Schlagwort-Archive: Social Media


Mai
13

Zahlreiche Kontakte in Social Media – was bringt das dem Freiberufler?

publiziert von Alexander Meneikis, selbstständiger Betriebswirt, Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling

Welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt dem Freiberufler eine große Anzahl virtueller Kontakte?

Wie immer: Kommt auf viele Faktoren an. Zunächst kurz zu meiner Perspektive: Ich bin seit 1998 freiberuflicher Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling. Dies ist ein Geschäftsfeld, in dem vor allem ein hohes Maß an Vertrauen wichtig ist und das stärker auf fachlichen Skills basiert als auf der „Persönlichkeit“ als andere freiberufliche Bereiche.  Vor ca. 5 Jahren habe ich begonnen, meine eigenen Erfahrungen mit der Eigenwerbung als Freiberufler zu teilen, in Artikeln, Vorträgen und Podcasts.

Kontakte können vom Freiberufler oft erst im Nachhinein richtig bewertet werden

Bisher habe ich keine belastbare Methode gefunden, den wirtschaftlichen Wert eines Kontaktes vorherzusagen. Meinen ersten echten Freelancer-Auftrag zu einem realen Freelancer-Preis erhielt ich durch die Empfehlung einer Dame, mit der ich mich zwei Stunden lang über Katzen unterhalten hatte. Ein Kontakt aus der Provinz sorgte dafür, dass ein ansonsten desaströser Aufenthalt in Moskau doch noch lohnend wurde. Eine Unternehmerin, die auf mich zunächst etwas durchgeknallt wirkte, erwies sich als lukrative Business-Partnerin und war eine essenzielle Hilfe in einer Krise. Ein unauffällig wirkender Recruiter wurde zu einer starken Unterstützung für meine Bekanntheit.

Tendenziell ergeben sich wirtschaftliche Gelegenheiten eher mit Kontakten, die ich als Freiberufler aktiv, regelmäßig und bewusst pflege. Da Controlling ein sehr vertrauensintensives Geschäftsfeld ist, werden Aufträge an Freiberufler meistens nur nach ausführlichen Screenings und Verhören erteilt. Organisatorisch fast unmöglich, dies mit einer sehr großen Anzahl von Kontakten zu managen. Aber oft genug hat es sich ergeben, dass jemand einen Blog-Beitrag oder Podcast von mir mochte, oder jemand über diverse Ecken eine Empfehlung ausgesprochen hat, so dass ich wiederum gezielt ausführliche Gespräche führen konnte.

Übersicht über die Social Media Plattformen

Auf XING habe ich (Stand Mai 2013) über 1.600 Kontakte. Von 2009 bis 2011 habe ich recht wahllos Verbindungen gesammelt und kam so auf über 2.500. Manche davon schickten mir zahlreiche Einladungen zu Veranstaltungen, die mich kein bisschen interessierten. Ich erhielt ca. eine Einladung pro Stunde. Aber das ist der Preis eines großen Netzwerkes. Warum sollten mich Einladungen stören? Klick – und weg! Dafür hatte ich schließlich die Möglichkeit, meinerseits viele Leute einzuladen. Um Kontakte als Freiberufler gezielter pflegen zu können, löschte ich schließlich ca. 900 Verbindungen.

XING bleibt für mich die attraktivste Business-Plattform in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Trotz des benutzerunfreundlichen neuen Designs gibt es für mich keine bessere Plattform zum Recherchieren von Ansprechpartnern und zum substanziellen Austausch, der in vielen der wichtigen Gruppen immer noch stattfindet, weit ab vom Chat und nichtssagenden Geplapper in fast allen anderen Foren des Internets.

Facebook habe ich bisher als sozialen Chatroom erlebt, wo mehr oder weniger banale Nettigkeiten ausgetauscht werden. Viel Reklame, die sich an Endverbraucher richtet, aber kaum B2B. Für mich als Freiberufler nur am Rande interessant. Ich poste ab und zu Artikel und Podcasts von mir oder teile gelegentlich einen Cartoon.

Twitter scheint eine Frage der Strategie zu sein. Das Gezwitscher geht aus allen Richtungen in alle Richtungen. Ich habe zeitweise auf drei Accounts verschiedene Herangehensweisen getestet – viele Tweets, wenige Tweets, wahllos folgen, gezielt folgen. Es scheint lohnend zu sein, Abonnenten zu einem Thema zu finden, die man dann unaufdringlich informiert. Meine Tweets werden derzeit (Jan-Mai 2013) recht häufig re-tweetet.

