Wie Freiberufler handeln statt zögern

„Soll ich Freiberufler bleiben oder mich für eine Festanstellung bewerben?“, „Ist mein Angebot für meinen Traumkunden eigentlich interessant oder nicht?“ oder „Soll ich die nette Frau aus dem Fitness-Studio nun ansprechen oder nicht?“. Bestimmt kennen Sie als Freiberufler diese oder ähnliche Fragen.

Diese Fragen und der zugehörige (einen vom Handeln abhaltende) Dialog können tage-, wochen-, monatelang gehen. Manchmal sogar jahrelang. Wartet man lange genug, dann erledigt sich die Frage oft von selbst – die Frau ist mit einem Idioten verheiratet, der potentielle Job ist weg, der Kunde hat einen anderen Freiberufler mit weniger Erfahrung und Fähigkeiten beauftragt. Schade drum.

Ein Teil des inneren Dialogs ist gelegentlich die Frage „was kann ich eigentlich verlieren, wenn ich dieses oder jenes tue?“. Meist gibt es nichts oder nur wenig, was man verlieren kann, wenn man das tut was man im Sinn hat. Zum Handeln bringt einen dies dennoch meist nicht.

Stellt man sich selbst dann die Frage „Warum handle ich eigentlich nicht?“, dann lautet die Antwort meist: „Naja, es ist ja ganz ok, so wie es ist. Wer weiß, ob sich das wirklich lohnt. Schuster bleib bei Deinen Leisten sagte meine Oma immer.“ Toll. Ein Leben im Durchschnitt, Mittelmaß, „ganz ok“. Zufriedenheit und ein begeistertes Leben stellt sich damit allerdings nicht ein.

Der Preis des Nichthandelns

In der Situation hilft eine andere Frage, die viel mächtiger ist: „Was entgeht mir eigentlich alles, weil ich nicht handle? Wie viel Freude, Glück, Erfolg, Abwechslung, etc. könnte ich haben, wenn ich genau das jetzt machen würde?“ Stellen Sie sich einfach einmal diese Frage! Worauf verzichten Sie alles, weil Sie nicht handeln? Das kann ganz schön beängstigend sein, oder?

Wie heißt es so schön: Auf dem Sterbebett ärgern wir uns nicht über die Dinge die wir getan haben, sondern über all das, was wir nicht gemacht haben.

Wenn Sie etwas „eigentlich“ machen wollen, aber immer wieder genug Gründe finden es nicht zu tun, dann werden Sie merken, dass Sie sich immer im Kreis und in einer Schleife bewegen. Die meisten Menschen bleiben in dieser Schleife hängen. Sie bewegen sich höchstens dann, wenn sie gezwungen werden. Weil sie zum Beispiel krank werden, den Job verlieren oder verlassen werden.

Wenn Sie als Freiberufler diese Schleifen kennen, dann probieren Sie zukünftig etwas Neues:

Sie malen sich einfach einmal aus, was Ihnen als Freiberufler alles entgeht, weil Sie nicht handeln. Ein grandioser langjähriger Kunde, eine fantastische Karriere, die perfekte Beziehung und das absolute private Glück. Das alles entgeht Ihnen.

Wenn Sie es sich gleich richtig geben wollen, dann denken Sie einfach einmal 10 oder 20 Jahre in die Zukunft. Vergleichen Sie dann einmal wo Sie sein werden wenn Sie weitermachen (oder eher „weiterzögern“) wie bisher mit dem was Sie haben könnten wenn Sie handeln würden.

Keine Angst, diesen Dialog können Sie ruhig mit sich selbst führen. Handeln müssen Sie als Freiberufler trotzdem nicht. Es sei denn, Sie wollen dann doch. Für alles, was wir tun, bezahlen wir einen Preis. Für alles, was wir nicht tun, bezahlen wir auch einen Preis. Und meist ist der viel höher.

Stellen Sie sich vor, der Kunde würde Ihre Freiberufler Dienstleistung liebend gerne kaufen… aber weil Sie nicht anrufen, kennt er Sie nicht und kauft somit nicht.

Stellen Sie sich vor, die Frau aus dem Fitness-Studio ist zu schüchtern Sie anzusprechen… und weil sie einsam ist und sie nur der Idiot anspricht, heiratet sie ihn.

