Freiberufler – Hilfen beim Start

Mut für den Start in die Selbständigkeit ist allemal nötig – und das gilt natürlich nicht nur für Informatiker. Allerdings: Inzwischen gibt es durchaus Hilfestellungen, die diesen Schritt begleiten und erleichtern können. Wer sich im Vorfeld über die Möglichkeiten informiert, hat verbesserte Startchancen, sich eine solide Basis für eine Existenz als Freiberufler zu schaffen. Dazu gehört natürlich auch, dass man seine strategische Position am Markt sehr klar und bewusst definiert. Die optimale Positionierung bringt die eigenen Fähigkeiten mit der aktuellen und künftigen Nachfrage in Einklang und erlaubt es, umsatzträchtige Marktnischen aktiv zu besetzen.

Zunächst aber zu den ganz pragmatischen Hilfen: finanzielle Zuwendungen. Zu Beginn einer Existenzgründung können staatliche Fördergelder in Anspruch genommen werden. Bis zu 90 Prozent der Beratungs- und Coaching-Kosten etwa übernimmt die KfW im Rahmen des Gründercoachings Deutschland. Allerdings gilt dieser Höchstsatz nur, wenn die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus geschieht. Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich vor dem entscheidenden Schritt über die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen informiert.

Angehende Freiberufler können darüber hinaus in verschiedenen Bereichen durch Sonderregelungen Vorteile in Anspruch nehmen. Einer der ersten Schritte sollte es in jedem Fall sein, mit Hilfe einer geförderten Beratung die Freiberuflichkeit klar zu definieren und damit vor allem die Rentenversicherungspflicht zu verhindern. Auch die Gestaltungsspielräume gilt es mit Hilfe erfahrener Coachs auszuloten, um sich eine optimale Startposition zu sichern.

Potenzielle Freiberufler, die den Start in die Selbstständigkeit planen, können sich an den folgenden Schritten orientieren:

 

1. Entwicklung einer ersten Geschäftsidee und deren Bewertung. Wichtig ist es hier, zum einen die eigene fachliche Eignung sowie die Selbsteinschätzung des künftigen Freiberuflers möglichst objektiv zu prüfen. Zum anderen ist eine der entscheidenden Fragen: Wird sich die Geschäftsidee im Markt durchsetzen können?

 

2. Gründungsvorhaben skizzieren. Mit Hilfe eines Business-Planes sollte man einigermaßen belastbar definieren, ob die Geschäftsidee zu einer tragfähigen Vollexistenz als Freiberufler führen kann.

3. Staatliche Fördergelder sichern. Für einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit ist ein Business-Plan vorzulegen. Zu klären ist auch, welche Zuschüsse es über das Gründercoaching Deutschland der KfW gibt und was dabei zu beachten ist. Mit dem Gründercoaching lassen sich die wichtigsten Fragen für eine Existenzgründung klären: Anerkennung als Freiberufler, Rentenversicherungspflicht, vertragliche Gestaltung, Haftungsfragen, Kundenschutzklauseln, Konzepte für Marketing und Akquisition, Versicherungsfragen, Altersvorsorge und steuerliche Modellierung. Achtung:  ein Gründercoaching ist vorab von der KfW zu genehmigen. Dabei hilft der Coach genauso wie bei der nachfolgenden Förderabwicklung.

4. Marketing- und Akquisitionsstrategie festlegen. Hier geht es ans Eingemachte. So ist die Außendarstellung als Freiberufler zu modellieren. Die Inhalte und der Ablauf einer Mailingaktion müssen ebenso erarbeitet werden wie die einer telefonischen Akquise. Zielgruppe definieren und durch ein mehrfaches telefonisches Nachfassen Interesse am Projekt ausdrücken, sowie die eigene fachliche Eignung betonen.

Weitere Punkte hierzu sind:
– Definieren Sie ein aussagekräftiges Beraterprofil mit Ausbildung, Wissen und Erfahrung
– Bestimmen Sie marktgerechte Honorargrenzen
– Klären Sie Restriktionen wie räumliches und fachliches Einsatzgebiet
– Sind neben Subunternehmerschaften auch Direktaufträge erzielbar?
– Legen Sie die Inhalte Ihres Internetauftritts fest
– Gestalten Sie Firmenlogo, Briefbogen und Visitenkarten
– Welche Messen und Kongresse sind zu besuchen?
– Welche Anzeigen sind wo und in welcher Form zu veröffentlichen?
– Welche Fachbücher könnten geschrieben werden und welche Fachartikel sind für wen zu verfassen?
– Gibt es Verbände bei denen sich eine Mitgliedschaft lohnt, um Kontakte aufzubauen?
– In welche Projektdatenbanken ist es sinnvoll sein Beraterprofil einzutragen?
– Welche Internetplattformen sind wichtig
– Informieren Sie sich über mögliche künftige Klienten
– Arbeiten Sie den Ablauf einer Mailingaktion beziehungsweise einer Telefonakquise aus
– Sind Maßnahmen zur Stärkung des persönlichen Auftritts und der Verhandlungstechnik erforderlich?
– Ist es notwendig die eigenen Marketing- und Akquisitionsfähigkeiten zu erweitern und zu verbessern?