Zu Google+ habe ich derzeit keine Meinung. Ich vermute, dass es sich mittelfristig vor allem zu einer Plattform für Nachrichtenaustausch entwickelt.

Am Ende ziehe ich persönlich das große Netzwerk vor. Ich akzeptiere die kleinen Ärgernisse, die kleinen Nervereien und die Handvoll Leute, die MLM und ähnlichen Unfug unermüdlich anpreisen. Ich erwarte als Freiberufler auch nicht den großen spontanen Reichtum aus dem großen Netzwerk. Ich versuche es meinerseits zu vermeiden, anderen auf die Nerven zu gehen.

VIEL ERFOLG!

Über den Autor

Alexander Meneikis, Jahrgang 1969, Betriebswirt, Controller mit Schwerpunkt Vertriebscontrolling. Selbständig seit 1998, seitdem über 50 lange und kurze Projekteinsätze weltweit, in deutscher und englischer Sprache.
Alexander Meneikis hält regelmäßig Vorträge und gibt Seminare zu Controlling-Themen, produziert Podcasts und schreibt für verschiedene online-Publikationen.

Alexander-Meineikis, selbstständiger Betriebswirt und Controller

Kontaktdaten:

think on your feet UG
(haftungsbeschränkt)
Hellbrookkamp 27, 22177 Hamburg

Telefon: 040/6979 5552 und 0175/245 2161
Internet: www.vertriebscontroller.com
E-Mail: toyf@menecont.de

 

 

 

Veröffentlicht unter Business, Trends
Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Feb
26

Social Media für Gewinner – Teil 2

publiziert von Benjamin Knecht, Geschäftsführer der MXP GmbH

Im ersten Teil unseres Beitrags „Social Media für Gewinner“ haben wir vier Tipps zur richtigen Kreation von Gewinnspielen in Social Media Portalen wie Facebook veröffentlicht. Nachfolgend drei weitere Hinweise, worauf zu achten ist und wie man den Erfolg eines Gewinnspiels maximieren kann.

5. Laden Sie zum Mitmachen ein

Um eine Social Media Gewinnspielkampagne erfolgreich zu machen, brauche ich die Unterstützung der Fans und User. Durch die Interaktion mit der Fangemeinde werden weitere Facebook-Nutzer auf die Kampagne aufmerksam. Gewinnspielteilnehmer können die Aktion kommentieren oder auf ihrer Pinnwand teilen, wodurch deren Freunde in der Timeline über die Aktion informiert werden.

Um diesen viralen Effekt zu erzielen, muss bereits im Gewinnspiel darauf hingewiesen werden, nach der Teilnahme einen Kommentar zu schreiben oder den Beitrag zu teilen. Gewinnspiel-Apps liefern die Funktionen zum Kommentieren und Teilen in der Regel mit. Bei Postings auf der Chronik können Fans ebenfalls um Unterstützung gebeten werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies unter Social Media Usern auf positive Resonanz stöst.

6. Erfolgreiches Pinnwand Posting

Um die Interaktionsrate zu steigern, gibt es einige Tricks, die beim Posting beachtet werden sollten. Das bedarf einiger Übung und sollte regelmäßig verbessert werden.

  • Laden Sie für das Posting ein separates Bild hoch und teilen Sie dieses auf Ihrer Pinnwand
  • Erhöhen Sie die Sichtbarkeit ihres Postings durch die Funktion „Beitrag hervorheben“
  • Weisen Sie darauf hin, was es zu gewinnen gibt und wie die Teilnahme erfolgt
  • Verlinken Sie in diesem Post direkt den Gewinnspielreiter
  • Fordern Sie zusätzlich die Fans auf, einen Kommentar zu schreiben oder den Beitrag auf ihrer Pinnwand zu teilen
  • Und ein ganz besonderer Tipp: Verwenden Sie Emoticons im Beitrag. Das erregt die Aufmerksamkeit der User besonders
  • Verweisen Sie auf die Restlaufzeit des Gewinnspiels, um eine zeitliche Limitierung zu erzeugen

