Die 10 wichtigsten Kreditarten für Freiberufler

Die meisten Freiberufler finanzieren ihre Geschäftstätigkeit in unterschiedlicher Form mit kurz- bis langfristigen Krediten. Ihnen steht eine breite Auswahl an Kreditarten zur Verfügung, diese lassen sich nach mehreren Kriterien unterscheiden. Bei einem Dispokredit handelt es sich zum Beispiel um eine kurzfristige und flexible Finanzierung, ein Ratenkredit eignet sich für größere Anschaffungen. Diese Typen lassen sich zusätzlich differenzieren, neben einem gewöhnlichen Ratenkredit gibt es unter anderem Online-Ratenkredite und Sofortkredite. Freiberufler, die eine Finanzierung benötigen, sollten sich mit den zehn bedeutendsten Kreditarten auseinandersetzen.

1. Flexibilität dank Dispokredit

Wie bei privaten Girokonten können Freiberufler auf ihrem Geschäftskonto einen Dispokredit einrichten lassen. Bis zur jeweiligen Höchstgrenze dürfen sie ihr Konto überziehen, feste Rückzahlungsverpflichtungen gibt es nicht. Die Zinsberechnung erfolgt täglich, Zinsen fallen nur für den tatsächlich genutzten Dispo an. Der Flexibilität stehen als Nachteil die hohen Zinssätze gegenüber. Zusätzlich können sich die Zinssätze jederzeit ändern, es drohen Kostensteigerungen. Freiberufler sollten auch bedenken, dass die Bank den Dispo kurzfristig kündigen kann. Innerhalb weniger Wochen müssen Kreditnehmer das Girokonto dann ausgleichen.

2. Abrufkredit: Kreditrahmen mit monatlicher Tilgung

Auch ein Abrufkredit garantiert größtmögliche Flexibilität. Die Bank stellt einen Kreditrahmen bereit, Kunden können jederzeit darauf zugreifen. Dies geschieht aber nicht wie beim Dispo auf dem Girokonto, Institute führen einen Abrufkredit separat. Zudem müssen Freiberufler eine Mindestsumme abrufen, zum Beispiel 500 Euro. Diesen Betrag überweist die Bank anschließend auf das Girokonto. Ein weiterer Unterschied besteht bei der Rückzahlung, Kunden tilgen in festen Monatsraten.

3. Einsatz einer Kreditkarte: Bis zu 30 Tage zinsloser Kredit

Ein beliebtes Mittel für die kurzfristige Finanzierung ist eine Geschäftskreditkarte. Bei Charge-Kreditkarten bucht die Bank sämtliche Kreditkartenumsätze ein Mal im Monat gesammelt ab. Das bedeutet, dass sie bis zu 30 Tage lang einen kostenlosen Kredit gewährt.

4. Der Ratenkredit für mittel- bis langfristigen Finanzierungsbedarf

Für Anschaffungen aller Art ist der Ratenkredit die geeignete Wahl, der sich im Vergleich zum Dispo durch deutlich niedrigere Zinssätze auszeichnet. Finanzieren Freiberufler damit zum Beispiel ihre Büroausstattung, ein Fahrzeug oder eine Maschine, handelt es sich um einen Investitionskredit. Das jeweilige Erworbene dient der Bank in vielen Fällen als Kreditsicherheit. Neben den niedrigeren Zinsen als beim Dispo verdient die Planungssicherheit Erwähnung. Kreditnehmer wissen am Anfang der Laufzeit, welche Kosten sie wie lange stemmen müssen. Die Zinsen sind fix. Bestenfalls räumen Banken den Unternehmen die Möglichkeit ein, mit Sondertilgungen die Restschuld außerplanmäßig zu reduzieren.