5. Umgang mit den Behörden. Die Anmeldung beim Finanzamt bestimmt die spätere steuerliche Behandlung. So sind die Angaben im sogenannten Betriebserfassungsbogen sehr genau zu überdenken. Eine Ab- oder Anmeldung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ist nicht erforderlich, sofern der Freiberuflerstatus steht. Dass dies allerdings zunehmend schwieriger wird, darauf weist Rechtsanwalt Dr. Benno Grunewald, Justiziar des BVSI, immer wieder hin (siehe unseren Blog-Beitrag „Selbständigkeit heute: Chance? Risiko? Harakiri?“ vom 28. Februar 2013).

Für Freiberufler ist die Anmeldung eines Gewerbes kontraproduktiv. Sonst drohen zusätzlich zur Gewerbesteuer, Beiträge bei der IHK und Berufsgenossenschaft, doppelte Buchführung und Bilanzierungspflicht, also der Verlust von Zeit und Geld.

Zu klären ist insbesondere:

– Werden die Kriterien für eine Freiberuflichkeit erfüllt: Ausbildung, Tätigkeit, ingenieurmässiges Vorgehen?
– Welche Begriffe sind fürs Finanzamt wichtig, bei der Anmeldung und bei der Einkommensteuerklärung?
– Was darf in Rechnungen und Tätigkeitsnachweisen stehen?
– Welche Inhalte in Verträgen und auf der Homepage?

Die Deutsche Rentenversicherung Bund prüft in der Regel per Fragebogen, ob ein Berater rentenversicherungspflichtig ist. Bei negativem Ausgang sind maximal Beiträge für vier Jahre in Höhe von bis zu rund 24.000. Euro zu entrichten. Das gilt es zu verhindern. Am wichtigsten hierfür ist es, die Strategie innerhalb des Gründercoachings Deutschland schon im Vorfeld zu definieren. Damit stellen Sie sicher, dass keine Situationen entstehen, die später nicht mehr reparabel sind. Gutachterliche Testate sind sehr wirkungsvoll, weil die Beamten kaum in der Lage sind, die drei Informatikkriterien zu bewerten.

6. Aktives Netzworking starten. Heben Sie sich positiv von den Anderen ab. Prüfen Sie die Möglichkeit, Pressearbeit zu machen. Oder Vorträge zu halten. Vielleicht haben Sie sogar eine Idee für ein Buch, das Sie selbst oder mit Anderen umsetzen. Durch Mailingaktionen, News auf der Homepage und in den verschiedenen Foren ist neu erworbenes Wissen der Zielgruppe zu avisieren. Gleiches gilt für zwischenzeitlich gesammelte Erfahrung in Projekten.

7. Optimierungen nach erfolgter Gründung. Entwickeln Sie Ihre bisherige Beratungskompetenz weiter, gehen Sie zum Beispiel den Weg vom Softwareentwickler zum Projektleiter. Prüfen Sie die dafür geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen wie Zertifizierungen, Online-Schulungen und Selbststudium.

Wichtig: Denken Sie an das Finanzamt. Immer häufiger finden auch bei Einzelunternehmern Betriebsprüfungen statt. Diese gilt es vorzubereiten, durch genaue Prüfung der Begrifflichkeiten auf der Homepage, der Rechnung mit Tätigkeitsnachweis und den Inhalten der abgeschlossenen Verträge. Auch hier hilft das Gründercoaching Deutschland weiter. Dabei sind weitere steuerlich relevanten Themen eines Informatikers einzubeziehen.

Stärken Sie Ihren persönlichen Auftritt und Ihre Verhandlungstechnik. Erweitern und verbessern Sie Ihre Marketing- und Akquisitionsfähigkeiten, erkennen und beseitigen Sie Schwachstellen, analysieren und schärfen Sie Ihr Profil und Ihren Marktauftritt, modellieren Sie aktiv Ihre steuerlichen Möglichkeiten – zum Beispiel in Sachen Abschreibungen, Investitionen und Reisekosten.

Empfehlung: Falls Sie Gewerbetreibender sind und damit der Gewerbesteuerpflicht mit allen ihren Nachteilen unterliegen, lassen Sie prüfen, ob eine rückwirkende Anerkennung als Freiberufler möglich ist. Dann winkt Erstattung der Gewerbesteuer zuzüglich 6 Prozent Zinsen für vier Jahre rückwirkend. Eine gute Geldanlage.

Über den Autor

Peter Brenner ist seit 1978 Existenzgründungsberater und Coach sowie Sachverständiger in der Informatik. Als externer Unternehmensberater kann er Ihnen vielfältig Hilfestellung zu Fördermodulen geben, ob Sie neue Geschäftsfelder suchen, Ihre Geschäftsfelder umstellen/digitalisieren sollten oder aber auch wie Sie Ihre Liquidität wieder herstellen. Eine Analyse des Unternehmens und die Beseitigung von Schwachstellen gehören ebenso dazu wie die Sicherung der gefährdeten Altersvorsorge. Durch Modellierung der Gestaltungsspielräume gelingt es dem Betroffenen so eine optimale strategische Position in wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten zu sichern. Er steht Ihnen für ein kostenlosen Telefonat zur Verfügung und hilft Ihnen einzuschätzen, in welcher Form das Fördemodul zu nutzen ist.

Peter Brenner

Kontaktdaten

Sachverständigen-Kanzlei für Informatik
Artilleriestr. 32a
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E-Mail: peterbrenner@t-online.de
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