7. Marketing fürs Social Media Gewinnspiel

Unternehmen können sich bei der Durchführung eines Gewinnspiels nicht allein auf den viralen Effekt verlassen. Social Media Marketer wissen, wie schwer es oft ist, durch Pinnwandbeiträge die Fan-Basis zu erreichen. Das liegt zum einen daran, dass zum Zeitpunkt der Mitteilung nur ein Teil der Fans online ist und zum anderen am facebook-eigenen Filter. Dieser filtert die enorme Menge an Neuigkeiten auf der Timeline, um nur relevante Meldungen bei den Nutzern ankommen zu lassen. Folgende Werbeformate eignen sich für die Bewerbung der Kampagne:

  • Facebook Anzeigen (Ads) mit Bild und Text
  • Sponsored Posts – diese werden aktiv bei relevanten Personen eingeblendet
  • Banner auf Gewinnspielseiten
  • Beiträge auf Facebook Communities zum Thema Gewinnspiel
  • Störer auf der Hompages des Unternehmens
  • Newsletter an den vorhandenen Verteiler und fremde Verteiler
  • Soziale Netzwerke nutzen: Google+, Twitter, XING uvm.
  • Flyer im Ladengeschäft oder als Beilage in Mailings
  • Störer in automatisierten Mails, beispielsweise bei Onlineshops

Der große Vorteil des Gewinnspielmarketings ist, dass neben dem Fanaufbau insbesondere die Marke kommuniziert wird. Die Preise der Verlosung erhöhen dabei die Aufmerksamkeit bei der Werbekampagne, wodurch höhere Klickraten zu erwarten sind als bei reinen Image-Werbeanzeigen.

Über den Autor:
Benjamin Knecht ist Geschäftsführer der MXP GmbH. 2011 hat er mit Sweepstake eine Facebook-App ins Leben gerufen. Unternehmen und Agenturen erstellen in wenigen Schritten über das Tool Gewinnspielkampagnen und Wettbewerbe. Infos auf www.sweepstake-app.com

Benjamin Knecht, Geschäftsführer der MXP GmbHKontaktdaten:
Benjamin Knecht
Landsberger Str. 59a
86179 Augsburg

Telefon: 0821 / 80 999 45
Telefax: 0821 / 80 999 49
E-Mail: b.knecht@mxp.de
Internet: www.mxp.de
XING: www.xing.com/profile/Benjamin_Knecht

Veröffentlicht unter Facebook
Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dez
10

Social Business und Social Media – Trends 2013 (1)

publiziert von Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton Group

Zehn Thesen zum Thema Social Business mit Schwerpunkt auf Collaboration und Communication hatten wir vor einem Jahr für 2012 aufgestellt und mit unseren Kunden in Projekten, Workshops und bei Vorträgen intensiv diskutiert. Was ist daraus geworden, und wie setzt sich die Entwicklung fort? Hier die zehn Thesen für 2012:

1. IT wird als Produktionsfaktor verstanden.
2. Social Business ist kein Hype-Thema, sondern ein nachhaltiger Trend.
3. Social Business, Cloud Computing, Konsumerisierung (von IT), Mobile und Big Data sind disruptive Wettbewerbsfaktoren.
4. Eine Social Business Strategie (für Collaboration & Communication) kann ohne Diskussion der Themen Cloud Computing, Konsumerisierung, Mobile und Analytics nicht erarbeitet werden.
5. Social Business ist in erster Linie ein Organisationsthema.
6. Social Business steht auch für die Nutzung von Medien, Software und Netzwerken.
7. Ziel ist es, Arbeitsumgebungen zu ermöglichen, in denen Menschen in kollaborativen und integrierten Arbeitswelten den Nutzen für sich, das Unternehmen und die Gesellschaft steigern.
8. Die Auswahl und der Einsatz bestimmter Softwarelösungen, beispielsweise Groupware, Unified Communications und Collaboration Lösungen, Office-Suiten und andere erschließen Wettbewerbsvorteile, wenn deren Möglichkeiten durch entsprechende Arbeits- und Organisationsformen abgebildet werden.
9. Aktuell gibt es keinen Anbieter, der alle Bedürfnisse hinsichtlich Office-Produktivitätslösungen und Social Business Funktionalitäten erfüllt.
10. Anwenderunternehmen kombinieren zunehmend die Lösungen unterschiedlicher Anbieter

Auch für das Jahr 2013 sehen wir zahlreiche Entwicklungen, Trends und Themen, die es zu analysieren gilt. Hier einige der Themen, die wir sehen:

Einkauf verschiebt sich in Richtung Fachabteilung

Fachabteilungen (Lines of Business, LOB) wie Marketing oder Personal decken bereits jetzt ihren Bedarf an Lösungen und Services immer öfter an der IT-Abteilung vorbei. Die benötigten Services werden aus eigenen Budgets bezogen. Die Vor- und Nachteile sind bekannt – und werden teilweise intensiv diskutiert.

