Buchhaltungssoftware für Freiberufler

Die Buchhaltung ist ein notwendiges Übel, das auch Freiberuflern nicht erspart bleibt. Unabhängig davon, ob man diese selbst erledigen möchte oder jemanden damit beauftragt die relevanten Unterlagen zu bearbeiten, verlangt die Buchhaltung eine gewisse Sorgfalt. Gerade für diejenigen, die vielleicht am Anfang ihrer Selbständigkeit stehen, liegt da natürlich die Wahl einer passenden Software nahe, die Ordnung in den Datenwust bringt.

Buchhaltungssoftware – die Qual der Wahl

Das Angebot im Bereich der Buchhaltungssoftware ist schier unerschöpflich. Neben sehr guten kostenlosen Angeboten gibt es auch kostenpflichtige Software, die dann aber auch durch qualifiziertes Personal unterstützt wird. Oft ist es bei den kommerziellen Programmen auch möglich, einzelne Module frei zu wählen und so ein Softwarepaket zusammenzustellen, dass für die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Je nach Umfang der zu erfassenden Daten ist es nämlich entscheidend, welche Funktionen das Buchhaltungsprogramm abdeckt. Folgendes sollte aber zum Standard gehören:

  • Die Einnahme-Überschussrechnung
  • Die grafische Darstellung aller Posten
  • Übersicht schaffen über Kontostände, Kassenbuch und offene Rechnungen
  • Das Scannen von Rechnungseingängen
  • Die Möglichkeit Mahnungen zu senden
  • Die automatische Erfassung und von Kontobewegungen
  • Die automatische Umsatzsteuervoranmeldung über Elster

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Steuerberater für die Buchhaltung zu beschäftigen oder bei wem bereits eine Fachkraft für die Buchhaltung tätig ist, der sollte sich erkundigen, ob die fragliche Person die entsprechenden Kenntnisse besitzt, mit der neuen Software zu arbeiten. Aber auch für den Fall, dass das Programm nur vom Freiberufler selbst genutzt wird, sollten die notwendigen EDV-Kenntnisse ein Auswahlkriterium für die Buchhaltungssoftware sein: Ein Programm, das komplizierter zu handhaben ist als die Buchhaltung an sich, hilft niemandem.

Buchhaltung für Selbständige – einfache Buchhaltung mit Excel und Co.

Freiberufler, Selbständige und Gewerbetreibende, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind, sind übrigens von der Pflicht der doppelten Buchführung befreit. Hier genügt bereits eine einfache, formlose Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben, um so den Gewinnüberschuss zu ermitteln. Um diese einfache Buchführung nutzen zu dürfen, darf der Jahresumsatz allerdings nicht über 500.000 Euro und der Gewinn nicht über 50.000 Euro liegen. Als Selbständiger genügt es in diesem Fall also bereits, die Belege des laufenden Jahres zu sammeln, also beispielsweise Quittungen, eingehende und ausgehende Rechnungen oder auch Benzinkosten.

Ist dies der Fall, so wird im Grunde nicht zwangsläufig eine umfangreiche Software benötigt, stattdessen genügt in der Regel ein Programm wie Microsoft Excel oder OpenOffice. Hier gibt es bereits zahlreiche Vorlagen und Rechner, die kostenfrei im Web zu finden sind und dank vorangestellter Rechnungen und ausgefüllter Zeilen hilfreich unter die Arme greifen.

Über den Autor

Denise Orlean ist studierte Informationsmanagerin. Als freiberufliche Redakteurin für zahlreiche Formate im digitalen Bereich beschäftigt sie sich unter anderem mit aktuellen Themen zu Soft- und Hardware.

Denise Orlean

Kontaktdaten

Hagebuttenweg 15
30657 Hannover
E-Mail: denise.orlean@gmail.com

4 Kommentare

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    ABAPMännchen on

    Die Aussage „Um diese einfache Buchführung nutzen zu dürfen, darf der Jahresumsatz allerdings nicht über 500.000 Euro und der Gewinn nicht über 50.000 Euro liegen.“ ist nicht ganz richtig. Es müsste heißen „Um diese einfache Buchführung nutzen zu dürfen, darf der Jahresumsatz allerdings nicht über 500.000 Euro ODER der Gewinn nicht über 50.000 Euro liegen. “
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Buchf%C3%BChrung#Doppelte_Buchf.C3.BChrung_.E2.80.93_Grundlagen

  2. Avatar
    Ruediger Boettcher on

    Aus praktischer Erfahrung würde ich NICHT empfehlen, die Buchhaltung mit Excel zu erledigen.

    Sicherlich scheint das bequem und kostengünstig, aber auch fehleranfällig! Da verrutscht mal eine Formel oder man verliert den Überblick auf dem Bildschirm.

    Außerdem braucht der Freiberufler sowieso ein Kassenbuch-Programm (es sei denn, er besitzt ein gebundenes Kassenbuch!), da Excel-Kassenbücher nicht zulässig sind.

    Warum also nicht ein gebrauchtes Lexware Buchhalter (oder auch ein anderes geeignetes Programm) bei Amazon erwerben und mal damit rumprobieren? Das Buchen ist gar nicht so schwer. Wenn ich ein Konto suche, gebe ich einfach den Begriff ein (z.B. Telefon) und bekomme das gängige Datev-Konto angezeigt.

    Und wenn ich jeden Buchungssatz als Vorlage speichere, dann geht es künftig richtig fix mit dem Buchen! Gebe ich einen Kundennamen ein, erscheint der letzte Buchungssatz und ich muss nur Betrag, Datum und Rechungsnummer überschreiben… fertig!!!

    In meinem Infoblog gebe ich gerne Tipps und biete auch kostenlose Webinare bei Edudip an zu Buchhaltungsthemen: http://www.bilanzbuchhalter-nrw.info

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    Hallo und danke für den Artikel. Die Buchhaltung machen zu müssen, ist sicher nicht der beliebteste Teil der Selbständigkeit… aber solche Softwares können einem die Buchhaltung schon erleichtern. Danke also für den Tipp.

  4. Avatar

    Guter Beitrag! Gerade als Einsteiger, wenn man keine Ahnung von Finanzbuchhaltung hat, sollte man sehr gut aufpassen. Es gibt schon gute Software für KMU bei welcher die FIBU integriert ist und man Step-by-Step dazulernen kann. Weiter so!

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