Von Anfang an richtig – Tipps für den Projektstart

Der erste Arbeitstagund der Projektstart stellen immer eine Herausforderung dar: Nach erfolgreichem Meistern des Vorstellungsgesprächs, gilt es nun, sich in einem gänzlich fremden Terrain zu beweisen und den entscheidenden Grundstein für den weiteren Verlauf der eigenen Tätigkeit beim Kunden zu legen, beziehungsweise insoweit Punkte zu sammeln, um auch im Hinblick auf Folgeaufträge berücksichtigt zu werden.

Dabei ist es nicht nur die Aufgabe Ihres Vorgesetzten, Sie schnell in ein neues oder bereits bestehendes Team zu integrieren, sondern auch Sie selbst können dazu beitragen, eine oft schwierige und nervenaufreibende Anfangsphase so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Sofern Sie nicht von zu Hause aus arbeiten, sondern Ihren Projekteinsatz beim Kunden in Persona bestreiten, möchten wir Ihnen im Folgenden einige Tipps an die Hand geben, deren Beachtung Ihnen den Start bei einem neuen Auftraggeber erleichtern kann und wodurch Sie dem kritischen Blick Ihrer zukünftigen Kollegen und Vorgesetzten Stand halten können.

Der Projektstart ist entscheidend für Ihre Zukunft

„Meine Katze hat den Wecker vom Nachttisch geworfen, daher komme ich zu spät“ – was in der Schule mit Müh und Not noch geduldet wurde, wird nun bestimmt nicht mehr toleriert. Wenn Sie vor Ihrem Auftraggeber nach Ausreden suchen, um Fehlverhalten zu rechtfertigen, können Sie mit weiter reichenden Konsequenzen rechnen, als mit einer hochgezogenen Augenbraue wie damals bei Ihrer Lehrerin.

Oberstes Gebot ist die Pünktlichkeit. Sollen Sie am ersten Arbeitstag zu spät erscheinen, so vermitteln Sie gleich von Beginn an den Eindruck, sie besäßen einen Mangel an Eigenorganisation und Zuverlässigkeit. Sorgen Sie also dafür, dass Sie genügend Zeit einplanen, um zu Ihrem Kundenunternehmen zu gelangen und kommen Sie dort lieber fünfzehn Minuten zu früh, als auch nur eine Minute zu spät an. Informieren Sie sich im Voraus über Parkmöglichkeiten und fragen Sie gezielt nach, inwiefern Sie zum Projektstart vorbereitet sein müssen – sei es durch Dokumente und Unterlagen, die bei Arbeitsantritt gefordert werden oder durch spezielles Know-how.

Der erste Eindruck zählt

Dem Gegenüber ein positives Bild von sich zu vermitteln, fängt schon bei der ersten Begegnung an. Das beinhaltet sowohl Äußerlichkeiten wie die Kleidung als auch Aspekte wie Haltung und Mimik oder die eigenen Umgangsformen.

„Kleider machen Leute“ – was wie eine Floskel klingt, ist im Geschäftsleben ein Faktum. So steuert die Bekleidung maßgeblich zum Meinungsbild bei, im Positiven wie auch im Negativen. Achten Sie also hierbei auf ein sauberes und gepflegtes Äußeres. Eine Hilfestellung bei der richtigen Wahl der Kleidung kann auch das Vorstellungsgespräch darstellen, bei welchem Sie die Gelegenheit besitzen, sich einen ersten Eindruck über die im Unternehmen herrschende Kleiderordnung verschaffen zu können. Sind Sie sich dennoch unsicher, greifen Sie lieber zum Anzug als zu Shorts und machen sich bei Arbeitsantritt mit den Bedingungen der jeweiligen Arbeitsstätte vertraut.

Dies lässt sich ebenso auf die Umgangsformen transponieren: Sie werden eine Weile benötigen, um herauszufinden, wie die Hierarchien im Unternehmen aufgeteilt sind und welche Rolle einzelne Mitarbeiter spielen. Ohne bereits bestehendes Wissen darüber, stellt es für den Anfang den besten Weg dar, ein professionelles, leicht distanziertes, aber höfliches Verhalten an den Tag zu legen. Im Besonderen hieße das: Begrüßen Sie jeden der neuen Kollegen freundlich, sprechen Sie sie mit einem Sie, niemals mit einem Du an, bis es Ihnen explizit angeboten wird und wahren Sie vorerst die nötige Distanz im Hinblick auf die Wahl der Gesprächsthemen. Denn wer den neuen Kollegen zu Beginn an über Details aus dem eigenen Privatleben versorgt oder mit intimen Fragen die Grenze des anderen überschreitet, wird sowohl an Professionalität als auch an Sympathie einbüßen.

Tabuthemen können jedoch auch kritische und diskussionsintensive Dinge wie Politik oder Religion sein – und Sie haben als Neuling mit Sicherheit kein Interesse daran, für einen entbrennenden Glaubenskrieg verantwortlich zu sein.

Auf das eigene Ich achten

Sympathie spielt ebenfalls bei Verhalten und Körpersprache eine große Rolle: Ein offenes Lachen, Blickkontakt und ein fester Händedruck wirken bei einer Begrüßung sofort ansprechend auf das Gegenüber, genauso wie eine freundliche und zuvorkommende Art einen Kollegen auszeichnet, mit welchem man gerne zusammenarbeitet.