Sicher ist: Der Einkauf verschiebt sich zunehmend in Richtung Fachabteilung. Für IT-Anbieter bedeutet dies: neue Zielgruppen, neue Ansprache-Muster und mehr Aufwand. Aber auch mehr Chancen, hochwertige Services zu vermarkten. Die Ansprache der Zukunft erfolgt einerseits über Lösungen, auf der anderen Seite aber überwiegend über Erkenntnisse.

Die IT-Abteilung muss sich dieser Herausforderung stellen. Es gilt, sich in die Bestrebungen der LOBs einzubeziehen und sie aktiv zu gestalten.

Schlüssel zum Erfolg: Big Data und Analytics

Analytics und Big Data sind im Bereich Social Business von elementarer Bedeutung. In 2013 werden neue Services auf den Markt kommen, die für die interne Kommunikation ebenso wie für die Interaktion mit Kunden optimiert sind. Diese Lösungen setzen auf den Dreiklang aus Cloud, Daten und Social Business. Analytics as a Service wird ein zentraler Trend sein, der die Adoption und den Nutzen von Social Business weiter erhöhen wird.

Social Media bewegt sich jenseits der Marketing-Abteilung

Social Media wird zunehmend ganzheitlicher betrachtet. Zwar sind im Bereich Marketing noch nicht alle relevanten Punkte geklärt, dennoch wird Social Media vermehrt auch im Umfeld der eigentlichen Leistungserbringung genutzt – etwa im produktbezogenen Kundendienst oder bei Dienstleistungen. Hier sind auf breiter Ebene Schnittstellen in die IT erforderlich.

Die schiere Zahl von Followern und Friends verliert an Bedeutung

Die aktuellen Strategen in den Marketing- und Organisations-Abteilungen sind fast alle mit dem gleichen Fehler wie beim ersten Internethype behaftet: Sie zielen überwiegend auf Reichweite, und sie kaufen sich Reichweite. Klickraten in Portalen und Netzwerken werden künstlich getrieben, bei Facebook setzt man zum Beispiel auf Gewinnspiele. Dies bringt nicht nur keinen Vorteil, sondern überwiegend Nachteile, die offensichtlich werden, wenn man die Erfolge und Umsätze in Bezug zu den damit erkauften Follower- und Friend-Zahlen setzt.

Aus diesem Grund wird sich dieser Trend im Jahr 2013 umkehren: Es wird verstärkt auf die drei relevanten KPIs im Marketing – Visitors, Conversions und Retentions – gesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch das Retention Marketing an Bedeutung gewinnen. Das Ziel muss sein, bestehende Kundenbeziehungen zu intensivieren. Grundlagen dafür sind Analytik und Database-Marketing. Die IT hält hier noch alle Schlüssel in der Hand.

Mobile gewinnt weiter an Bedeutung

Keine Frage: Die Distribution über und die Bereitstellung von Inhalten auf mobilen Geräten wird weiter zunehmen. Dabei gilt es, die Ansprache von Kunden und Interessenten auf mobilen Geräten zu optimieren.

Die Zahl der zu nutzenden Plattformen wird sich weiter erhöhen. Die Aktivitäten in Richtung Mobile müssen zwingend in Dialogkampagnen eingebunden werden. Nur wenn die Kommunikation in alle Richtungen funktioniert, werden sich die Investitionen lohnen. Vor allem die Integration des Kundenfeedbacks in die IT-Systeme muss gewährleistet sein – also die Einbeziehung der aus den Dialogen gewonnenen Informationen auf Ebene des individuellen Kunden.

Im Hinblick auf Collaboration und Communication im Unternehmen gilt es, On-/Offline-Szenarien zu etablieren, und das Identitätsmanagement in den Mittelpunkt zu rücken. End-to-End-Prozessoptimierung und Dokumentmanagement werden ein Erfolgsfaktor für Social Business für Collaboration und Communication auf mobilen Geräten sein.

