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Selbstmarketing für Freiberufler (Teil 2): Tipps zur Online-Reputation

Mit ein wenig Überlegung kann jeder das Projekt Selbstmarketing zum Erfolgsfaktor machen. Der erste Teil der Serie widmete sich der richtigen Selbstdarstellung und dem Aufbau eines Lebenslaufs. Der zweite Teil beschäftigt sich nun mit dem sinnvollen Einsatz der sozialen Medien für den Business-Bereich.

Wer bin ich im Netz?

Sie sind gut, Sie wissen, was Sie gut macht, und nun wird es Zeit, sichtbar zu werden. Wir alle sind das bereits – dafür sorgen allein schon die sozialen Netzwerke. Wenn Sie das Web als Marketinginstrument nutzen wollen, sollten Sie allerdings Überlegungen treffen, wen Sie auf welchem Kanal erreichen. Planen Sie auf jeden Fall ein fixes Zeitkontingent zur Pflege aller Plattformen ein: Aktualität, Inhalte und durchgängige Qualität entstehen nicht in der Mittagspause und wollen gut überlegt sein. Jede Plattform spielt dabei eine eigene Rolle.

XING / LinkedIn – Netzwerke pflegen

Als Professional sind Sie in beiden Netzwerken gut aufgehoben. Hier pflegen Sie Kontakte, die Sie weiterbringen können. Mit wenig Aufwand können Sie auf XING und auf LinkedIn Ihre Fähigkeiten und einen vereinfachten Lebenslauf samt Bild posten. Ihr Foto ist oft der erste persönliche Eindruck, den Recruiter und Einkäufer von Ihnen zu sehen bekommen. Sorgen Sie dafür, dass hier ein professionell fotografiertes, sympathisches Bild in Geschäftskleidung hinterlegt ist: Seriös, nicht mit Effekten bearbeitet oder geschönt, höchstens drei Jahre alt, vor neutralem Hintergrund. Ihr Lebenslauf und Ihre Fähigkeiten stehen inhaltlich im Vordergrund. Vertiefen Sie ihren guten Eindruck, indem Sie in Fachgruppen eintreten oder Verbindungen zu Kunden und deren Kollegen pflegen. Die Frage „XING oder LinkedIn“ ist größtenteils Geschmackssache. Im DACH-Raum ist XING nach wie vor ungeschlagen, hat man aber Ambitionen bei international tätigen Unternehmen oder in Übersee, ist man mit einem LinkedIn-Account gut beraten. Der darf gerne deckungsgleich mit dem XING-Profil sein, sollte aber auf jeden Fall das Mehrsprachigkeits-Feature nutzen.

Freiberufler-Website – Alpha und Omega

Aufwändiger, aber von zentraler Bedeutung ist Ihre eigene Webseite. Das bedeutet nicht, dass Sie einen vollwertigen Unternehmensauftritt hinlegen, aber in knapper und aktueller Form ein Leistungsangebot formulieren. Die Vorarbeit haben Sie bereits in XING / LinkedIn geleistet. Enthalten sein sollten: Ihr Bild (auf allen Plattformen identisch), die bereits oben genannte Selbstbeschreibung in drei Sätzen, ein Lebenslauf, einige Kunden und Referenzprojekte. Die freie Form macht Ihre Seite zu einer Bühne, auf der Sie Schwerpunkte legen können, wie das auf vorgefertigten Profilen unmöglich ist: Sie haben einen erfolgreichen Auslandsauftrag in China gestemmt? Hier können Sie ihn hervorheben. Unbedingt gehören Links auf Ihre Netzwerk-Accounts dazu – aber nur die geschäftsrelevanten.

Ihre Seite darf gerne einfach sein, entscheidend ist, dass sie übersichtlich bleibt, auf aktuelle HTML-/CSS-Standards baut und so aktuell und erreichbar wie möglich ist. Ein Mobile-tauglicher Onepager auf Basis eines CMS (Content Management System zum einfachen Einpflegen von Inhalten) ist sinnvoller als zig individuell programmierte Seiten Fachjargon, Bilder und Abhandlungen zur Philosophie. Usability ist entscheidend: Eine klare Navigation, die auch auf Mobile-Touchscreens leicht bedienbar ist und ein Verzicht auf unnötige Scripts oder Spielereien sind das A und O. Auf Englisch: Keep it strictly business!

Der wichtigste Job Ihres Schaufensters im Netz muss jede Maßnahme durchziehen: Seiten müssen Kontakte generieren. Der am häufigsten angeklickte Navigationspunkt ist weltweit „Kontakt“. Am besten unterfüttern Sie diesen zusätzlich noch mit einem Footer mit Kurzkontakt und hinterlegen Ihren Lebenslauf als PDF sowie Outlook-Kontaktdaten.

Facebook – menschlicher Faktor gleich Erfolgsfaktor?

Um es vorweg zu nehmen: Facebook ist Ihre private Seite. Gehen Sie trotzdem davon aus, dass über 70% der Unternehmen einen Blick darauf werfen werden. Dementsprechend sind, wenn Sie es richtig machen möchten, Fotos von teuren Urlauben hier fehl am Platz, ebenso Partybilder, flache Sinnsprüche oder Politik. Sie sind Freelancer, und das bedeutet, dass Sie eine Marke sind, 24/7 und mit allen Konsequenzen! Wer allerdings ausschließlich Berufliches postet, macht in den Augen vieler einen unausgeglichenen Eindruck. Sie haben Hobbies, interessante Fachbeiträge gefunden, schöne Dinge, gute Fotos oder ein Ehrenamt? Facebook ist der optimale Ort dafür und kann aus einem guten ersten Eindruck einen sympathischen machen.

Fachbeiträge schreiben

Eine besondere Funktion als Multiplikator besitzen fachliche Veröffentlichungen oder eine Dozentenstelle. Fachliches Engagement ist ein Plus, zeigt es doch, dass Sie die Materie vollständig verinnerlichen und sich in ihr weiterentwickeln. Beides wird als guter Indikator für Soft Skills sowie Text- und Vermittlungsfähigkeiten gewertet, ganz zu schweigen von dem, was externe Inhalte, die auf Sie verweisen, für Ihre Auffindbarkeit (SEO) tun.

Und schließlich: Alle Plattformen sollten grundsätzlich auf Ihre Webseite führen – die ist der Anfang und das Ende Ihrer Selbstdarstellung im Netz.

Im dritten Teil der Serie bekommen Sie weiterführende Tipps für das digitale Selbstmarketing und Ihre Geschäftsausstattung.

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