Hierbei spielt allerdings auch der Gesichtspunkt der Authentizität mit hinein. Sind Sie ein schüchterner Charakter, mimen jedoch im Geschäftsalltag den Bürohengst, dann nimmt man Ihnen das nicht ab. Diese Diskrepanz zwischen Schein und Sein steht Ihnen allerdings unweigerlich ins Gesicht geschrieben, was lediglich dazu führen wird, dass Sie an Glaub- und letzten Endes auch an Vertrauenswürdigkeit verlieren. Seien Sie also Sie selbst und lassen Sie die Maske zu Hause.

Anschluss finden

Nach Wochen der Tätigkeit in einem Betrieb die Namen der Geschäftsführung nicht kennen? Das Teammitglied mit „Hey, Sie“ ansprechen, weil man immer noch nicht weiß, wie der Kollege eigentlich heißt? Ungünstig.

Ein neues Arbeitsumfeld verlangt auch immer ein Maß an Integration. Dies bedeutet nicht nur, dass man Soft Skills wie Teamfähigkeit leben muss, sondern fängt schon damit an, sich darüber zu informieren, wie die Namen seiner neu gewonnenen Kollegen lauten.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten, um Ihre Mitstreiter besser kennenzulernen, beispielsweise bei einem gemeinsamen Essen. Das wird Ihnen auf der einen Seite die Eingliederung erleichtern und auf der anderen Seite zeigen Sie Interesse an Ihrem Umfeld. Einen Vorteil, den Sie hierbei besitzen, ist, dass Ihr Status als Freiberufler nicht zwingend sichtbar für die übrigen Personen im Kundenunternehmen ist, sprich Sie werden sich ebenso in das bestehende Team eingliedern können, wie es jemandem möglich ist, der dort eine Festanstellung antritt.

Die Balance halten

Wissbegierig sein, mit Aufmerksamkeit glänzen und Engagement mitbringen – schön und gut, aber übertreiben Sie es nicht! Die Grenze zwischen dem fleißigen Bienchen hin zum missliebigen Streber ist schmal. Haben Sie Verbesserungsvorschläge, dann äußern Sie diese vorsichtig und vermitteln Sie dabei nicht den anderen, dass Sie alles besser können. Möchten Sie Kritik anbringen, so bleiben Sie jederzeit sachlich und diplomatisch.

Das gilt ebenso für den umgekehrten Fall: Nur weil ein Kollege den ganzen Tag die Füße auf den Tisch legt und seine Arbeitszeit damit verbringt, im Internet Preise für sein neues Mobiltelefon zu vergleichen, heißt das nicht, dass auch Sie Ihre Arbeit liegen lassen können, um die Stunden mit Nichtstun zu füllen. Achten Sie also darauf, dass die Waage zwischen einem übermotivierten, bei den Kollegen unbeliebten und einem langsamen, für das Unternehmen untragbaren Mitarbeiter ausgeglichen bleibt.

Lernen durch Beobachten

Gelegenheiten hierzu eröffnen sich Ihnen – wie bereits kurz angesprochen – in großer Zahl: Nicht nur das gemeinsame Essen in der Kantine bietet Chancen, sondern es fängt schon morgens beim Kaffeeholen in der Küche an. Diese erscheint als die ideale Plattform für den neusten Klatsch und Tratsch und stellt für Sie dadurch einen günstigen Zeitpunkt dar, Ihre Kollegen näher kennenzulernen. Aber bitte beteiligen Sie sich nicht am Gerede, denn zu Anfang fehlt Ihnen dafür schlichtweg das Standing.

Eine andere Möglichkeit sind beispielsweise die Raucherpausen. Wo sich Menschen zusammenfinden, um über die Arbeit oder den Chef zu plaudern, können Sie Dinge aufschnappen, die Ihnen helfen, sich in das Umfeld Ihres Auftraggebers besser einzufinden und auch die Strukturen zu durchschauen, die anderen Augen meist verborgen bleiben. Die regelmäßigen Meetings, in denen kontaktfreudige Raucher täglich zusammenfinden, können für Sie somit in vielerlei Hinsicht zweckdienlich sein – was an dieser Stelle natürlich nicht heißen soll, dass Sie dafür extra mit dem Rauchen beginnen müssen!

Fazit für ein neues Arbeitsverhältnis ist also stets, dass es sich am Besten von den Erfahrenen lernt. Halten Sie also Ihre Augen offen, was Ihr Umfeld anbelangt. Von diesem können Sie am Ehesten erfahren, welche Erwartungen an Sie gestellt werden und Verhaltensweisen adaptieren, die Sie persönlich weiterbringen.

Über den Autor

Als Social Media Managerin und Pressereferentin betreut Katharina Salanga bei SOLCOM die Bereiche Public Relations und Social Media. Ihr Studium absolvierte sie an der Universität Tübingen in den Fächern Allgemeine Rhetorik, Neuere Deutsche Literatur, Linguistik des Deutschen und Mediävistik.

Katharina Salanga

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