Über den Autor:
Axel Oppermann ist als Senior Advisor bei der Experton Group tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Analyse und Bewertung der strategischen Einführung ICT-basierter Produkte und Dienstleistungen. Er unterstützt Anwenderunternehmen im Bereich der strategischen Einsatzplanung, IT-Beschaffung, Allokation und Lizenzierung von Software mit dem Schwerpunkt auf Microsoft-Produkten.

Axel Oppermann, Senior Advisor bei der Experton GroupKontaktdaten:
Axel Oppermann
Experton Group AG
Carl-Zeiss-Ring 4
85737 Ismaning

Telefon: 089 / 923331-0
Telefax: 089 / 923331-11
E-Mail:info@experton-group.com
Internet: www.experton-group.de

Veröffentlicht unter Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Sep
17

Stolperstein: Impressumspflicht bei Facebook

publiziert von Dr. Wolf Günther, Fachanwalt für IT-Recht und gewerblichen Rechtsschutz

Freiberufler informieren potenzielle Auftraggeber immer häufiger nicht nur über eine eigene Website – wer vorn dabei sein will, braucht heute ein Profil auf der Social Media Plattform „Facebook“.

Dabei sind allerdings einige Dinge rechtlicher Natur zu beachten: Mehrere Gerichte haben bereits entschieden, dass für beruflich eingesetzte Social Media Profile eine Pflicht zur Angabe eines Impressums besteht, wie bekanntlich auch für Websites von Freiberuflern.

Leicht erkennbar und direkt erreichbar

Auch hier gelten die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen: Das Impressum muss leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Das bedeutet unter anderem, dass das Impressum maximal zwei Klicks entfernt sein darf.

Noch nicht ganz geklärt ist die Frage, ob es erlaubt ist, das Impressum unter einer anderen Domain bereit zu halten als den Werbeauftritt selbst. Nach wohl überwiegender Ansicht ist das erlaubt. Dafür spricht auch der Gesetzeswortlaut, aus dem sich nichts Gegenteiliges entnehmen lässt.

Allerdings ist in der Regel von einer Verlinkung auf eine fremde Domain abzuraten, unter anderem, weil das Impressum ständig verfügbar sein muss. Dies wäre nicht der Fall, wenn beispielsweise die Domain, auf der sich das Impressum befindet, für längere Zeit abgeschaltet würde, zugleich aber die verlinkende Domain weiterhin online wäre. Ein Stolperstein, der sich vermeiden lässt.

Andererseits kann eine Verlinkung auf eine fremde Domain In einigen Fällen sinnvoll sein – etwa wenn es sich um ein Angebot eines Drittanbieters handelt und der zur Verfügung stehende Platz begrenzt ist.

In solchen Fällen müssen allerdings auch die oben genannten Vorgaben genau beachtet werden. Beispiel: Ein Unternehmen hatte in seinem Auftritt bei Facebook kein vollständiges Impressum angegeben, aber unter der Rubrik „Info“ auf seine eigene Website verlinkt, von der aus man auch auf das Impressum zugreifen konnte.

Richter rügen lasche Handhabung

Es wurde daher abgemahnt, und das Landgericht Aschaffenburg gab dem Abmahnenden Recht. Die Richter entschieden, allein der Begriff „Info“ reiche für eine leichte Erkennbarkeit des Impressums nicht aus. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Rechtsauffassung durchsetzt.

Weiter entschied das Landgericht Aschaffenburg, es müsse auch klar sein, auf welche Domain sich das Impressum bezieht. Das war aber im Impressum des Unternehmens nicht der Fall. Am sichersten kann dies dadurch erreicht werden, dass im Impressum selbst darauf hingewiesen wird, auf welche Domains es sich bezieht (zum Beispiel auf die Website und auf den Auftritt bei Facebook). Wahrscheinlich würde es aber auch ausreichen, wenn der Link von dem Auftritt bei Facebook direkt auf das Impressum zeigt und nicht nur, wie (wohl) im beschriebenen Fall, allgemein auf eine Website, auf der dann erst noch der Link zum Impressum anzuklicken ist.

Da das Thema in der Rechtsprechung noch sehr im Fluss ist, ist es am sichersten, bei Facebook entweder einen eigenen, immer sichtbaren Tab „Impressum“ anzulegen. Alternativ kann man auch auf jeder Seite im Text bei der – leicht auffindbaren – Angabe „Impressum:“ den Link zum Impressum der Website setzen.

