Freiberufler aufgepasst: Staat fördert Liquidität im Alter

Freiberufler brauchen eine vernünftige Altersvorsorge. Wer darauf in jungen Jahren verzichtet in der Hoffnung, dafür sei immer noch Zeit, begeht Kamikaze auf Raten. Dies gilt mehr noch für den Selbstständigen und Freiberufler mittleren Alters. Spätestens ab 40 Jahren ist es höchste Zeit, etwas fürs Alter anzusparen.

Immerhin: Auch Freiberufler können mit staatlicher Förderung kalkulieren und fürs Alter Rücklagen bilden. Allerdings gibt es dafür nur eine einzige Möglichkeit – der Abschluss eines RÜRUP-Rentenvertrages.

Ein solcher Rentenvertrag macht gesicherte, lebenslange, regelmäßige und feste Auszahlungen möglich. Damit lässt sich zumindest ein Teil des Liquiditätsbedarfs im Alter – etwa für Krankenversicherung, Strom, Heizung, Telefon und anderes – finanzieren.

Wie attraktiv die staatliche Förderung ist, zeigt sich an den nachfolgenden Zahlen: Alle in 2012 einbezahlten Beiträge in einen RÜRUP-Vertrag sind mit 74 Prozent steuerlich absetzbar. Höchstgrenzen und parallele Einzahlungen in berufsständische Versorgungswerke sind hier allerdings zu beachten – im Zweifel sollte Sie einen fachkundigen Berater hinzuziehen.

 

Hier ein Beispiel, wie RÜRUP funktioniert:
Freiberufler, 35 Jahre alt, persönlicher Steuersatz in 2012: 35 Prozent. Ab dem Kalenderjahr 2012 bis zum 65. Lebensjahr werden jährlich 5.000 Euro in einen RÜRUP-Vertrag einbezahlt.

  • In 2012 beträgt der Steuervorteil 1.295 Euro, der Nettoaufwand 3.705 Euro.
  • Der steuerlich absetzbare Betrag steigt jedes Jahr um zwei Prozent. Er beträgt in 2013 76 Prozent, in 2014 bereits 78 Prozent und so weiter.
  • Ab dem 65. Lebensjahr beträgt die lebenslange jährliche RÜRUP-Rente 29.412 Euro (unverbindliche Beispielrechnung bei einer Wertentwicklung von jährlich 6 Prozent)

Fazit: Ein RÜRUP-Rentenvertrag ist für alle Freiberufler – und nicht nur für die – mit einem höheren Steuersatz ein sehr sinnvoller Baustein zur Altersvorsorge. Neben der zu erzielenden Steuerersparnis sollte vor Vertragsabschluss auch auf die richtige Anlageform und die persönlich passenden Vertragsmodalitäten (regelmäßige Beiträge / Zuzahlungen, Beitragszahldauer etc.) besonderer Wert gelegt werden.

Über den Autor

Brigitte Kucz ist unabhängige Versicherungs-Maklerin und Geschäftsführerin der KW Versicherungsservice GmbH. Mit umfassendem Know-how und 20jähriger Berufserfahrung in einer Branche, in der sich Gesetze, Regelungen und Beiträge fast täglich ändern, ist es ihre Spezialität, für ihre Kunden das optimale Versicherungsportfolio zusammenzustellen. Das Ergebnis ist bestmögliche Absicherung und optimierter individueller Versicherungsschutz – in jeder Lebensphase, aktuell, fair und neutral.

Brigitte Kucz

Kontaktdaten

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Keferloh 1b
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10 Kommentare

  1. Toller Beitrag. Ich finde auch das die RÜRUP Rente für die private Altersvorsorge sehr gut geeignet ist. Insbesondere natürlich für Selbstständige. Allerdings finde ich es schon viel zu spät erst mit 40 mit der Vorsorge zu beginnen.

  2. Die Nachteile sollten nicht verschwiegen werden, z. B. dass die steuerlichen Vorteile nur in der Ansparphase gewährt werden. In der Auszahlungsphase von solchen Verträgen findet eine nachgelagerte Besteuerung statt. Gerade für junge Selbständige ist dies ein nahezu unkalkulierbares Risiko. Des Weiteren ist ein Rürup-Vertrag zwar nicht pfändbar, aber auch nicht beleihbar, kündbar oder übertragbar. Flexibilität sieht anders aus. Die Autorin geht weiterhin von durchschnittlichen 6% jährlicher Rendite aus und dies fällt heutzutage schon fast in den Bereich „Luftschlösser bauen“.

