freelancer und kleinere Unternehmen haben allerdings selten die Möglichkeit, entsprechende Budgets für lokale oder auch nationale Suchmaschinenoptimierung hinsichtlich notwendiger Akquise-Tätigkeiten auszugeben. Deshalb lohnt es sich, das bestehende Potential des lokalen Marktes zu nutzen und mit kostenlosen und kostengünstigen Mitteln einen möglichst großen Teil der potentiellen Kundschaft anzusprechen.

Strategie für Ihre Suchmaschinenoptimierung

1. Planung

Zeitmanagement ist in der Selbstständigkeit einer der wichtigsten Faktoren, um die Work-Life-Balance zu erhalten und vor allem geplante Eigenprojekte fertig zu stellen. Wir bedienen uns gewisser Faktoren, an denen wir unsere Arbeit messen: sogenannte „Key Performance Indikatoren“ (KPI). Diese sind abhängig von den Zielen der durchzuführenden Suchmaschinenoptimierung und ermöglichen Ihnen die Definition von Erfolgen und Misserfolgen. Nehmen Sie sich – bevor Sie mit der Optimierung loslegen – die Zeit, folgende Fragen zu beantworten:

1.1 Allgemeines:

  • Wer ist Ihre Zielgruppe?
  • Was ist Ihr Kern-Angebot?
  • Was ist das konkrete Ziel Ihrer Website?
  • Wie aktiv ist Ihr Wettbewerb in welchen Bereichen, mit welchen Keywords?

1.2 Zielsetzung:

  • Was genau sind die Ziele Ihrer Suchmaschinenoptimierung?
  • Sind Ihre Ziele in Anbetracht des Wettbewerbes und der zeitlichen Ressourcen realistisch?
  • Sind Ihre Ziele in Anbetracht Ihrer Website und deren Angebote relevant?

Nachdem Sie diese Fragen beantwortet haben, entscheiden Sie selbst, welche der folgenden KPIs für Sie relevant sind:

1.3 Key Performance Indikatoren

  • Generelle Steigerung des Traffics.

Beispiel: Bisher besuchen 100 eindeutige User Ihre Seite monatlich. Zukünftig wünschen Sie sich aber mindestens 500 Besucher monatlich.

  • Prozentuale Steigerung des Traffics über organische Ergebnisse, um SEA / Google AdWords Ausgaben zu reduzieren.

Beispiel: Sie schalten aktuell Google Anzeigen im Wert von 250,- € im Monat und erzielen dadurch 80% Ihres Traffics, also Ihrer Besucher. Diese Kosten sollen nun durch SEO Maßnahmen gesenkt werden, Besucher also verstärkt durch organische Suchergebnisse auf Ihre Seite gelangen.

Google SEO Ergebnisse

Google SEA & SEO Ergebnisse

  • Steigerung der Keyword-Rankings.

Beispiel: Bisher rankt Ihre Seite mit 5 verschiedenen Keywords auf Seite 2-3 in den SERPs, zukünftig soll Ihre Seite auf 5 Keywords in den Top 3 Ergebnissen der SERPs ranken.

  • Steigerung der rankenden Keywords.

Beispiel: Bisher rankt Ihre Seite mit 5 Keywords in den Top 10, zukünftig soll diese mit 15 Keywords in den Top 10 ranken, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen.

  • Verbesserung der Conversionrate.

Beispiel: Bisher besuchen 1000 User Ihre Seite über verschiedene Suchbegriffe, verlassen diese aber ohne Kauf wieder. Durch für die Optimierung besser ausgewählte Keywords erhöhat sich die Wahrscheinlichkeit, das für den Suchenden passende Produkt anzubieten, was eine direkte Steigerung der Verkäufe über die Website mit sich bringen kann. Hier spielen allerdings noch viele weitere Elemente wie z.B. die Konversions-Optimierung an sich sowie auch das Produktmanagement eine große Rolle.

Definition Conversionrate: Die Conversionrate oder auf Deutsch „Konversionsrate“ bezeichnet den Anteil an Usern, die Ihre Website besuchen und eine Aktion tätigen, im Verhältnis zu dem Anteil an Besuchern, welche die Website ohne Tätigkeit wieder verlassen. Diese Tätigkeiten können im Ausfüllen von Formularen, Bestellen eines Produktes, in der Anforderung eines Info-Kataloges oder auch der Teilnahme an einem Gewinnspiel bestehen.

  • Zielgruppenansprache verbessern.

Beispiel: Bisher stammen Ihre Website-Besucher zu 60% aus dem englischsprachigen Ausland, Sie bieten aber nur deutsche Inhalte an. Hier ist das Ziel, den Traffic aus deutschsprachigen Ländern zu erhöhen.

  • Steigerung der indizierten Seiten.

Tipp: Geben Sie „site:www.domainname.de“ bei Google ein, um die Anzahl der bisher indizierten Seiten zu erhalten.

  • Steigerung des Sichtbarkeitsindexes.