Über den Autor:
Rechtsanwalt Dr. Wolf Günther, Fachanwalt für IT-Recht und Gewerblichen Rechtsschutz, studierte Rechtswissenschaften in Marburg, Würzburg und Siena (Italien). Er ist seit 2002 Rechtsanwalt, war von 2003 bis 2006 Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Merseburg und ist seit 2009 Lehrbeauftragter für IT-Recht an der SRH Hochschule Heidelberg. In seiner Tätigkeit bei KANZLEI DR. ERBEN seit 2004 berät er schwerpunktmäßig im IT-Recht bei der Gestaltung von internationalen und nationalen IT-Verträgen, auch mit IT-Freiberuflern, aber auch im Marken- und Wettbewerbsrecht. Rechtsanwalt Dr. Günther ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und Vorträge über IT-rechtliche Themen sowie Mitautor verschiedener Bücher.

Dr. Wolf Günther, Fachanwalt für IT-Recht und gewerblichen RechtsschutzKontaktdaten:
Kanzlei Dr. Erben
Neuenheimer Landstr. 36
69120 Heidelberg

Telefon: 06221 / 58 80 20
Telefax: 06221 / 58 80 222
E-Mail: wolf.guenther@kanzlei-dr-erben.de
Internet: http://www.kanzlei-dr-erben.de

Veröffentlicht unter Recht
Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jun
18

Social Media: IT-Verantwortliche überfordert

publiziert von Verena Bunk, Analyst bei techconsult GmbH

Unternehmen, die mit Social Media erfolgreich sein wollen, brauchen dafür ein ganzheitliches, alle Unternehmensbereiche umfassendes Konzept. Und sie müssen zwingend prozess-unterstützende IT-Lösungen einbinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine von techconsult im ersten Quartal bei mittelständischen Unternehmen in Deutschland durchgeführte Untersuchung. Eine echte Chance für IT-Freelancer, mit Kompetenz in Social Media zu punkten.

Social Media etabliert sich in der Geschäftswelt
Social Media ist aus dem Privatbereich nicht mehr wegzudenken und wird sich 2012 zunehmend auch in der Geschäftswelt etablieren. Für Unternehmen ist Social Media in erster Linie eine unkonventionelle Form der Kommunikation, um online mit ihren Zielgruppen und Kunden in direkten Kontakt zu treten. Es ist davon auszugehen, dass Instrumente wie soziale Netzwerke, Blogs und Wikis zukünftig so selbstverständlich zum Unternehmensalltag gehören werden, wie derzeit die E-Mail. Namhafte Anbieter sind schon mit verschiedenen Softwarepaketen auf dem Markt. Bereits heute sind etliche Unternehmen in sozialen Netzwerken sichtbar, viele weitere Firmen erkennen die Potentiale von Social Media und können sich eine Präsenz in Interaktionskanälen vorstellen. Sie versprechen sich dadurch positive Auswirkungen auf die Entwicklung ihres Unternehmens.

Die von techconsult durchgeführte Untersuchung zeigt, dass bereits elf Prozent der mittelständischen Unternehmen geschäftsbezogen mehrere Stunden pro Woche mit
Social Media verbringen. Jedes fünfte Unternehmen beschäftigt sich ungefähr eine Stunde in der Woche mit sozialen Netzwerken. Ca. 20 Prozent der Mittelständler sind bestrebt,
Social Media relativ kurzfristig in ihre Geschäftsbeziehungen einzubinden, innerhalb der Branchen sind in erster Linie Dienstleister und das Finanzgewerbe Vorreiter. „Sie haben erkannt, dass sie aus einem professionell aufgebauten sozialen Netzwerk für sich wichtige Erkenntnisse über die Marktentwicklung und relevante Kundeninformationen ziehen können“, so Verena Bunk, Analyst bei techconsult. Einerseits erhalten die Unternehmen durch ihre Präsenz in sozialen Netzwerken die Chance, ihre Aufmerksamkeit zu steigern bzw. ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, andererseits bringt es Kundennähe, wirkt sich somit positiv auf den Vertrieb aus und kann Unternehmen in der Pressearbeit und im Marketing unterstützen. Ein überdurchschnittliches Interesse am Einbinden ihres Unternehmens in soziale Netzwerke signalisieren neben dem Finanzgewerbe auch die Handelsunternehmen.

