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Für Freiberufler: Einstiegs-Coachings fördern

Coachings vor einer Existenzgründung verbessern die Startchancen für Freiberufler. Und sie erhöhen die Chancen auf nachhaltigen Erfolg in der Selbstständigkeit. Deshalb sind solche Coachings volkwirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen. Dies ist die Einschätzung des Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI). Der Verband setzt sich deshalb für bundesweit einheitliche Fördermöglichkeiten von Coachings vor einer Existenzgründung ein.

Freiberufler in der IT sind gefragt – nicht von ungefähr steigt die Zahl der Neugründungen stetig. Allerdings sollte sich jeder Interessierte vor seinem Start in die Selbständigkeit fragen, ob er sich dafür eignet und ob die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start gegeben sind. Für eine diesbezüglich klare, realistische Sicht der Dinge sorgen Gründercoachings und –seminare, die – natürlich – vor der Gründung greifen sollten.

Kriterien nicht einheitlich

Doch gerade solche vorgelagerten Coachings kann sich ein angehender Freiberufler meist nicht leisten. Zwar werden auf Länderebene auch sogenannte Bildungsgutscheine angeboten, doch sind diese meist an ein bestimmtes Institut oder eine zeitlich begrenzte Länderinitiative gebunden und zudem für alle Gründungswilligen offen. Auch sind die Kriterien für eine finanzielle Förderung nicht einheitlich sondern variieren von Bundesland zu Bundesland. Damit sind die Rahmenbedingungen für IT-Freelancer nur sehr schwer oder überhaupt nicht kalkulierbar.

Eine staatlich geförderte Möglichkeit stellen Coachings im Rahmen des Gründercoachings Deutschland der KfW dar – allerdings erst nach der Gründung. Freiberufler erhalten dabei bis zu fünf Jahre nach der Gründung Zuschüsse für qualifizierte Beratung. Findet die Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus statt, werden sogar bis zu 90 Prozent der Coaching-Kosten bezuschusst. Allerdings: Beratungen zu Rechts-, Versicherungs- und Steuerfragen beispielsweise sind von dieser Fördermöglichkeit im Gründercoaching Deutschland ausgeschlossen.

Das Kind im Brunnen

BVSI-Vorstand Peter Brenner: „Die Frage ist auch, ob das Kind nicht schon längst in den Brunnen gefallen ist, wenn ein Coaching erst nach der Gründung erfolgt. Nach einer Existenzgründung erst festzustellen, dass dieser Weg doch nicht der richtige ist, führt zu herben Enttäuschungen“. Er plädiert deshalb für die Rückkehr zu einheitlichen Fördermöglichkeiten der Existenzgründerberatung für Freiberufler – und zwar vor der Selbständigkeit. „Damit kann der Gründer wichtige Parameter vorab schon klären, wie die Anmeldung beim Finanzamt als Freiberufler oder Gewerbetreibender, die Wirtschaftlichkeit und Tragfähigkeit der Gründungsabsicht oder auch die Festlegung des Businessplanes und eines Marketingkonzeptes. Auch kann Scheinselbständigkeit umgangen und die Rentenversicherungspflicht geklärt werden“.

Klar ist, dass so ein Coaching vor der eigentlichen Gründung jedoch auch dazu führen kann, dass sich der Interessierte eben nicht selbständig macht. „Dieses Risiko muss aber eingegangen werden, denn nur so erhält die deutsche Wirtschaft starke Freiberufler, die den Markt stützen“, meint Peter Brenner.

Über den BVSI:
Der Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e.V. vertritt seit 1997 freiberufliche IT-Experten in beruflichen, fachlichen und wirtschaftlichen Belangen. Der BVSI bietet den Freiberuflern und Selbständigen nahen Austausch unter Gleichgesinnten virtuell über die eigene Internetseite und Social Media-Angebote wie Xing, aber auch über direkte Treffen. Weiterbildung der Freiberufler wird im BVSI groß geschrieben: Workshops zu Themen wie Projektmanagement oder Soft Skills und preiswert zeitlich-flexible Fortbildungsangebote durch externe Partner wie Kayenta oder Targetter machen dies möglich. Neueinsteiger unterstützt der BVSI mit einer Patenschaft. Diese enthält zum Beispiel Beratung zu den Themen Recht und Steuern, Existenzgründung und Marketing. Erfahrene BVSI-Mitglieder unterstützen als Paten eine Zeit lang die IT-Existenzgründer mit Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag.

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