Der Sichtbarkeitsindex ist eine Kennzahl, ermittelt durch die Abfrage der Suchergebnisse auf Basis einer Keyword-Datenbank und den entsprechend angezeigten Ergebnissen. Ein Programm fragt also eine gewisse Basis an Suchbegriffen ab und prüft, wie oft Ihre Seite an welchen Positionen rankt. Außerdem werden einige weitere Faktoren zur Berechnung berücksichtigt.

1.4 Ausschlaggebende Neuerung in den SERPs November 2010:

Google liefert bei Anfragen nach offensichtlich lokal höher relevanten Suchphrasen verstärkt lokale Suchergebnisse in Kombination mit Google Maps aus.

Auswirkung: Die klassisch organischen Ergebnisse verlieren ab Ergebnis #4 an Relevanz, da die Maps-Box nun in vielen Fällen nach Suchergebnis #3 eingeblendet werden:

Ausschlaggebende Neuerung in den SERPs November 2010

lokale Suchergebnisse in Kombination mit Google Maps

 

Ausschlaggebende Neuerung in den SERPs November 2010 - 2

AdWords / SEM Aktivitäten Hinzu kommt, dass die Maps Box auf der rechten Seite mitscrolled und so die seitlichen AdWords überdeckt. Damit verlieren auch die AdWords / SEM Aktivitäten an Relevanz:Google Places in den SERPS

2. Maßnahmen

Es muss nicht unterstrichen werden, dass Googles Places Update die Top-3 in den SERPs und die lokalen Places-Einträge unabdingbar gemacht hat und die Platzierungen Ihrer Website in der Blended Search / Universal Search immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Da es unzählige Merkmale zur Onpage & Offpage Optimierung einer Website gibt, möchte ich in diesem Artikel explizit auf einige Maßnahmen für die lokale Suche eingehen.

2.1 Google Places

Es ist wie immer und überall: Google freut sich über möglichst viel relevanten und gut geschriebenen Content. Deshalb nutzen wir alle Listing-Optionen bestmöglich aus.

Firma/Organisation: Da die Places Ergebnisse immer nur in einem gewissen Umkreis der eigentlichen Firmenadresse angezeigt werden, versuchen wir hier mit der Nennung des nächstgelegenen, größeren Ort noch ein wenig Traffic abzugreifen. Auf keinen Fall sollten hier bereits Keywords mit angegeben werden, außer diese gehören tatsächlich zum Firmennamen. Beispiel: „XPOSE 414 UG in Thierhaupten bei Augsburg“.

Die Anschrift und Postleitzahl sollen auf jeden Fall der Wahrheit entsprechen – nicht nur wegen der Google Überprüfung, sondern vor allem, um dann die gewonnenen Besucher nicht mit gefakten Adressen zu verwirren.

Die Telefonnummer ist ein sehr wichtiger Bestandteil, da über diese u.a. das Places Profil verifiziert wird. Google ruft Sie also auf dieser Nummer an und gibt den Freischaltcode durch.

In der Beschreibung haben Sie 200 Zeichen zur Verfügung, um Ihre Leistung so genau wie möglich anzugeben und die entsprechenden Keywords unterzubringen. Vermeiden Sie unbedingt Keyword-Stuffing, also das Aneinanderreihen von Keywords ohne Sinn und Zweck. Beispiel hierfür wäre in diesem Fall lediglich „SEO, Onlinemarketing“. Besser: „Onlinemarketing und SEO sind unsere Steckenpferd. Wir begleiten Sie von der Konzeption bis zur Umsetzung mit Augenmerk auf persönliche Beratung.“

Kategorien: Sie können insgesamt fünf Kategorien angeben, was auch empfehlenswert ist. Eine der fünf Kategorien muss allerdings bereits in der Google Datenbank enthalten sein, um eine vorläufig eindeutige Zuordnung zu ermöglichen. Hier muss sensibel erörtert werden, welche Kategorienamen als Keyword genutzt werden können. Google möchte immer möglichst relevante Zuordnungen ausgeben. Entsprechend ist es für Google uninteressant, wenn Sie eine Auswahl an fünf absolut verschiedenen Tätigkeiten oder eben Kategorienamen angeben.

Ein gutes Beispielset für Suchmaschinenoptimierung bei einem Pizzaservice wäre:

  • Pizzaservice
  • Italiener
  • Lieferservice
  • Pizza
  • Heimservice

Eher unglücklich gewählt wäre folgendes Set:

  • Pizzaservice
  • Weinverkauf
  • Getränkehandel
  • Lebensmittelgeschäft
  • Restaurant

Zuletzt genannte Kategorien liegen bei genauer Betrachtung thematisch einfach zu weit voneinander entfernt.

Einzugsort & Standort: Wenn Sie ein Einzugsgebiet und einen Standort angeben möchten, empfehle ich dies nur, wenn Sie auch tatsächlich nur ein sehr begrenztes Einzugsgebiet bedienen können. Google beschränkt dann nämlich auch die Anzeige Ihres Places Profils auf einen gewissen Umkreis, ausgehend von Ihrem Firmenstandort. Sinnvoll ist dies eventuell bei Tankstellen, Friseuren, Pizzaservices o.ä..