5. Onlinekredite: Breite Auswahl, günstige Angebote

Sämtliche Kreditarten lassen sich in Filialkredite und Onlinekredite unterteilen. Bei Onlinekrediten müssen Freiberufler auf die Beratung vor Ort verzichten, dafür sparen sie meistens Geld. Das lässt sich leicht nachvollziehen: Filialbanken tragen hohe Personal- und Mietkosten, entsprechend hohe Zinsen müssen sie verlangen. Direktbanken verfügen dagegen über eine schlanke Verwaltungsstruktur, die Einsparungen geben sie in Form günstiger Kredite an die Kunden weiter. Für Onlinekredite spricht zudem, dass Unternehmer bei zahlreichen Banken deutschlandweit ein Darlehen abschließen können. Sie beschränken sich nicht auf die wenigen lokalen Filialbanken mit oftmals hohen Zinssätzen.

6. Sofortdarlehen: Schnelle Auszahlung ohne Mehrkosten

Sofortdarlehen fungieren als Ratenkredite, bei denen Banken eine Kreditanfrage besonders schnell bearbeiten. Gewöhnlich kann es vom Kreditantrag bis zur Auszahlung mehrere Wochen dauern, bei einem Sofortkredit verkürzt sich dieser Zeitraum auf wenige Werktage. Freiberufler mit dringendem Finanzbedarf profitieren von diesem Service. Aber auch alle anderen Unternehmer können sich über die kurze Bearbeitungsdauer freuen, sie können zeitnah die angestrebte Anschaffung tätigen. Zusatzkosten entstehen für diesen Kundenservice nicht.

7. Mit Gründerkrediten den Gang in die Selbstständigkeit finanzieren

Die meisten Gründer brauchen eine umfassende Ratenfinanzierung, mit denen sie Anschaffungen und in der Startphase laufende Kosten wie Gehälter bezahlen. Dafür empfehlen sich die Förderkredite der öffentlich-rechtlichen KfW-Bank, die sich durch eine liberale Kreditvergabe, niedrige Zinsen und eine tilgungsfreie Zeitspanne am Anfang auszeichnen. Die KfW-Bank gewährt diese Gründerkredite nicht direkt, sie arbeitet mit Filialbanken zusammen. Bei diesen stellen Existenzgründer den Kreditantrag und reichen alle notwendigen Unterlagen ein.

8. Privatkredite über Online-Plattformen

Im Internet haben sich inzwischen zahlreiche Privatkredit-Plattformen etabliert. Für Freiberufler ist das Crowdlending interessant: Sie präsentieren auf dem Portal ihr Projekt und nennen die gewünschte Kreditsumme, anschließend können private Geldgeber Teilbeträge zeichnen. Erreichen diese Teilbeträge die angestrebte Darlehenssumme, kommt der Kreditvertrag zustande. Die Abwicklung erfolgt über eine Partnerbank der Plattform. Diese Form kommt für alle infrage, die ihr Vorhaben nicht über eine Bank finanzieren können. Das Werben um Kreditgeber erfordert aber einen erheblichen Aufwand.

9. Ein Darlehen vom Lieferanten

Der kurzfristigen Finanzierung dienen Lieferantenkredite. Diese beruhen darauf, dass Lieferanten den Rechnungsbetrag nicht sofort fordern, sondern ein Zahlungsziel von häufig 30 Tagen einräumen. Der Kredit ist kostenlos. Trotzdem sollten sich Käufer die Nutzung gründlich überlegen: In der Regel erhalten sie ein Skonto, wenn sie innerhalb von 7 oder 14 Tagen bezahlen. Dieser Preisnachlass lohnt sich.

10. Factoring: Übertragung von Forderungen

Beim Factoring übertragen Freiberufler Forderungen an einen Finanzdienstleister, im Gegenzug erhalten sie einen Kredit. Auf diese Weise sichern sie ihre Liquidität. Wenn Kunden eine Rechnungssumme zum Beispiel erst drei Wochen später überweisen, fehlt das Geld ohne Factoring bis dahin. Eine Factoringgesellschaft übermittelt es sofort.

Über den Autor

Hermann Sander war einige Jahre bei einer großen multinationalen Bank tätig, wo er sie in mehreren Ländern vertreten hat und auch vor Ort gelebt hat. Seit zwei Jahren treibt Herr Sander ein Fintech Unternehmen voran und tüftelt an Lösungen um die Bankenbranche in das digitale Zeitalter zu heben.

Kontaktdaten

E-Mail: herrmann.sander@gmx.de

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