Ganzheitliche Betrachtung
Social Media ist jedoch nicht nur im Kontext der vertrieblichen und der produktpolitischen Interaktion mit dem Kunden zu betrachten, sondern vielmehr ganzheitlich über alle Unternehmensbereiche hinweg. Mitarbeiter aller Bereiche bewegen sich neben den klassischen sozialen Netzwerken insbesondere in fachspezifischen Blogs und Communities und generieren darüber Fachwissen zum Nutzen des Unternehmens. Wie kann aber dieses Wissen dauerhaft dem Unternehmen verfügbar gemacht werden bzw. wie stellt es ein Unternehmen sicher? Die Antwort dürfte heute mehr als unbefriedigend ausfallen. Angefangen mit der Sicherstellung der strukturierten Informationsablage durch den Informationsträger, über das Managen der rasant wachsenden Daten sowie das Einhalten vorgegebener Datenschutzaspekte, stellen sich dem Unternehmen eine Vielzahl von Problemen. Damit verbunden ist auch der Kontrollverlust. Wie kann garantiert werden, dass unternehmensrelevante Informationen nicht unkontrolliert in die Öffentlichkeit gelangen? Professionelles Agieren in sozialen Netzen und die Umsetzung zum Nutzen des Unternehmens erfordern daher geschulte Anwender. Dem Social Media Manager sollte dabei die leitende Funktion zukommen. Er muss eng mit den Fachbereichen zusammenarbeiten. Die Kooperation mit der IT ist jedoch von zentraler Bedeutung. Ohne die Einbindung prozess-unterstützender IT-Lösungen in ein ganzheitliches Social Media Konzept, kann Social Media unmöglich zu einem Entwurf für den Unternehmenserfolg werden. Aktuell fehlt es aber zumeist schon an der eingerichteten Leitungsfunktion. IT-Verantwortliche selbst sind damit überfordert und können bestenfalls in Teilbereichen zum Social Media Erfolg beitragen. Das derzeitige Szenario macht es notwendig, Unternehmen zu sensibilisieren. Die Taktik des generellen Sperrens entsprechender Zugänge kann in Zukunft allein schon auf der Human- Ressource-Seite nicht mehr vertreten werden. Digital Natives erwarten gewohnte Kommunikations- und Informationswege auch am künftigen Arbeitsplatz.

Erfolgsfaktor Social Media?
Mit dem Social Media Business Index wird techconsult künftig Unternehmen die Möglichkeit des Vergleichs mit anderen ihrer Branche bieten. Dazu werden regelmäßig durchgeführte, repräsentative Unternehmensbefragungen den aktuellen Stand, die Bedürfnisse und Nöte sowie die künftigen Planungen erfassen. Folgende Fragestellungen werden unter anderem Bestandteil der Untersuchungen sein:

  • In welchem Maße ist der Zugriff auf Social Media Plattformen den Mitarbeitern erlaubt?
  • Welche Vorteile versprechen sich Unternehmen innerhalb der einzelnen Unternehmensprozesse durch die Social Media Aktivitäten der Mitarbeiter?
  • In wie weit fühlen sich Unternehmen in der Lage, die Social Media Aktivitäten der Mitarbeiter nutzbringend in die Prozesse zu integrieren?
  • Welche Umsetzungshürden gibt es, welche sind kurzfristig zu beheben?
  • Wo wird der Zugriff erlaubt und auf welche Plattformen?

Bringt nun Social Media Unternehmen auf Erfolgskurs? Die Antwort lautet derzeit: Es ist möglich! Unternehmen müssen jedoch ein ganzheitliches Social Media Konzept entwickeln, das nicht nur die Präsenz auf Facebook und Co. umfasst, sondern das Wirken aller Unternehmensbereiche berücksichtigt und mit der IT in Einklang bringt. Die Mehrheit der Unternehmen ist davon noch ein gutes Stück entfernt.

Verena Bunk, Analyst bei techconsultÜber die Autorin:
Verena Bunk ist als Analyst bei techconsult tätig und leitet das Competence Center Hardware & Betriebsysteme. Sie ist verantwortlich für Market-Research-Projekte im Bereich Server, Desktops und Mobile Computing.

Kontaktdaten:
Verena Bunk
Analyst
techconsult GmbH
The IT Market Analysts
Am Platz der Deutschen Einheit
Leipziger Str. 35-37
D-34125 Kassel

Telefon: 0561 8109-141
Telefax: 0561-8109-101
E-Mail:verena.bunk@techconsult.de
Internet: www.techconsult.de

Veröffentlicht unter Diverses, Trends
Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar