Home Office: Tipps für die richtige Ausgestaltung

Arbeiten von zu Hause aus, im eigenen Büro, und wann immer man gerade will – das hört sich traumhaft an. Aber Home Office funktioniert nur unter bestimmten Bedingungen gut. Es gilt, der Familie den Arbeitsalltag deutlich zu machen, klare Absprachen zu treffen, und sich einen sinnvollen Arbeitsplatz einzurichten, der auch respektiert wird. Respektiert werden müssen aber nicht nur räumliche Grenzen, sondern auch zeitliche: Arbeit ist Arbeit, und Kinderzeit ist Kinderzeit. Beides gleichzeitig geht nicht.

Nine to Five funktioniert nicht

Zu Hause kann man natürlich arbeiten, wann und in welchem Rahmen man will. Trotzdem sollten Freiberufler/-innen der körperlichen und geistigen Gesundheit zuliebe einen halbwegs normalen und gleichmäßigen Arbeitstag einhalten. Pausen sind genauso nötig wie feste Arbeitszeiten, die auch nicht durch die piepsende Waschmaschine oder die redselige Nachbarin unterbrochen werden. Ob diese festen Arbeitszeiten auf dem Vormittag liegen, wenn die Kinder in der Schule sind, auf dem Nachmittag, wenn sie beim Sport sind, oder am späten Abend, wenn sie schon schlafen, ist egal. Die Arbeitszeit kann auch gesplittet werden. Trotzdem ist es sinnvoll, ganz klar zwischen Haushalt und Arbeit zu trennen.

Raum und Zeit für Arbeit schaffen

Home Office heißt, dass das schmutzige Geschirr in der Spüle genauso vom Arbeiten ablenkt wie die nicht gefegte Einfahrt, der Fernseher, die verstaubten Regale und der Wäscheberg. Ein bisschen arbeiten und nebenbei bügeln, fernsehen oder Mittagessen kochen ist aber eine schlechte Idee, denn so wird weder die Arbeit fertig, noch das Mittagessen. Klare Grenzen ziehen und immer nur eine Aufgabe erledigen ist da schon besser. Für die klare Trennung zwischen Familie und Arbeit empfiehlt es sich, einen klar abgetrennten Arbeitsbereich einzurichten. Ein eigenes kleines Zimmer mit Schreibtisch, den nötigen Regalen und Aktenschränken ist ideal. Aber im Zweifelsfall tut es auch die mit einem Raustrennen zumindest optisch abgetrennte Arbeitsecke im Wohnzimmer oder im Flur. Feste Arbeitszeiten sollten mit allen Familienmitgliedern abgesprochen werden, so dass klar ist, wann man nicht ansprechbar ist und aufgrund von eventuellen Telefonaten Ruhe im Haus herrschen sollte.

Auf die Gesundheit achten

Tendenziell arbeiten Menschen im Home Office mehr, länger und mit weniger Pausen als Menschen, die im Büro mit anderen zusammen arbeiten. Sie sind zwar aufgrund der entspannteren Arbeitssituation auch produktiver. Aber das langfristige Ignorieren von Pausenzeiten und Maximalarbeitszeiten führt eben auch zu einem höheren gesundheitlichen Verschleiß. Wer mit der Pomodoro-Technik arbeitet, achtet wenigstens ansatzweise auf Pausen. Wenn dazu noch ein regelmäßiger Feierabend oder eine maximale Tagesarbeitszeit eingehalten werden, ist das gut. Am Computer helfen Programme wie flux, auch mitten im Flow das Ende der Arbeitszeit anzuzeigen und in den Feierabend zu kommen. Das Programm simuliert sozusagen den Sonnenuntergang mithilfe der Bildschirmfarben, sowie es draußen langsam dämmert, wird der Blauanteil im Licht des Monitors oder Displays langsam gesenkt und schließlich ganz herausgenommen. Das hilft, den Körper in den Feierabend zu bringen. Zeitzonen können eingestellt werden, Arbeitszeiten ebenfalls, das Programm ist kostenlos.

Ein anderes wichtiges Anliegen ist die ergonomische Einrichtung des Home Office. Wer lange im Sitzen arbeitet, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass der Stuhl an die Körpergröße angepasst ist, dem dynamischen Sitzen zuträglich ist, und den Rücken bei Bedarf an den richtigen Stellen stützt. Die Schreibtischplatte und der Bildschirm sollten ebenfalls auf der passenden Höhe entsprechend der Körpergröße sein. Eine ergonomische Tastatur und eine ergonomische Maus helfen zusätzlich, die üblichen Büroleiden zu verhindern.

Und wenn es doch einmal nicht so funktioniert …

… dann haben die meisten Geschäftskontakte durchaus Verständnis dafür. Kranke Kinder, zusammengebrochene Internetverbindungen und Unterbrechungen durch Mitbewohner sind schließlich menschliche Züge. Das darf mit einer entsprechenden Entschuldigung kommuniziert werden und stößt in der Regel auf Verständnis. Es ist zwar nicht ideal, wenn bei Geschäftsverhandlungen im Hintergrund Kinder um den Marterpfahl tanzen, aber in Büros sind eben auch manchmal Kollegen zu hören.

Über den Autor

Matthias Nagel hat sein Diplom in Betriebswirtschaftslehre gemacht und zunächst Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen gesammelt. Als freiberuflicher Autor hat er sich vorwiegend mit den Themenfeldern Arbeitsorganisation und Betriebliches Gesundheitsmanagement beschäftigt und bringt diese Erfahrungen aktuell bei der gaerner GmbH ein.

Matthias Nagel

Kontaktdaten

Ruhrorter Str. 195
47119 Duisburg
E-Mail: service@gaerner.de
Internet: https://www.gaerner.de

1 Kommentar

  1. David Williams on

    Noch ein Tipp zu Pausenzeiten und Produktivität: Pausen sind keine Zeitverschwendung und nicht nur langfristig für die Gesundheit wichtig (obwohl das ein sehr wichtiger Punkt ist, den ich definitiv unterschreibe). Pausen erhöhen auch kurz- und mittelfristig die Produktivität und verbessern die Qualität der Arbeit durch weniger Fehler, effektiveres und effizienteres Arbeiten u.a.

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