Müssen wir unseren Erfolg auf Social Media vorgaukeln?

1,4 Millionen Follower alleine bei Instagram, sogar 14 Millionen Likes auf ihrer Facebook-Seite. Eine der erfolgreichsten Frauen in unserem Land ist eine Puppe und ist kein realer Mensch. Von wem ich spreche? Von Barbie.

Was Barbie mit unserem Selbstbild im Business zu tun hat

Abgesehen davon, dass ich gar nicht definieren möchte, was vermeintlicher Erfolg bedeutet, finde ich es doch erschreckend, welche Maßstäbe teilweise angesetzt werden – gerade im Bereich Social Media.

Heißt das nun für unser Business, dass wir uns an einer Puppe orientieren sollen? Sind wir nur dann erfolgreich und sichtbar, wenn wir ebenso hohe Klickzahlen erreichen? Und was, wenn nicht – sind wir dann erfolgslos oder im Business gescheitert? Müssen wir mit Promis, Stars und Sternchen oder sogar Plastikpuppen konkurrieren?

Social Media frustriert viele Nicht-Digital-Natives

Kürzlich berichtete mir eine frustrierte Klientin, sie hätte einen Anruf von einer Dame erhalten, die an einer Kooperation mit ihr interessiert wäre. Scheinbar sei die Dame gerade sehr aktiv und baue ein Online-Business auf, hieß es weiter.

Zur Person: Meine Klientin ist offline sehr erfolgreich, hat tolle Kunden und aktuell keine Zeit und kein Interesse, sich eine „Social Media Karriere“ aufzubauen. Denn ihre Zielkunden sind dort einfach nicht so aktiv. Und nur, um viele Klicks und Follower zu haben, will sie kein Geld investieren. Kurz: Es lohnt sich nicht für sie. Die Frage die während des Gesprächs mitschwang war: „…Bist Du überhaupt erfolgreich in dem was Du tust? Denn Deine Klicks sagen etwas Anderes.“

Während des Telefonats bewertete die potentielle Kooperationspartnerin meine Klientin dennoch nur anhand ihrer wenigen YouTube Klicks. Meine Klientin war verunsichert und stellte sich tatsächlich in Frage. Erst mit meiner Hinterfragung, wo man sich denn kennengelernt hätte, konnte ich sie aus dem Stimmungstief holen. Denn der Kontakt war via Social Media entstanden. Und via Social Media kann ja bekanntlich jeder Klicks & Follower einkaufen.

Social Media Falle: Wollen wir geblendet werden?

Beruflicher Erfolg ist nicht mit Klicks & Followern gleichzusetzen. Sind die virtuellen Abdrücke immer ein Zeichen ihres Erfolgs? Oder lohnt sich doch ein Blick hinter die Kulissen, um den Menschen, der da steht zu betrachten und zu schauen, ob er im geschäftlichen Kontext zu mir passt?

Bis zu einem gewissen Anteil sicherlich schon. 2015 wurde übrigens eine „Curvy Barbie“ herausgebracht. Dies wurde zwar in den Medien gefeiert, dennoch erlebte Matel danach den größten Umsatzeinbruch der Geschichte. Nach einem finanziellen und unternehmerischen Erfolg sieht das nicht aus. Aber zum Glück suggerieren die Klicks etwas anderes!

Was kannst Du nun aber tun, wenn Du solch einen Anruf erhältst, der dir suggeriert, dass dein Erfolg nur sekundär ist, weil deine Klickzahlen etwas anderes sagen?

Tipp 1: Du musst kein Influencer sein

Wenn Du ganz am Anfang mit deinem Business stehst, dann kann dieser Erfolg, der oft in Social Media suggeriert wird, einfach nicht über Nacht kommen. Die sogenannten Influencer, haben ihre Kanäle auch nicht über Nacht mit tausenden an Follower gefüllt. Und ebenfalls der Sänger Harry Belafonte sagte: „Ich bin nach 30 Jahren über Nacht berühmt geworden“. Das bedeutet, das echter Erfolg auf einer fundierten Basis aufbaut und ein langer Weg ist, für den Du einen langen Atem brauchst. Du brauchst also nicht das Berufsziel „Influencer“ verfolgen – schon gar nicht, wenn du dich in einer Nische bewegst. Und kommen wir nochmal zu Barbie – die Dame wird dieses Jahr 60 Jahre.

