Wie funktioniert Vermögensaufbau am Immobilienmarkt?

Das Corona-Virus stellt die Menschen in Deutschland vor enorme Herausforderungen. Die Aktienmärkte verhalten sich unruhig, die früheren Geldanlagemöglichkeiten sind passé aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB – es gilt, neue Wege ausfindig zu machen, wie Geld gewinnbringend investiert werden kann. Insbesondere für Freiberufler bringt die momentane wirtschaftliche Situation Probleme mit sich. Viele Firmen kürzen aufgrund der unklaren Auftragslage Stellen, führen Kurzarbeit ein und ziehen selbst Aufträge zurück. Kurz – für viele Freiberufler entfallen ihre Einnahmequellen. Umso dringender ist es geboten, alternative Möglichkeiten zu finden, wie Sie Ihr Geld anlegen können, um sich kurz- oder langfristig ein finanzielles Polster zu schaffen.

Immobilien gelten seit jeher als lohnende Geldanlage, da komfortables Wohnen zum Grundbedürfnis eines jeden Menschen gehört. Gerade in Großstädten treibt die Wohnraumknappheit die Mieten in die Höhe, daher wird für Viele der Wohnungsmarkt zu einem immer attraktiver werdenden Ziel, um ihr Geld gewinnbringend zu investieren.

Doch welche Möglichkeiten gibt es, das zu tun? Und wie minimieren Sie dabei Risiken? Wie bei jeder anderen Kapitalanlage auch, sollten Sie sich auch hier mit Fragen dieser Art auseinandersetzen, bevor Sie ihre erste Investition tätigen.

Anlageformen

Immobilieninvestitionen lassen sich in mehrere Formen oder Kategorien einteilen. Wir unterscheiden:

  • Direkte Investments: Häuser, Wohnungen und Gewerbeimmobilien
  • Indirekte Investments: Aktiengesellschaften, Anteile an Immobilienfonds

Indirekte Investments

Kostengünstige Varianten der Kapitalanlage bieten indirekte Investments.
Dazu zählt beispielsweise der Erwerb von Aktien eines oder mehrerer Immobilienunternehmen. Hier sparen Sie die Kosten, die beim direkten Kauf einer Immobilie anfallen, also für Verwaltung, Instandhaltung, etc.
Aktien bieten, wenn sie mit Bedacht ausgesucht werden, attraktive Renditenchancen. Wie viel Geld Sie investieren möchten, können Sie freilich selbst entscheiden und entsprechend werden auch Risiken und Gewinn für Sie ab- oder zunehmen, je nach Investmentplan.
Ihre Renditechancen sind abhängig von der Marktentwicklung und den Zukunftsaussichten des Unternehmens, auch hier sollten Sie daher gezielt Recherche betreiben.
Ein großer Vorteil liegt jedoch in der Tatsache, dass Aktien schnell wieder veräußert werden können, sodass Sie ihr Kapital, falls Sie es benötigen, wieder abziehen können.

Offene Fonds:

Auch Fonds bieten für Sie Chancen, sind aber etwas komplexer in der Handhabung. Wollen Sie solche erwerben, empfiehlt es sich in jedem Fall, im Voraus Bewertungen und Erfahrungsberichte zu den Anbietern zu lesen, um unnötige Kosten einzusparen und schlechte Erfahrungen zu vermeiden. Durch den Kauf von Anteilen an Immobilienfonds beteiligen sich Kleinanleger an aussichtsreichen Immobilien in verschiedenen Regionen. Der Vorteil hierin liegt in der Tatsache, dass Sie sich selbst keine Gedanken über die Auswahl der Objekte, Standorte, u. Ä. machen müssen, sondern die jeweiligen Fondsmanager dies übernehmen. Sie geben also einen Teil der Kontrolle über ihr Geld ab und profitieren von den Wertsteigerungen der erworbenen Fondsanteile.
Nach einer festgelegten Mindesthaltedauer können Sie sich ihre Anteile jederzeit auszahlen lassen. Auch bei dieser Anlageart können Sie Kapital also zur Not wieder abziehen.

Geschlossene Fonds:

Diese bilden wiederum eine Kategorie für sich, da sie nicht für Kleinanleger geeignet sind. Sie schließen in der Regel eine Mindestbeteiligung von 10.000 bis 20.000 Euro ein und die Mindesthaltedauer der Anteile umfasst einen deutlich längeren Zeitraum, als bei den vorher beschriebenen offenen Fonds. Meist handelt es sich bei geschlossenen Fonds um Anteile an Gewerbeimmobilien.
Ein Vorteil liegt allerdings in der Möglichkeit für Investoren, sehr breit diversifizieren zu können, da sie beispielsweise auch ausländische Immobilienmärkte einbeziehen.