    • Kucz Brigitte on

      Hallo Wolfgang,
      in meinem Beitrag sollten keine Nachteile ´verschwiegen´ werden!
      Es ging vordergründig um die staatliche Förderung während der Ansparphase!
      Ich finde es nach wie vor für jeden RÜRUP-Sparer optimal, jedes Jahr individuell zu entscheiden wieviel er in seinen Vertrag einbezahlen möchte
      (= Flexibilität!!) um daraufhin dann im Folgejahr die daraus resultierende Steuer-Ersparnis zu generieren. Somit ist der Netto-Aufwand in jedem Jahr klar ersichtlich und bereits im Vorjahr kalkulierbar!!!
      Im Gegenzug sind die RÜRUP-Rentenzahlungen dann steuerpflichtig. Durch den Zinses-Zins-Effekt der Versicherungsbeiträge und den vermutlich im Rentenalter niedrigeren Steuersatz als im Erwerbstätigenalter geht meiner Meinung nach die Rechnung für den Anleger auf!
      Darüberhinaus gibt es durchaus seriöse Anlageformen, die langfristig und auch in dieser schon bereits lang anhaltenden schwierigen Marktsituation Durchschnittsrenten von 6 % p.a. erzielen! Somit keine Luftschlösser!!!

  3. Wirklich schade, das Solcom so eine unreflektierte Reklame einer Versicherungsmaklerin einstellt, ohne die Nachteile der Rürup-Rente darzustellen. Was nützen denn Steuervorteile, wenn man die komplette Kontrolle über seine eingezahlten Beiträge abgeben muss und die Beträge nicht mal als Sicherheiten z.B. für Hypothekendarlehen verwendet werden geschweige denn vererbt werden können?

    • Kucz Brigitte on

      Die RÜRUP-Rente wurde geschaffen, um damit durch Rentenreformen reduzierte Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu kompensieren.
      Deshalb wurde die RÜRUP-Rente auch teilweise stark an die Restriktionen der gesetzlichen Rentenversicherung angelehnt. Vorteil bei RÜRUP ist jedoch, dass jeder RÜRUP-Sparer in seinen eigenen individuellen Topf einzahlt und später dann auch aus seiner eigenen Liquidität eine lebenslange Rentenzahlung erhält.
      Der vorzeitige Zugriff wird verwehrt, um sicher zu stellen, dass dieser Topf auch noch im Rentenalter zur Altersversorgung besteht!

  4. Das Hauptproblem der Rürup-Rentenverträge ist die absolute Intransparenz bezgl. der Gebühren und der Wertanlagen der Versicherer. Solange man hier nicht vergleichen kann, wirkt das Ganze mehr wie ein Pokerspiel, wo die Gegenüber immer gewinnen werden.

    Hier von „aktuell, fair und neutral“ zu reden, ist geradezu lächerlich. Legt Eure aktuellen Konditionen offen bis auf den letzten Cent. So sieht Fairness wirklich aus !

    @Christoph : es gibt durchaus Rürup-Renten, wo der Ehepartner in vollem Umfang erbberechtigt ist.

    • Kucz Brigitte on

      Bzgl. Intransparenz der Gebühren gebe ich Ihnen zum Teil recht. Es gibt jedoch sehr gute Anbieter, die ihre Kosten wirklich transparent und verständlich ausweisen.
      Um die Unterschiede von Anlageformen und Kostenstrukturen erkennen und verstehen zu können ist immer eine fachliche und fundierte Beratung erforderlich. Für mich ist es wirklich unverständlich, wie oft Verbraucher der Auffassung sind, sich dieses Fachwissen eigenständig aneignen zu können!

  5. Man muss es schlicht und ergreifend so sehen: Wer als Freiberufler ein (hohes) zu versteuerndes Einkommen produziert hat, entscheidet, ob er gleich den Topf des Finanzamtes bedient (Var.1), oder erst mal seinen eigenen in Form eines Rürup-Vertrages (Var.2).
    Bei Variante 1 ist das Geld gleich weg; während bei Variante 2 zumindest die vage Hoffnung besteht, im Alter wenigstens etwas zurück zu bekommen. Davon ausgehen, dass man mit der abgeschlossenen Rente (welche „berechnet“ und „garantiert“ wurde), seinen gewohnten Lebensstandard halten und finanzieren kann, sollte man besser nicht.

  6. Also ich finde die RÜRUP Rente ist eine gute Möglichkeit sich für eine Altersvorsorge zu entscheiden. Natürlich gibt es auch Nachteile, wie in jeder anderen Versicherung auch, aber über die ist eigentlich hinweg zu sehen.

  7. Sascha van Gelderen on

    Wie sehr die richtige Altersvorsorge im Vordergrund steht, zeigt sich im Wahlprogramm aller Parteien zur Bundestagswahl 2013. Keine noch so kleine Partei läßt dieses Thema außen vor. Alle Parteien haben hierzu Ideen für den Fall eines Wahlsieges. Dabei fällt auf, dass immer wieder ein Betrag von 850 Euro monatlich als „Lebensleistungsrente“, „Mindestrente“ oder „Solidarrente“ unterschiedlich betitelt wird, jedoch unter dem Strich auf das selbe Ergebnis hinausläuft: Eine Mindestabsicherung vor der gefürchteten Altersarmut.

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