Stellen Sie sich vor, Ihr potentielles Traumprojekt ist wirklich ein Traum… aber weil Sie sich nicht bewerben, wird ein anderer Freiberufler genommen werden, der nur halb so gut ist wie Sie.

Handeln funktioniert

„Was haben Sie zu verlieren, wenn Sie es tun?“ Sobald diese Frage keine wirklichen Hinderungsgründe zum Vorschein bringt (wirkliche Gründe!), dann handeln Sie endlich. Wägen Sie Risiken und Chancen, möglichen Gewinn und Verlust von Handeln und Nicht-Handeln ab. Und dann entscheiden Sie sich.

Was Sie auf alle Fälle dadurch erreichen können ist ein Ende der permanenten Schleife in der Sie sich immer wieder fragen „soll ich vielleicht doch?“.

Sie zögern noch? Ok, dann malen Sie es sich noch einmal richtig aus: Wie viel Spaß, Erfolg, Freude, Anerkennung wollen Sie sich als Freiberufler noch durch die Lappen gehen lassen, weil Sie nicht handeln? Ist der Preis für das Nicht-Handeln nicht viel zu hoch?

Erfolgreich sind die Menschen die etwas machen, weil sie es machen wollen. Mit ganzem Herzen und voller Überzeugung . Werden auch Sie ein Mitglied dieser Gemeinschaft. Es macht unglaublich viel Freude!

Über den Autor

Seit 2008 konzentriert sich der frühere IT-Unternehmer und Bitkom-Hauptvorstand Axel Rittershaus darauf, Führungskräfte und Mitarbeiter in der IT-Branche als Executive Coach und Trainer zu unterstützen. In seinem Fachbuch „Führungspraxis für Ingenieure und IT-Experten“ gibt er IT-Führungskräften praxisnahe und sofort umsetzbare Anregungen und Methoden an die Hand, um die IT durch die massiven Veränderungen der nächsten Jahre zu führen. Es ist das einzige Buch, das sich mit den aktuellen Herausforderungen in der IT beschäftigt und die dazu passenden Führungswerkzeugen in einer sofort anwendbaren Weise darstellt. Axel Rittershaus arbeitet mit IT-Unternehmen und IT-Abteilungen in Europa, Asien und Afrika zusammen. Oft geht es dabei darum, eine nachhaltige und wirksame Führungskultur aufzubauen um Projekte erfolgreicher und profitabel zu machen, Mitarbeiter zu fordern und zu fördern oder eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Fachbereichen und die Neupositionierung der internen IT zu erreichen.

Axel Rittershaus

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2 Kommentare

  1. Bernd Küpper on

    … Ich habe nur noch nicht rausgefunden, wie ich innerhalb von 5 Sekunden herausfinde, ob die nette Frau nicht doch besser den Idioten heiratet! 😉 …

    … guter Artikel!!

    Mit freundlichem Gruß
    Bernd Küpper

  2. „Die Frau den Idioten heiratet“ – weil sich die anderen Typen nicht trauen – da unterschätzen Sie den weiblichen Teil der Menschheit aber fulminant.

    Das Leben in der Schleife – „im Hamsterrad“, wie viele meiner Bekannten sprechen – ist leider die Pest unserer Zeit. Zu viele Leute sind in einem Goldenen Käfig gefangen – aus dem es nur den Ausweg nach unten in den Abgrund gebe – aber wer will den schon gehen. Das ist die Folge von unserer erstarrten Gesellschaft – wo erreichter Status und erworbenen Ansprüche mehr zählen als dynamische Prozesse, wie Entwicklung, neue Projekte. etc. Wer sich bewegt, der hat scheinbar verloren (manchmal wirklich) – Presse und veröffentlichte Meinung bauen eine Angstkulisse auf.

    Ich selber hatte den Absprung auch nur durch das Ende einer grünen Bank geschafft. Eigentlich die Horrorvorstellung eines jeden „Arbeitnehmers“ – entlassen zu werden. Bis heute ist dieser 31.Oktober 2006 der beste Tag meiner Karriere – bzw. der nächste Arbeitstag als Freiberufler.

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