Direkte Investments

Häuser und Wohnungen: Die wohl bekanntesten direkten Investitionsmöglichkeiten im Bereich Immobilien.
Selbige zu erwerben, stellt einen enormen Kostenfaktor dar, was für die meisten Käufer bedeutet, dass sie vorher Fremdkapital einbeziehen müssen in Form von Krediten oder Darlehen.

Da durch die derzeitige Niedrigzinsphase Darlehen aber zu sehr günstigen Konditionen zu erhalten sind, bieten sich hier Chancen für entschlossene Investoren.
Häuser haben den Vorteil, dass Sie diese teilweise selbst bewohnen können und sämtliche Entscheidungen, die Gestaltung, Umbau etc. betreffen, in ihrer Hand liegen.
Letztlich tragen Sie allerdings auch allein die Kosten für alles, was Instandhaltung und Reparaturkosten beinhaltet.

Eigentumswohnungen sind günstiger, da der Mieter bestimmte Kostenpunkte übernimmt wie beispielsweise kleinere Reparaturen. Allerdings sind Sie, wenn Sie wesentliche bauliche Veränderungen an der Wohnung vornehmen wollen, auf das Wohlwollen und Einverständnis ihrer Mieter angewiesen. Hier sind also Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.

Gewerbeimmobilien:

Immobilien wie Bürogebäude oder Hotels garantieren sehr langfristige Mieteinnahmen, da sie in der Regel von Großunternehmen und Konzernen gemietet werden. Mit Mietausfällen muss man bei dieser Art Mieter nur selten rechnen. Diese Form von Immobilien beinhaltet allerdings auch den größten Kapitalaufwand von allen und birgt daher ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
Den Erwerb von Immobilien sollten Sie als zweischneidiges Schwert verstehen. Chancen und Risiken sind hoch und steigen mit dem betriebenen Kostenaufwand.

Ob eine Immobilie sich rentiert, hängt teilweise mit Faktoren zusammen, die nicht steuerbar sind. Um Entwicklungen in der Branche richtig einzuschätzen, fehlt Privatinvestoren meist die nötige Expertise. Es gibt allerdings auch eine Reihe steuerbarer Faktoren, die Sie in jedem Fall in ihre Entscheidungen einbeziehen sollten.

Dazu gehören:

  • Lage der Immobilie: gute Infrastruktur, hohes Bevölkerungswachstum, vorhandene Arbeitsplätze
  • Mikrolage: seriöses Wohnviertel, Verkehrsanbindung
  • Keine baulichen Mängel: Bausubstanz sollte geprüft, Baujahr in Überlegungen einbezogen werden
  • Ausstattung: modern und funktional

Letztlich bilden direkte Investments in Immobilien für Freiberufler eine Möglichkeit, die mit Vorsicht in die eigenen Überlegungen einzubeziehen ist. Gerade als Mensch ohne Festanstellung sollte man sich über seine finanziellen Rücklagen bewusst sein und die eigene Kreditwürdigkeit analysieren, bevor man große Mengen an Fremdkapital ansammelt.

Entscheidend für den Erfolg ist in jedem Fall der Erwerb von Informationen über die jeweiligen Anlagearten. Leistungsbilanzen und Erfahrungswerte sollten Sie in ihre Entscheidungen einbeziehen, um ein möglichst umfassendes Bild von Investitionsmöglichkeiten zu erhalten, bevor Sie diese nutzen.

Je mehr Aufwand Sie in dieser Hinsicht betreiben, desto größer wird auch ihre Belohnung ausfallen, indem Sie mehr Handlungssicherheit gewinnen und ihr Geld vorausschauender anlegen.

Über den Autor

Thomas Hoffmann ist 1964 in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach seinem Abitur studierte er Germanistik und Amerikanistik und arbeitete daraufhin als freier Journalist und Übersetzer. Im Zuge dieser Tätigkeit kam er in Kontakt mit betriebswirtschaftlichen Themen und eignete sich ein umfangreiches Wissen an. Spezialisiert hat er sich auf Themen rund um Existenzgründung, Buchhaltung und Personalführung.

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E-Mail: thomas_hoffmann1@gmx.net

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