Tipp 2: Fokussiere dich auf deine bestehenden Kundenbeziehungen

Wenn du schon länger im Business bist, besinne dich auf die Fragen: Was habe ich bisher für Kundenbeziehungen aufgebaut? Buchen mich meine Kunden immer wieder? Wenn ja, ist dieser Erfolg mehr wert, als jeder Social Media Like. Denn dann schätzen deine Kunden deine Arbeit, dein Sein und deinen Wert.

Eines meiner Credos ist: Was bedeutet eigentlich „Selbstbewusstsein“? Ganz einfach: Sich-seiner-selbst-bewusst-sein.

Reflektiere Dich: Wie viele Kontakte habe ich eigentlich in der realen Welt? Wen kenne ich? Zu wem habe ich ein echtes Verhältnis, unabhängig von Social Media? Vielleicht weil ich die Person schon mal auf einer Netzwerkveranstaltung getroffen habe? Wie kann ich zu diesen Personen eine Beziehung aufbauen, durch die sich dann eine Kundenbeziehung oder eine Empfehlung ergeben könnte?

Tipp 3: Qualität vor Quantität

Wieviel Social Media passt zu mir? Viele Personen posten halbherzig oder zu werblich und das viel zu viel. Doch wir sind nicht auf Social Media um zu kaufen. Social Media bedeutet „Soziale Medien“ in denen es um Beziehungen geht. Nur weil „alle“ gerade ohne Strategie posten, wird das nicht zum Erfolg führen. Besinne dich auf dich und deine Werte. Das ist ein wichtiger Punkt. Was kannst du Usern an Mehrwert liefern? Wie kannst du Ihnen Qualität bieten, sodass sie sich mit dir gerne beschäftigen? Hier heißt es sich vorab in den Kunden hineinzuversetzen. Oder kaufst Du nur weil jemand viel postet?

Viele Social Media Profile suggerieren, dass es ganz einfach ist, berühmt zu werden. Hohe und teilweise gekaufte Klickraten & Likes werden mit beruflichem Erfolg gleichgesetzt. Aber Erfolg aufzubauen und zu halten ist und bleibt einfach viel Arbeit, gepaart mit einem Quentchen Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Ich bleibe daher bei meinem Business-Motto: „Perfekt muss nicht sein. Echt ist schöner.“

Über den Autor

Man sagt, dass mehr Menschen Angst davor haben, vor Menschen zu sprechen, als zu sterben. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und vor Menschen zu reden. Als Herzensmensch & Expertin für den erfolgreichen Auftritt unterstütze ich meine Klienten*innen ihre persönlichen „Standing Ovations“ zu erleben. Besonders wichtig ist mir dabei: Perfekt muss nicht sein. Echt ist schöner.

Sonja Gründemann

Kontaktdaten

Hamburger Str. 180
22083 Hamburg
Telefon: +49 (0)40 - 507 903 32
E-Mail: kontakt@sonja-gruendemann.de
Internet: https://www.sonja-gruendemann.de/

2 Kommentare

  1. Andreas Chatziantoniou on

    Es ist nicht so sehr die Sache mit den Digital Natives (bzw. Oldies die es eh nicht mehr schnallen) sondern ganz banal eine Frage der Wertschöpfung.

    Social Media war vor 5-10 Jahren toll. Infos über Twitter, Facebook, LinkedIn verbreiten erschien sinnvoll. Kosten nahezu Null, Reichweite sehr groß, Feedback war möglich, usw.
    Heute ist die Penetration der Nachrichten bei den Empfängern genau so tief wie bei einer normalen Radio- oder TV Werbung. Man „hört“ nicht mehr zu. Daher hat der Kanal Social Media als „gratis“ Werberöhre ausgedient.

    Meine Kunden kommen aus meinem Netzwerk. Dies wird gepflegt durch den Besuch von Events (Meetup, Messe, Konferenz).

    Die Wertschöpfung ist im echten Leben eben immer noch davon abhängig, dass der Auftrag erledigt wird. Wertschöpfung von Influencern (Mädchen die Kosmetik auspacken und benutzen???) ist etwas anderes. Diese sind vor allem Werbekanäle von Firmen, die jemanden nach vorne schieben um ihr Produkt zu promoten.

    Wer schon einmal ein Buch oder Artikel für ein Magazin geschrieben hat weiß: der ROI ist hier erschreckend niedrig. Mit anderen Worten, die Zeit kann man besser daran spendieren um mit seinen Geschäftspartnern und Kunden mal ein Bier trinken zu gehen. Und so sieht es auch mit Social Media aus.

    Einzig Guerilla Marketing kann noch via Social Media Erfolg haben. Mal eben einen „Shitstorm“ provozieren, und man ist als Marke wieder in aller Munde. Dazu muss man aber auch noch groß genug sein.

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