Öffnungszeiten: Um ein möglichst vollständiges Profil abzugeben, sollten diese auch bei weitgehender Irrelevanz eingetragen werden. Ebenso verhält es sich mit den Zahlungsoptionen.

Videos & Fotos: Um dem User die bestmögliche Experience zu bieten, sollten mindestens fünf Bilder in Ihr Places Profil geladen werden sowie mindestens ein Video. Immer im Hinterkopf behalten: Möglichst viele, relevante Informationen bereitstellen – Google möchte dem User immer das relevanteste Profil anzeigen. Wenn der Eintrag mit den meisten, relevantesten Informationen aus Ihrer Feder stammt, werden Sie auch gut ranken.

Fertig und jetzt…
…sammeln Sie Bewertungen von Kunden ein. Weisen Sie Ihre Stammkundschaft auf Ihren Places-Eintrag hin und versuchen Sie, eine natürliche Basis an echten Bewertungen zu schaffen. Meist hilft es reichlich wenig, wenn Sie Ihren Freundeskreis aktivieren und am Tag der Erstellung 100 Bewertungen erhalten, danach der Fluss aber abbricht. Bauen Sie Bewertungen langsam und (bestenfalls) durch echte Kunden auf. Auch macht es wenig Sinn, überwiegend Bewertungen von Personen aus Hamburg zu akquirieren, wenn Ihr Tätigkeitsgebiet lokal begrenzt ist und Sie in Stuttgart ansässig sind.

Kleiner Tipp: Facebook und Twitter können gute Verteiler und Akquise-Kannäle für Bewertungen sein. Ebenso wie ein Places Link auf Ihrem Briefpapier oder Ihrer E-Mail Signatur.

2.2 Branchenbücher

Nach wie vor sind Branchenbücher zumindest in der lokalen Suche gute Trafficbringer und Backlinkquellen. Sinnvolle Beispiele hier – um einen kleinen Auszug zu nennen – sind: w

  • www.11880.com
  • www.dasoertliche.de
  • www.firmenwissen.de
  • branchenbuch.meinestadt.de
  • www.gelbeseiten.de
  • www.klicktel.de
  • yellowmap.de
  • branchenbuch.de

Hier empfiehlt es sich, ebenso wie bei Google Places, möglichst viel relevanten Content zu platzieren und vor allem immer einen Link zur eigenen Website und/oder das Google Places Profil anzugeben. Hier checken Sie Ihre KPI und entscheiden entsprechend, ob Ihr Places Profil oder die Website pimäres Linkziel ist.

Prinzipiell aber gilt: Bauen Sie eine breite Basis an Branchenbucheinträgen auf, beschränken Sie sich nicht auf einige wenige Dienste und bemühen Sie sich um einen durchgängige Optimierung auf ein gleichbleibendes Keywordset. Positiver Effekt: Suchanfragen mit Ortsangabe wie zum Beispiel: „Friseur Stuttgart“ werden nicht nur mit großem Augenmerk auf Places Einblendungen bedient, ebenso gut ranken hier Branchenbücher auf relevanten Positionen.

3. Tracking

Prinzipiell ist es immer von Vorteil, viele Traffic-Quellen zu schaffen und die besten entsprechend mit mehr Liebe zum Detail zu füllen. Welche Quellen die besten Besucher-Bringer sind, erfahren Sie in Ihren Google Analytics Reportings. Google Analytics ist ein kostenloser Analyse-Dienst, der Ihnen die genaue Nutzung Ihrer Website durch die Besucher anzeigt.

Wenn Sie keine eigene Website betreiben, erhalten Sie zwar von Google Places und einigen Branchenbüchern die genaue Anzahl an Einblendungen und Klicks, wissen aber nicht, ob andere Quellen mehr Besucher bringen.

Hier macht es Sinn, sich Gedanken über eine zumindest kleine Investition in eine Web-Visitenkarte zu machen, um eine ausführliche Analyse der Traffic-Quellen durchzuführen. Jede ansatzweise funktionierende Quelle bietet weiteres Potential an Optimierung und muss genutzt werden.

Fazit

Google spielt bekanntlich unaufhörlich am Algorithmus und die jüngsten Updates fokussieren die lokalen Suchergebnisse. Gut für Sie: Die Optimierung Ihrer lokalen Suchergebnisse ist bei weitem nicht so kostenintensiv und vor allem zeitlich aufwändig, wie die Optimierung Ihrer Seite für die allgemeinen, organischen Suchergebnisse. Sicher, es gibt eine ganze Reihe an weiteren Optimierungsmöglichkeiten in diesem Bereich – dieser kleine Leitfaden soll Sie aber einen ersten Schritt näher an erfolgreiche, lokale Rankings bringen.

Ich wünsche Ihnen gute Suchergebnisse!

Über den Autor:
Alexander Geißenberger ist Mitgründer der inecc.one GmbH im Fachgebiet Online Marketing sowie Geschäftsführer der xpose414 ug. Seine Kernkompetenz liegt in der Konzeptfindung umfangreicher Online Marketing und SEO Strategien. Neben seinen Kerntätigkeiten ist er als Podcaster, Blogger, Autor und Organisator des Barcamps Augsburg aktiv.

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